Von: mk
Bozen – Zwölf rechtskräftige Verurteilungen in ganz Italien hat ein 47-Jähriger aus Kampanien bereits gesammelt, nun steht die dreizehnte kurz bevor: Das Landesgericht Bozen fordert drei Monate Haft wegen betrügerischer Zahlungsunfähigkeit. Die Bilanz des Mannes ist beispiellos: Rund 60-mal wurde er in 21 italienischen Provinzen angezeigt, etwa die Hälfte der Anzeigen stammen aus Südtirol. In insgesamt 32 Gemeinden des Landes ist der Mann mittlerweile zur „unerwünschten Person“ erklärt worden.
In der Tourismusbranche ist der 47-Jährige in ganz Italien berüchtigt. Seine Masche war dabei immer dieselbe: Der Mann checkte in Luxushotels ein und übernachtete in Nobel-Suiten. Dabei präsentierte er sich an der Rezeption als Manager bedeutender Firmen und blendete die Angestellten mit seinem eleganten Auftreten sowie einem teuren Auto. Nachdem er tagelang Massagen, Saunagänge und Zimmerservice genossen hat, erfolgte die abrupte Flucht meist im Schutz der Nacht, berichtet die Zeitung Alto Adige.
In der TV-Sendung „La vita in diretta“ verteidigte er sein Verhalten lapidar als „Leichtsinn“ oder „kleine Fehler im Leben eines Mannes“. Am 22. Februar wird in Bozen das nächste Urteil erwartet – das erste von insgesamt vier Verfahren, die ausschließlich Vorfälle in Südtirol betreffen. Erst im Jänner war er in Como zu sechs Monaten Haft und 6.000 Euro Schadenersatz verurteilt worden, nachdem er das „Aria Resort“ in Cima di Porlezza um die Rechnung geprellt hatte.
Trotz zahlreicher Anzeigen kehrte er immer wieder nach Südtirol zurück, um neue Opfer zu suchen. Dabei ging er strategisch vor: Er wählte gezielt Unterkünfte aus, die beim Check-in keine Voranzahlungen per Kreditkarte verlangten. Er begleiche alles bei der Abreise, versicherte er im Hotel. Einen Euro gesehen hat dann allerdings niemand.




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