Meran: Frau attackiert Mutter und Tochter auf offener Straße

Nur Gaffer und keine Zivilcourage

Sonntag, 25. November 2018 | 12:28 Uhr

Meran – Die junge Mutter Sonja Hofer aus St. Leonhard im Passeier hat gemeinsam mit ihrer minderjährigen Tochter ein Geschäft am Meraner Rennweg verlassen, als plötzlich eine unbekannte, wahrscheinlich psychisch kranke Frau auf sie losging und sie attackierte.

Die Angreiferin soll auf ihr Opfer mit Tritten und Hieben eingeschlagen haben, berichtet Südtirol1. Obwohl viele Passanten die Situation beobachtet hatten, half der jungen Mutter und ihrer Tochter niemand.

Auf Facebook machte Sonja Hofer ihrer Enttäuschung Luft.

„Ich habe eine italienischsprachige Frau schreien gehört: ti uccido, bastarda.. stronza… Ich habe mich umgeschaut, um zu sehen, was los ist“, berichtet Sonja Hofer. Auf der gegenüberliegende Straßenseite sei die Frau gestanden und habe auf sie und ihre Tochter gezeigt und die beiden mit der Hand bedroht.

Die junge Mutter forderte ihr Kind auf, die Frau nicht weiter zu beachten. Doch dies half offenbar wenig. „Die Frau war uns total fremd! Wir sind normal auf den Gehsteig weiter. Meine Tochter dann: Mama, die Frau ist jetzt hinter uns und geht uns nach“, berichtet Sonja Hofer.
Die Frau habe immer gleich weiter geschrien. Dann hat die Mutter ihre Tochter am Arm gepackt ist losgerannt.

Auf der Höhe des Theaterplatzes hat die Fremden die Flüchtenden eingeholt. Dann sei alles sehr schnell gegangen. „Ich bin von der Frau geschlagen, gestoßen worden – mit den Hände, den Füßen und ihrer Handtasche! Sie ist dann a auf meine minderjährige Tochter los! Ich habe um Hilfe geschrien, aber niemand (!!!) hat uns geholfen, olle haben nur geschaut, was da passiert!“, berichtet Sonja Hofer.
Niemand sei imstande gewesen, die Notrufnummer 112 zu wählen oder einzugreifen. „Ich haben selbst die die 112 gewählt. Die Carabinieri sind gleich nach nicht einmal zehn Minuten gekommen“, berichtet Sonja auf Facebook. Während sie mit den Carabinieri telefoniert habe, habe die Angreiferin weiter auf sie eingeschlagen.

„Sie drohte damit, mich niederzustechen! Wie haben unglaubliche Angst gehabt“, schreibt Sonja weiter. Einen Mann, der vorbeigegangen ist, habe sie am Arm gepackt und gesagt: „So du bleibst jetzt stehen und hilfst mir!“

Letztendlich wurden die Daten aufgenommen worden, die Mutter wurde mit ihrer Tochter ins Krankenhaus zur Untersuchung gebracht und sie hat Anzeige erstattet.

„Ich habe zahlreiche Prellungen und Blaue. Was ist bei uns los? Ich habe diese Frau nie in meinem Leben gesehen und habe ihr auch nichts getan! Darf sie wahllos Leute erschlagen?“, fragt Sonja empört.

Doch das Traurigste für sie war: „Keiner hilft einem, alle gaffen!“  Nur der Mann, den Sonja Hofer aufgehalten hat, habe reagiert. Bei ihm bedankt sie sich auch überschwänglich.

Bei der Angreiferin handelt es sich um eine Italienerin im Alter von Ende 30. Sie hat hellbraune, lange, glatte Haare und sie trug eine Sehbrille. Die Frau soll auf freiem Fuß geblieben sein.

I muas iats fa an schlimmen Vorfoll erzählen wos meiner minderjährigen Tochter und mir gestern in Stadtzentrum Meran…

Pubblicato da Sonja Hofer su Mercoledì 21 novembre 2018

Doch warum schreiten Passanten in solchen Fällen nicht ein? „Oft liegt es daran, dass man sich als Zeuge unsicher fühlt und nicht weiß, was man machen soll“, erklärt Lukas Schwienbacher vom Forum Prävention laut Südtirol1.

Er empfiehlt Personen, die Zeugen von Gewalt im öffentlichen Raum werden, Hilfe zu organisieren, dabei auf die eigene Sicherheit zu achten und dem Opfer in der Notsituation beizustehen.

Folgende Regeln sollte man beachten: Bleibt in sicherer Entfernung zum Täter. Einen flüchtenden Täter sollte man auch nicht aufhalten. Den Täter sollte man nicht verbal oder körperlich angreifen.

Stattdessen kann man Hilfe rufen, indem man die einheitliche Notrufnummer 112 wählt und andere Menschen auf die Situation aufmerksam macht.

Anschließend sollte man sich um das Opfer kümmern, indem man bei ihm bleibt, bis die Einsatzkräfte eintreffen, und mit ihm spricht und es beruhigt. War man Zeuge des Geschehens, sollte man den Vorfall möglichst genau der Polizei oder den Carabinieri schildern.

Von: mk

Bezirk: Burggrafenamt