Diagnose war falsch

Patientin stirbt an Lungenentzündung – Ärztin verurteilt

Mittwoch, 23. März 2022 | 11:10 Uhr

Bozen – Zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung ist eine Familienärztin am Bozner Landesgericht wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Ihr wurde vorgeworfen, nicht rechtzeitig eine Krankheit diagnostiziert zu haben, die mittels einer einfachen Therapie mit Antibiotika zu lindern gewesen wäre.

In der Nacht vom 30. auf den 31. Jänner 2018 ist eine 45-jährige Boznerin verstorben. Die Frau war verheiratet und Mutter von zwei Kindern, schreibt die italienische Tageszeitung Alto Adige.

Die Ärztin, die auf Grundlage einer Konvention mit dem Sanitätsbetrieb arbeitet, hatte der Frau laut Anklage zuvor bei zwei Visiten erklärt, sie leide lediglich unter einem grippalen Infekt. Dem war allerdings nicht so. Dies konnte durch Gutachter bestätigt werden.

Zunächst soll die Ärztin der 45-Jährigen am Telefon lediglich fiebersenkende Mittel verschrieben haben. Wenige Tage vor der Tragödie soll sich der besorgte Ehemann an den ärztlichen Notdienst gewandt haben, weil das Fieber nach wie vor sehr hoch geblieben war. Dort wurde die Situation zur Kenntnis genommen.

Wegen der familienärztlichen Diagnose sei die Bewertung der Situation allerdings beruhigend ausgefallen. Gleichzeitig riet man dem Ehemann, sich in den kommenden Tagen an den Basisarzt zu wenden.

Rund 18 Stunden vor ihrem Ableben hat die Ärztin die 45-Jährige selbst noch einmal im Rahmen einer Visite besucht. Auch in diesem Fall fiel die Diagnose falsch aus. Offenbar hat sie erklärt, die Lungenentzündung sei beim Abheilen.

Den Gerichtsakten war auch eine SMS beigelegt, die die Patientin nach der zweiten Visite der Ärztin ihrem Bruder geschickt hatte. „Die Lungen sind frei, kein Antibiotikum“, heißt es in der Nachricht. In Wirklichkeit hat sich der Gesundheitszustand der Boznerin rapide verschlechtert. Um 4.00 Uhr in der Früh stellte der Ehemann fest, dass seine Frau nicht mehr in der Lage war, zu atmen.

Sofort wählte er den Notruf und ließ seine Frau mit einem Rettungswagen ins Bozner Krankenhaus einliefern. Doch jegliche Hilfe kam zu spät. Nach zwei Stunden stellten die Ärzte den Tod der Frau fest.

Auch der Vertreter des ärztlichen Notdienstes war angeklagt worden. Für ihn erfolgte vor Gericht allerdings ein Freispruch.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare
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olli
olli
Grünschnabel
2 Monate 2 Tage

bei mir haben sie einen Magendurchbruch mehrere Wochen nicht gesehen im Ultraschall und wieder nach Hause geschickt ……mit Mexalen…bin dann auf der Intensiv aufgewacht, weil meine Freundin mich überrascht hat…..sonst könnt ich das nicht mehr schreiben……bekommen hab ich 400 euro…aber mein Hass ist noch da……

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 2 Tage

Da uch persönlich Lungenentzündung hatte, kann ich nicht nachvollziehen warum die Ärztin auf diese Art und Weise vorging.
Mein Arzt hat mich nach 2 Minuten meiner Schilderung der Symptome in die Klinik verwiesen und ne halbe Stunde später, nach der Untersuchung in der Klinik, mit den Worten , noch 3 Tage zum überleben… , einweisen wollen.
2 Monate ausser Gefecht… Hm…

blumenwiese
blumenwiese
Tratscher
2 Monate 2 Tage

NG@ mir ist es so ähnlich ergangen. Da hat es geheißen: eine Stunde später und es wäre vorbei gewesen. Wenn dies zum jetzigen Zeitpunkt passiert wäre,hätte man mit unserer Geschichte die Zeitungen damit gefüllt. Damals krähte kein Hahn danach und war auch gut so.

Mezcalito
Mezcalito
Superredner
2 Monate 2 Tage

Kein Wunder, dass niemand mehr Arzt werden will!

Ortner
Ortner
Grünschnabel
2 Monate 2 Tage

Wir brauchen solche Ärzte mit Gefahr für die Gesundheit nicht. Frau soll besser Managerin werden.

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 1 Tag

In dem Fall hat in meinen Augen die Ärztin extremst daneben gelegen denn was ist dabei in der Klinik ein paar Bilder zu machen? Auf denen hab selbst ich als Leihe die “Schatten” gesehen!?

Faktenchecker
2 Monate 1 Tag

N.G. Du bist Arzt und Gutachter?

primetime
primetime
Kinig
2 Monate 2 Tage

Meine Kinderärztin das gleiche – nur eine Erkältung. 2 Tage später im spital

WeHaveAProblem
WeHaveAProblem
Superredner
2 Monate 2 Tage

So erging es auch etlichen Covidpatienten. Am Telefon abgespeist mit den Worten “Da kann man nicht viel tun. Abwarten und wenn’s gar nicht mehr geht die Rettung rufen. ” Leider war es dann für einige schon zu spät.

65Wendi
65Wendi
Grünschnabel
2 Monate 2 Tage

Schrecklich,mein Beileid an die Familie,das hätte nicht sein dürfen

knolline
knolline
Grünschnabel
2 Monate 2 Tage

Mir ging es vor 40 Jahren so ähnlich.
Ging damals zur Hausärztin, hatte schreckliche Kopfschmerzen , Fieber Übelkeit, sie sagte eine Magengrippe, nach 1 Woche ging ich wieder hin, mir gings immer schlechter, wieder schickte sie mich mit der gleichen Diagnose heim.
Nach 3 Tagen ging ich in die Notaufnahme: Diagnose Hirnhautentzündung
Gott sei Dank hab ich überlebt. Was zurückblieb, teils Schwindel und Migräne

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

So leid es mir auch tun für die Hinterbliebenen, sehr traurig diese Geschichte!……. Ein Arzt / Ärztin ist auch nur ein Mensch und macht Fehler. Leider können diese Fehler mit dem Tod enden oder sonstige lebenslange Beeinträchtigungen.

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