Straßen voller Autos – ein Kommentar

Nichts geht mehr

Donnerstag, 02. September 2021 | 08:54 Uhr

Bozen – Auf Südtirols Straßen ging am Wochenende nichts mehr. Endlos lange Autoschlangen quälten sich im Schritttempo den Hauptdurchzugsrouten entlang. An der Mautstelle Sterzing wurde mit rund 65.000 gezählten Autos sogar der bisherige Rekord des Jahres 2019 geknackt. Was einerseits den zurückgekehrten touristischen Erfolg widerspiegelt, lässt unzählige Autofahrer, aber ganz besonders die Umweltschützer verzweifeln.

Wie nicht anders zu erwarten folgten dem Verkehrschaos die üblichen Schuldzuweisungen. Während die Einheimischen nicht ganz zu Unrecht den Urlaubern, die alle zur gleichen Zeit nach Hause oder an den Gardasee fahren wollen, die Hauptschuld geben, weisen Beobachter darauf hin, dass ein guter Teil des Wochenendverkehrs hausgemacht ist. Wenig überraschend wurden auch erneut Stimmen laut, die eine weitere Autobahnspur und neue Umfahrungen fordern.

Aber auch wenn sie in einzelnen Punkten recht haben mögen, greifen alle bisherigen Argumente und „Lösungsansätze“ zu kurz. Anstatt auf einen weiteren Ausbau des Straßennetzes zu setzen, wäre es umweltfreundlicher und nahe liegender, auf eine Verringerung des Verkehrs hinzuarbeiten. Ähnlich wie im Falle der Flugreisen könnten Urlaubspakete, die eine Anreise mit dem Zug mit einem Shuttledienst und einem Hotelaufenthalt verbinden, beworben werden. Zugleich muss aber auch den Einheimischen bewusst werden, dass die Zukunft nicht mehr darin bestehen kann, für jeden Kilometer das eigene Auto zu benutzen und den Sonntagvormittag auf der Autobahn oder auf der Staatsstraße zu verbringen. Wer mit Freunden oder mit der eigenen Familie in die Bergnatur will, sollte ohnehin immer früh dran sein.

Anstatt Einheimische und Urlauber gegeneinander auszuspielen, wäre es besser, über neue Wege nachzudenken. Diesen Mentalitätswechsel müssen die Menschen, die erkennen sollten, dass andere Verkehrsmittel ebenfalls viele Vorzüge besitzen, aber auch selber vollziehen. Es kann so angenehm und einfach sein. Während der Schreiber dieser Zeilen im Schnellzug sein Frühstück genoss, fiel sein Blick kopfschüttelnd auf die stehende Autoschlange auf der Brennerautobahn.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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18 Kommentare auf "Nichts geht mehr"


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Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
19 Tage 10 h
Hallo @ka (Kommentator) als lebendiger Beweis für den gedächtnisvitalisierenden Effekt von kaltem Forst in klarer Südtiroler Bergluft fällt mir doch sofort ein Jubelperserkommentar des gleichen Kommentators ein der sich nichts sehnlicher wünscht als einen massiven Ausbau des Bozner Flughafens um mit “grossen Maschinen” den Flugpreis von den arg so teuren 179,90 Euro für einen Flug ins geliebte Rom etwas zu drücken. Abschliessend wird das Wachküssen des Flughafens verbunden mit der Hoffnung viele Südtiroler mögen die Fliegerei für einen vorzugsweise Italienurlaub nutzen. https://www.suedtirolnews.it/chronik/grosser-vogel-fuer-grosse-hoffnungen Die endlosen Autokolonnen sind Beleg für Beliebtheit und Ruf Südtirols und das trotz frecher Schmutzkampagnen vornehmlich deutscher Presse… Weiterlesen »
Doolin
Doolin
Universalgelehrter
19 Tage 10 h

…de fohrn alle über Salurn oi Richtung Gardasee und Meer…
😝

Rosenrot
Rosenrot
Superredner
15 Tage 12 h

Flughafen ausbauen und das Problem ist gelöst!

Karl
Karl
Universalgelehrter
15 Tage 6 h

Genau @ Rosenrot. Den von den Hotels zum Flughafen und zurück gehen natürlich alle zu Fuß. Ich hoffe dein Vorschlag war nur Satire.

ahiga
ahiga
Superredner
13 Tage 13 h

@rosenrot
warum ist das problem dann gelöst?
das musst mir erstmal erklären?
wie kommt der tourist dann nach..gröden, seis, meran, ratschings usw..?
taxi? bus?
oder wie?
wieiviele flieger müssten wohl landen, bis alle an dem ort sind, wo sie hinwollen.
nix bringt das mit dem flughafen,,gar nix..
und der deutsch wird sowieso mit dem auto kommen..erstmal muss er es herzeigen, und zweitens ist es bequemer..
weil du an ort und stelle ein fortbewegungsmittel hast..

Krissy
Krissy
Universalgelehrter
5 Tage 10 h

@Karl
Vielleicht baut der B* eine Seilbahn mit Direktanbindung an die Nobelhotels der Stadt.

eisern
eisern
Superredner
19 Tage 10 h

Ich war Gestern mit dem Motorrad in Südtirol unterwegs und habe so viel Verkehr wie noch nie gesehen und das Mitten in der Woche. Ich bin selber Tourist, kann aber jeden Südtiroler verstehen der die Besucher für den Stau verantwortlich macht. Manche Straßen und Pässe sollten aber auch für Wohnmobile gesperrt sein. Mit dem Auto würde ich höchstens Nachts nach Südtirol fahren.

Staenkerer
18 Tage 17 h

i bin vorige woch 20 minuten im bus gsessn für de strecke vahrn-brixen- = 5km, trotz entlostungsumfohrung und busvorzugsspur! und des in an werktog vormitog!

tom
tom
Universalgelehrter
14 Tage 21 h

manche Touristen sind mit den Bergstraßen heillos überfordert

Krissy
Krissy
Universalgelehrter
5 Tage 10 h

@tom
Einheimische aber auch.

Kingu
Kingu
Tratscher
15 Tage 14 h

@Autor wie bitte sollte man diese Aussage werden, eine andere Anreise wählen. Wahrscheinlich für die Einheimischen, die sollen mit Bus und Zug fahren und Platz für die Touristen machen. Immerhin werden sich die Bonzen aus Süddeutschland sicher nicht in einen Zug setzen, um bis nach Bozen und dann in die Täler zu reisen. Man muss halt irgendwann einsehen, dass in Südtirol der Tourismus nicht mehr unter Kontrolle ist, manche Dörfer haben mehr Betten, als wie Einwohner.

stevie
stevie
Grünschnabel
17 Tage 6 h

Werter “ka”, Sie haben vollkommen Recht, mit gegenseitigen
Schuldzuweisungen kommen wir nicht weiter, nur mit gemeinsamen Verhaltensänderungen. Schön dass Sie selbst mit gutem Beispiel vorangehen und den Schnellzug statt des Autos nehmen!

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Grünschnabel
8 Tage 14 h

Alle jammern jedes Jahr herum und die Politik macht konkret gar nichts. So werden wir das Problem nicht lösen. Pässe gehören geschlossen, Tourismuswerbung stoppen, Strassen brauchen Überholbereiche und auch der hausgemachte Verkehr ist enorm. (Siehe im Corona Lockdown, als keine Touristen bei uns waren)
Steine müssen von A nach B, Mich von Bayern nach Südtirol, Mineralwasser von Frankreich nach Tirol, Holz aus Südtirol nach Österreich – danach wieder retour usw. usw.
Diesen Wahnsinn könnte man sofort stoppen… wenn man nur wollte.

Rosenrot
Rosenrot
Superredner
13 Tage 22 h

@Karl: Die Gäste werden mit Shuttlebussen zum Hotel bzw. wieder zum Flughafen gebracht. Wohl noch nie geflogen? 

rex
rex
Grünschnabel
10 Tage 15 h

Wenn unsere Politiker beim Strassenverkehr so ideenreich wären wie bei den ganzen Impfstrategien, dann würden wir nicht im Verkehr versinken.

Rosenrot
Rosenrot
Superredner
13 Tage 5 h

@Ahiga: Vom Flugtourismus scheinst auch Du wenig bis gar keine Ahnung zu haben! 

ahiga
ahiga
Superredner
11 Tage 13 h

@rosenrot..
weiss jetzt nicht, ob ich lachen soll, …
dann erklärs mir bitte ! und schon ist es gelöst.
naja…so an die 200000 km im jahr mach ich halt….insgesamt, mit auto , flieger und bahn..
kannst da mithalten?
ok…selten fernreisen..aber europa kreuz und quer..
also..erklär mir das… oder mehreren…verstehn ja scheints einige nicht was du da gemeint hast..

Einheimischer
Einheimischer
Superredner
10 Tage 4 h

Bozen isch sowieso eine Kaos Stadt…
Angefangen bei den Stadt Chefs….

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