Gruppe aus Bayern nur knapp Erfrierungen entgangen

Schneesturm in Tirol: Elf Kinder stranden vor verschlossener Hütte

Mittwoch, 18. Februar 2026 | 17:02 Uhr

Von: idr

Innsbruck – Eine Jugendgruppe aus Bayern ist am Montag bei Reutte in Tirol in einen Schneesturm geraten und musste von Bergrettern mit Schneemobilen gerettet werden. Die elf Kinder und Jugendlichen im Alter von acht bis fünfzehn Jahren sowie ihre beiden Betreuer verbrachten die Nacht in einem Notlager im Gemeindeamt Berwang. Alle blieben unverletzt, doch laut Ortsstellenleiter Patrick Gräßle wäre es fast zu spät gewesen: „Viel länger wäre das nicht gut gegangen, dann wären sicher Erfrierungen aufgetreten.“

Die beiden deutschen Betreuer im Alter von 20 und 21 Jahren hatten gegen halb eins mittags den Aufstieg zur Reuttener Hütte auf 1740 Metern gestartet – bei mäßigem Schneefall. Die private Jugendgruppe wollte dort mehrere Tage verbringen. Doch die Wetterbedingungen verschlechterten sich dramatisch: Der Schneefall wurde immer stärker, die Sicht zunehmend schlechter.

Erst gegen 18.00 Uhr erreichte die durchnässte Gruppe die Ehenbichler Raaz Alm auf 1693 Metern – eine Etappe vorher. Doch die Schutzhütte war geschlossen. Montags ist dort Ruhetag. Als die Retter eintrafen, waren alle Gruppenmitglieder „bereits komplett durchnässt“. Die Kinder hatten sich so gut es ging mit ihren Schlafsäcken vor der Kälte geschützt.

Einsatzkräfte retten durchnässte Kinder

Die Betreuer setzten den Notruf ab. Im Einsatz waren elf Bergretter der Bergrettung Reutte, acht Bergretter der Bergrettung Berwang, das Rote Kreuz und die Alpinpolizei. Mit zwei Schneemobilen holten sie die Gruppe über den verschneiten Waldweg vom Berg. Die Rettungsaktion dauerte bis kurz vor 23.00 Uhr. Im Notlager des Gemeindeamts Berwang hatte das Rote Kreuz Feldbetten aufgestellt.

Elf durchnässte Kinder stranden in Tiroler Alpen vor verschlossener Hütte bei Nacht
Bergrettung Reutte

Ob die Tour fahrlässig geplant wurde, prüfen nun die Behörden. Klar ist: Die beiden jungen Betreuer hatten weder den Wetterbericht ernst genommen noch vorab geprüft, ob die Zielhütte überhaupt geöffnet war. Ein Anruf hätte gereicht und elf Kindern wäre eine lebensgefährliche, traumatisierende Nacht im Schneesturm erspart geblieben.

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