Von: Ivd
Brescia – Eine groß angelegte Polizeikontrolle am Gardasee hat erschreckende Missstände in der lokalen Gastronomie ans Licht gebracht: Bei den am Dienstag durchgeführten Razzien deckten die Behörden nicht nur weit verbreitete Schwarzarbeit auf, sondern auch die illegale Beschäftigung eines erst 16-jährigen Jugendlichen.
Die Kontrollaktion, die auf Anordnung von Bozens Ex-Quästor Paolo Sartori stattfand, richtete sich gezielt gegen städtischen Verfall, Kriminalität und Verstöße gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen in öffentlichen Lokalen. Das Ergebnis war ernüchternd.
Strafe wegen minderjährigem Baarkeeper
In Desenzano del Garda erwischten Beamte der Finanzpolizei einen Gastronomiebetrieb dabei, wie er einen minderjährigen Barkeeper ohne jeglichen Arbeitsvertrag beschäftigte. Der Lokalinhaber muss nun tief in die Tasche greifen: Eine Geldbuße von über 6000 Euro wurde gegen ihn verhängt, weil er die vorgeschriebene Mitteilung über die Arbeitsaufnahme versäumt hatte.
Doch damit nicht genug: Zusätzlich zu der empfindlichen Geldstrafe erwartet den Gastronomen auch ein Strafverfahren. Der Vorwurf wiegt schwer: Er hat es versäumt, sowohl den minderjährigen Mitarbeiter als auch dessen Erziehungsberechtigte über die geltenden Bestimmungen zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zu informieren. Erschwerend kommt hinzu, dass er den unter 18-Jährigen ohne die vorgeschriebene ärztliche Voruntersuchung eingestellt hatte.
Fehlende Arbeitsverträge in Sirmione
Auch in Sirmione schlugen die Fahnder zu: Dort verhängten sie Verwaltungsstrafen gegen ein weiteres Lokal, das zwei Angestellte komplett ohne ordnungsgemäßen Arbeitsvertrag beschäftigte.
Die Kontrollen zeigen, wie tief das Problem der Schwarzarbeit in der beliebten Tourismusregion verwurzelt ist. Besonders brisant: Während sich Urlauber an der malerischen Kulisse des Gardasees erfreuen, werden im Hintergrund grundlegende Arbeitnehmerrechte mit Füßen getreten.
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