Von: mk
Innsbruck – Mehr Sicherheit vor Lawinen in Tirol, Südtirol und Trentino: Das ist das Ziel des Euregio-Projekts Cairos. Nach zwei Jahren ist das über das Interreg-Programm der EU finanzierte Projekt nun abgeschlossen und wird von den für die Lawinenkommissionen verantwortlichen Institutionen der drei Länder im Regelbetrieb übernommen. Am Mittwoch, 28. Jänner haben Tirols Sicherheitslandesrätin Astrid Mair, die Direktorin des Amtes für Meteorologie und Lawinenwarnung, Michaela Munari aus Südtirol und der Generaldirektor für Zivilschutz, Forstwesen und Fauna, Stefano Fait aus dem Trentino sowie Fachleute der drei Euregio-Länder in der Axamer Lizum oberhalb von Innsbruck Bilanz gezogen und auf die künftigen Einsatzmöglichkeiten geblickt.
Gemeinsame Ausbildung und Software
Kernpunkte sind eine gemeinsame Ausbildung mit abgestimmten Lerninhalten, neu entwickelte Lawinenszenariokarten sowie eine neue Softwareplattform inklusive App, die sich am Grundsatz „Wahrnehmen, Beurteilen, Handeln“ orientiert. Ab der Wintersaison 2026/2027 werden diese vollumfänglich operativ zur Verfügung stehen. Dank App können die Lawinenkommissionsmitglieder die Situation einfacher einschätzen, direkt vor Ort per Smartphone Beobachtungen eintragen, Beurteilungen erstellen und den Entscheidungsträgern empfohlene Maßnahmen – etwa Straßensperrungen – mitteilen.
Einfacher, effizienter, sicherer: Beispiel mit Nachfrage
Landesrätin Mair verwies auf die besondere Verantwortung der Lawinenkommissionen in allen Euregio-Ländern: „Mit Cairos ist es gelungen, für die Kommissionen grenzübergreifend einheitliche Standards zu entwickeln und ihnen mit der neuen Software ein echtes Multifunktionstool in die Hand zu geben. Damit werden ihre komplexen Aufgaben einfacher, effizienter und sicherer. Lawinen kennen keine Grenzen – deshalb braucht Sicherheit gemeinsame, grenzüberschreitende Lösungen. Cairos zeigt, wie solche Kooperation konkret Leben schützen kann.“
Michela Munari verwies auf die Verantwortung, die den Kommissionsmitgliedern durch die Beratung für die Entscheidungen der Bürgermeister zukommen: „Dank Cairos konnten wir Wissen teilen und darauf aufbauend gemeinsame Instrumente für verschiedene Gebiete mit ähnlichen Problemen finden.“ Die Euregio diene dabei als konkretes Beispiel für eine funktionierende Zusammenarbeit. Tatsächlich gebe es bereits Anfragen aus anderen Gebieten im Alpenraum – darunter Salzburg und Kärnten.
Am Beispiel großräumiger Schneefälle im Alpenraum verdeutlichte Stefano Fait die Bedeutung der neuen Cairos-Instrumente: “Kollegen anderer italienischer Regionen waren erstaunt über die Übersicht, die allein das Trentino und Südtirol dank der von den Lawinenkommission gesammelten Daten über ihr gesamtes Gebiet hatten. Cairos ist ein Beispiel dafür, wie es gelingt, mit Naturgefahren wie Lawinen umzugehen – Gefahren, mit denen man im Alpenraum immer leben muss.“




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