Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Nach der Vergewaltigung: Rund 100 Personen wurden überprüft

Sonntag, 12. Mai 2019 | 10:53 Uhr

Bozen – Die Vergewaltigung einer 15-Jährigen auf den Talferwiesen am Montag hat weit über die Landeshauptstadt hinaus Entrüstung ausgelöst. Über 300 Personen sind Mitte der Woche zu einer Mahnwache gekommen, um ihre Solidarität mit der Schülerin zu bekunden. Unterdessen laufen die Ermittlungen auf Hochtouren weiter. Bekanntlich sollen zwei Männer für die Tat verantwortlich sein.

Organisiert wurde die Mahnwache von mehreren Frauenorganisationen und Gewerkschaften. Auch der Ausländerbeirat der Gemeinde Bozen, Asylwerber und Migranten nahmen daran teil.
Die Präsidentin des Ausländerbeirates, Anuka Hossain, hat die Vergewaltigung scharf verurteilt und sprach dem jugendlichen Opfer ihre Anteilnahme aus. Sie hoffe, dass die Täter schnell gefasst und verurteilt werden. Diese Kriminellen hätten nichts mit den gut integrierten und friedlichen ausländischen Mitbürgern der Stadt gemeinsam, erklärte Anuka Hossain.
Die 15-Jährige, die unter Schock stand und sich im Krankenhaus befindet, wird derzeit auch psychologisch betreut. Wie die Tageszeitung Alto Adige berichtet, hat es Anzeichen einer ersten Erholung gegeben – ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Besserung.

Am Samstag hat eine Gruppe von Bozner Müttern eine weitere Kundgebung veranstaltet. Auch Männer, Senioren und Kinder haben an der schweigenden Sitzblockade teilgenommen.

In der Zwischenzeit hat die Polizei rund 100 Männer mit Migrationshintergrund identifiziert und überprüft, um den mutmaßlichen Tätern auf die Spur zu kommen. Die Beamten nahmen die anagrafischen Daten auf, sie kontrollierten den Aufenthaltsstatus und die Bewegungen in den letzten Tagen. Ermittelt wird in sämtliche Richtungen.

Bekanntlich sollen zwei Passanten – ein Mann und eine Frau – das Opfer gefunden haben – allerdings erst nach der Tat. Darauf wurde die 15-Jährige ins Krankenhaus eingeliefert. Mithilfe eines Psychologen war das Mädchen erst vor Kurzem in der Lage, noch einmal die schrecklichen Augenblicke zu durchlaufen und den Ermittlern Fragen zu beantworten.

Auch die Bilder von Überwachungskameras in der Nähe des Tatorts wurden ausgewertet. Laut Alto Adige konnten dabei allerdings keine entscheidenden Hinweise entdeckt werden – einerseits, weil manche Kameras keine Videos, sondern nur Einzelbilder aufnehmen, und anderseits, weil keine Kamera direkt auf den Tatort gerichtet ist.

Eine weitere zentrale Spur könnten die Fingerabdrücke der beiden Männer vom Fahrrad des Mädchens sein. Sobald diese ausgewertet sind, können sie durch die Datenbank geschickt werden. Zudem werden DNS-Spuren von Körperflüssigkeit in einem Speziallabor in Parma ausgewertet.

Sollte es sich bei den Tätern um Asylwerber handeln, könnte das den Ermittlern in die Hände spielen. Seit Erlass des sogenannten Bossi-Fini-Gesetzes werden von offiziellen Asylwerbern nämlich auch die Fingerabdrücke abgenommen.

Auch im Fall von Personen, die in Italien ohne reguläre Aufenthaltsgenehmigung erwischt werden, kommt es automatisch zu einer Registrierung der Fingerabdrücke.

Im Vergleich zu einer Überprüfung anhand vom DNA-Material würde ein Abgleich der Datenbanken über Fingerabdruck viel schneller zur Identität der mutmaßlichen Täter und somit zu Ergebnissen führen.

Sind die Verdächtigten erst einmal gefasst, könnte das genetische Profil weiteres Beweismaterial liefern.

Bei einem Sicherheitsgipfel im Regierungskommissariat ist am Freitag außerdem beschlossen worden, dass in Bozen noch mehr Überwachungskameras installiert werden. Zudem sollen auch mehr Polizisten zum Einsatz kommen, um für Sicherheit zu sorgen.

Außerdem soll sich ein weiterer Zeuge gemeldet haben. Er hat in der Nähe des Tatortes zwei Männer gesehen, die geflüchtet sind.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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10 Kommentare auf "Nach der Vergewaltigung: Rund 100 Personen wurden überprüft"


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anonymous
anonymous
Superredner
14 Tage 16 h

Die Härteste Strafe die es gibt sollen die bekommen

ando
ando
Universalgelehrter
14 Tage 14 h

sollte man sie finden, und das hoffe ich sehr, werden sie ihre “richtige” strafe im knast erfahren…denn ihre mitinsassen stehen darauf!

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
14 Tage 14 h

anonymus
Was ist die härteste Strafe bei euch und auch bei uns? Lebenslänglich! Und das gibt es bei Vergewaltigung nicht.

Staenkerer
14 Tage 6 h

@Waltraud “lebenslänglich” nimmer noch europa lossn, war am bestn für olle! hoam und dort verurteiln, a in afrika gibs länder wo vergewoltigung als schwerer verbrechn giltet!

Andreas K.
Andreas K.
Neuling
14 Tage 15 h

Ein Kopfgeld von 10.000 € könnte die Sache extrem beschleunigen und viele Kosten einsparen. Womöglich weiß jemand Bescheid über die Sache, und könnte schwach werden und seine Kumpels verpfeifen. Es müsste ja nur bei Erfolg aubezahlt werden. Aber es geht natürlich auch komplizierter wenn man lange genug zur Schule gegangen ist.  Für ein Kofpgeld sollten Gemeinde oder das anscheindent wohlhabende Land Geld haben. Ansonsten Spenden Sammlung organisieren. Oft führen sehr einfache Wege zum Ziel, also was spricht dagegen?

juli_27_04_
juli_27_04_
Grünschnabel
14 Tage 11 h

Soviel ich weiß darf Kopfgeld nur bei ganz bestimmten Vergehen ausgesetzt werden…

Andreas K.
Andreas K.
Neuling
14 Tage 8 h

Dieser Tatbestand sollte reichen, zusätzlich eine Gefahr für die Allgemeinheit. Chemische Kastration in Erwägung ziehen.

Staenkerer
14 Tage 5 h

meistens werd a “kopfgeld” erst ausgewiesn wenn de polizei nimmer weiterkimmt, i vermut das de polizei mehr woas als se preißgib!
i hoff das sie de mander bold findn, bevor se sich no amoll an jemand vergreifn!

natan
natan
Superredner
13 Tage 21 h

@Staenkerer je mehr zeit vergeht und so unwahrscheinlich wird es sein die Täter zu erwischen.

Supergscheider
Supergscheider
Tratscher
14 Tage 5 h

Unser Strafvollzug muss neu geregelt werden ,für dieses Verbrechen lebenslang Arbeitslager oder Isolationshaft ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung .
Es muss jedem klar sein daß bei solchen Verbrechen auch sein Leben ein für alle Mal vorbei ist und er keine Möglichkeit wird haben noch einmal das selbe zu tun.

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