Von: apa
Das Winterwetter hat am Freitag für große Probleme und in Linz für einen Toten bei einem Unfall mit einem Räumfahrzeug gesorgt. Außerdem gab es in Tirol vier und in Vorarlberg ein Todesopfer nach Lawinenabgängen. Der Betrieb am Flughafen Wien war stundenlang eingestellt. In ganz Österreich blieben auf den schneeglatten Fahrbahnen Lkw hängen und blockierten Straßen, dazu kamen Unfälle. Österreichweit waren 13.000 Feuerwehrleute im Einsatz. Es gab auch zahlreiche Stromausfälle.
In Wien gab es bis Freitagfrüh bei der Hohen Warte 17 Zentimeter Neuschnee, in St. Pölten waren es 18 Zentimeter in den vergangenen 24 Stunden. Die Wiener Außenring Autobahn (A21) in Niederösterreich war mehrere Stunden lang gesperrt.
Toter bei Unfall mit Räumfahrzeug in Linz
In Linz kam es im Stadtteil Ebelsberg zu einem tödlichen Unfall mit einem Räumfahrzeug. Ein Winterdienstmitarbeiter wurde von einem über Stufen rutschenden Schneepflug überrollt und überlebte den Unfall nicht. Im gesamten Bundesgebiet blieben auf den schneeglatten Fahrbahnen auf vielen Abschnitten Schwerfahrzeuge hängen und blockierten die Straßen, dazu kamen Unfälle. Von Kärnten bis nach Niederösterreich waren etliche Verbindungen nicht befahrbar, informierte der ÖAMTC in einer Aussendung. Geraten wurde, nicht notwendige Wege auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.
Zu Verzögerungen kam es auch im Bahnverkehr: Auf der “neuen” Weststrecke konnten Züge im Bereich Tullnerfeld in Niederösterreich am Vormittag vorübergehend nur eingleisig fahren. Die Fahrzeugstörung wurde inzwischen behoben. Auf der “alten” Weststrecke zwischen Tullnerbach-Pressbaum und Unter Purkersdorf verursachte ein umgefallener Baum eine Oberleitungsstörung, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Gegen 16.00 Uhr war ein Gleis wieder befahrbar, zweigleisigen Betrieb gab es ab 16.30 Uhr.
Fünf Lawinentote
Mehrere Leben forderten Lawinenabgänge in Tirol und Vorarlberg. In St. Anton (Bezirk Landeck) wurden zunächst zwei Todesfälle bestätigt, eine dritte beteiligte Person starb am Abend im Spital, bestätigte die Polizei der APA. Zwei weitere Personen wurden verschüttet und befanden sich in ärztlicher Behandlung. Auch in Nauders gab es zuvor bei einem Lawinenabgang ein Todesopfer.
Wie die Polizei am späten Freitagabend der APA mitteilte, gab es auch im Vorarlberger Bezirk Bludenz einen Lawinentoten. Ein 39-jähriger Snowboarder war am Nachmittag im freien Skiraum von Klösterle von einer Lawine erfasst und getötet worden. Der Schweizer war gemeinsam mit einem 47-jährigen Deutschen unterwegs, er löste das Schneebrett selbst aus. Laut Polizei wurde der Wintersportler rund 250 Meter weit mitgerissen und kam etwa 1,35 Meter unterhalb der Oberfläche zu liegen. Wiederbelebungsmaßnahmen blieben ohne Erfolg, der 47-Jährige wurde nicht verletzt.
Helfer “im Dauereinsatz”
Rettungsdienst sowie Feuerwehr und Polizei seien seit Donnerstagabend “im Dauereinsatz”, berichtete Philipp Gutlederer von Notruf NÖ. Es komme immer wieder zu Verkehrsunfällen im Schneetreiben. Die meisten davon ereigneten sich auf der Autobahn, auch Sattelzüge waren hier involviert. Seit Donnerstagabend rückten in Niederösterreich 950 Feuerwehren zu 790 Einsätzen aus, sagte Klaus Stebal vom Landeskommando zur APA. Der Großteil davon entfiel auf den Süden des Landes, aber auch der Raum St. Pölten und der Bezirk Mödling waren stark betroffen. In Teilen Niederösterreichs kam es zu lokalen Stromausfällen. In den Bergregionen des Bundeslandes lässt der starke Schneefall die Lawinengefahr laut Warndienst auch am Samstag oberhalb der Waldgrenze bei “erheblich” (Stufe 3 von 5) bleiben. Für Sonntag wurde zudem eine steigende Tendenz des Risikos angenommen.
Der Wintereinbruch mit starkem Schneefall bescherte auch in Wien den Einsatzkräften viel Arbeit. Von Donnerstag, 20.00 Uhr, bis Freitag, 8.00 Uhr, verzeichnete die Berufsfeuerwehr 100 zusätzliche Einsätze aufgrund der Witterung. Hauptsächlich handelte es sich um umgestürzte Bäume oder lose Äste sowie Verkehrsunfälle oder hängen gebliebene Lkw, berichtete Sprecher Jürgen Figerl der APA. Massive Probleme gab es bei den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Rund 30.000 steirische Haushalte ohne Strom
In der Steiermark führten die starken Schneefälle – besonders der schwere, nasse Schnee – zu zahlreichen Schäden an Stromleitungen. Die Energie Steiermark verzeichnete Freitagfrüh rund 30.000 Haushalte ohne Strom. Am Nachmittag waren es immer noch etwa 15.000 Haushalte. Besonders die Süd-, Ost- und Weststeiermark sowie der Raum Graz waren betroffen. Die Energie Steiermark verwies darauf, dass an der Behebung der Stromschäden intensiv gearbeitet werde. Sogar zwei Hochspannungsleitungen waren betroffen, was die Wucht der Schneemassen unterstreiche.
Die steirische Landeswarnzentrale gab gegen 8.20 Uhr eine Warnung via AT-Alert auf Mobiltelefone aus und warnte vor umstürzenden Bäumen und abgebrochenen Ästen. Auf nicht unbedingt nötige Autofahrten sollte verzichtet werden. Wälder und Parkanlagen sollten ebenfalls dringend gemieden werden. Der ÖAMTC verwies Freitagmittag auf eine in der Geschichte bisher kaum da gewesene Situation auf den hochrangigen Straßen: “Die Steiermark ist de facto für den Individualverkehr nicht mehr erreichbar”, sagte Harald Lasser vom Verkehrsklub. Sowohl die Pyhrnautobahn (A9), die Ausweichroute über die Semmering Schnellstraße (S6) als auch die Südautobahn (A2) waren teilweise stundenlang an mehreren Stellen blockiert, weil Unfälle passiert oder Fahrzeuge hängengeblieben sind. Lasser warnte eindringlich vor nicht unbedingt nötigen Fahrten.
Das Rote Kreuz Steiermark informierte, dass nicht zeitkritische Krankentransporte in den von der Behörde genannten Regionen vorübergehend nicht durchgeführt werden könnten. Zeitkritische Transporte – insbesondere Dialysefahrten, Strahlentherapien sowie medizinisch dringend erforderliche Fahrten – würden weiterhin uneingeschränkt durchgeführt, besonders Rettungs- und Notfallfahrten. Von Ausfällen betroffene Patientinnen und Patienten würden aktiv vom Roten Kreuz informiert. Dafür wurden Fahrzeuglenker, die im Raum Leoben auf der Autobahn im Stau standen, mit Decken und warmen Getränken versorgt. Laut Landesfeuerwehrverband waren 444 steirische Wehren bis 13.00 Uhr bei 1.427 Einsätzen gefordert.
Einzelne Stromausfälle auch in Kärnten
Auch in Kärnten herrschte wegen der winterlichen Verhältnisse auf mehreren höher gelegenen Straßen zeitweise Schneekettenpflicht. Hängengebliebene Lkw und Unfälle sorgten immer wieder für Verkehrsbehinderungen auf der Südautobahn A2 zwischen der Pack und Klagenfurt. Im Bereich der Landesgrenze war zu Mittag laut ÖAMTC auch der Verkehr auf der Packer Straße B70 zum Liegen gekommen, es staute sich kilometerweit.
Am frühen Nachmittag waren in Kärnten noch 400 Haushalte ohne Strom. Viele Störungen seien behoben worden und neue, insbesondere im Lavanttal und in den Karawanken, hinzugekommen, hieß es seitens der Kelag. Bis zum Abend werde man alle Störungen beheben können. Laut LAWZ hatte es rund 60 Feuerwehreinsätze wegen umgestürzter Bäume und hängen gebliebener Fahrzeuge gegeben, die Situation beruhigte sich im Laufe des Tages.
Auch Burgenland und Vorarlberg betroffen
Im Burgenland sind laut der Landessicherheitszentrale in den vergangenen zwölf Stunden rund 750 Feuerwehreinsätze verzeichnet worden, der Schwerpunkt lag im Mittel- und Südburgenland. Freitagabend blieben rund 25 Straßen gesperrt. Zudem kam es in den Bezirken Güssing und Jennersdorf aufgrund umgestürzter Bäume, die Strommasten beschädigt haben, in rund 6.300 Haushalten zu Stromausfällen. In den betroffenen Gemeinden wurden die Feuerwehrhäuser als Lichtinseln und Anlaufstellen eingerichtet, so das Landesmedienservice.
In Neuhaus am Klausenbach (Bezirk Jennersdorf) sind zudem die Fest- und Mobilnetzanbindung ausgefallen, es wurde daher in der Gemeinde Zivilschutzalarm ausgelöst. Beim dortigen Feuerwehrhaus wurde ein Rettungswagen stationiert, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten. Seitens der Bau und Betriebe Burgenland (BBB) waren seit Donnerstagnachmittag 73 Räumfahrzeuge und rund 300 Personen im Schichtbetrieb im Einsatz. Allein am Freitagvormittag wurden 2.300 Tonnen Salz verbraucht. Aufgrund des starken Windes und möglichem Glatteis rechnen Landessicherheitszentrale und Landesfeuerwehrverband auch am Samstag mit einem erhöhten Einsatzaufkommen.
In Vorarlberg war die Arlbergschnellstraße (S16) nach mehreren Lkw-Unfällen zeitweise gesperrt. Nach dem Dalaaser Tunnel kam ein Lkw bei winterlichen Bedingungen von der Fahrbahn ab und stürzte über eine Böschung. Die Bergung gestaltete sich aufwendig. Ein weiterer Lkw stand infolge eines Unfalls quer über die Fahrbahn, auch hier kam es zu Behinderungen.




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