Fahrzeug völlig ausgebrannt

Sechs Tote durch gelegten Brand in Schweizer Linienbus

Mittwoch, 11. März 2026 | 15:27 Uhr

Von: APA/dpa/sda

Bei dem gelegten Feuer in einem Linienbus mit sechs Toten am Dienstagabend in Kerzers im Schweizer Kanton Freiburg hat es sich nach Erkenntnissen der Polizei um eine “vorsätzliche Tat ohne ideologisches Motiv” gehandelt. Der Täter war ein “psychisch instabiler” Schweizer und handelte allein, gab die Freiburger Kantonspolizei am Mittwochnachmittag bekannt. Der etwa 60 Jahre alte Mann sei vermutlich unter den Toten. Es deute nichts auf einen terroristischen Hintergrund hin.

Der Täter sei sozial isoliert gewesen. Seine Familie habe ihn als vermisst gemeldet, hieß es bei der Pressekonferenz. Die Identitäten der weiteren Opfer waren noch unklar, es soll sich um Personen der Jahrgänge 1961 bis 2009 handeln. Von den fünf bei der Tat verletzten Personen befanden sich noch zwei im Spital. Zwei der Betroffenen wurden leicht verletzt. Einige der Verletzten hätten in spezialisierte Krankenhäuser nach Bern und Zürich gebracht werden müssen. Alle Verletzten kommen aus der Region, hieß es.

In Sozialen Medien waren dramatische Bilder und Videos von dem brennenden Bus zu sehen. Das Gefährt stand lichterloh in Flammen und brannte völlig aus. Das Wrack des Busses war in der Nacht geborgen worden. Nach umfangreicher Spurensuche wurde die Straße mitten im Ort Mittwochfrüh wieder freigegeben. Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Strafverfahren.

Flammen breiteten sich rasch aus

Der mutmaßliche Brandstifter sei mit Säcken in den Bus eingestiegen und habe sich nach Angaben von Zeugen eigenartig verhalten, sagte der Freiburger Generalstaatsanwalt Raphaël Bourquin am Nachmittag in einer Pressekonferenz. Plötzlich habe sich der Mann mit einer entflammbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet. Der Brand ereignete sich nach Angaben der Polizei am Dienstag um 18.25 Uhr. Das Feuer breitete sich rasch aus.

Warum mehrere Menschen das brennende Fahrzeug nicht verlassen konnten, ist noch nicht restlos geklärt, berichtete Philippe Allain, der Kommandant der Freiburger Kantonspolizei. Die genauen Umstände des Unglücks seien noch nicht völlig klar. Die Polizei sei dabei, Spuren auszuwerten. Ausgewertet würden auch Videos von Überwachungskameras, sagte Generalstaatsanwalt Bourquin.

Der Bus des Unternehmens Postauto verkehrte auf einer Strecke zwischen der Ortschaft Düdigen und Kerzers. Postauto verbindet in der Schweiz vor allem ländliche Gebiete. Kerzers liegt etwa 26 Kilometer westlich von Bern.

Wieder tödliches Feuer in der Schweiz

Erst in der Silvesternacht hatte es in der Schweiz ein schweres Unglück gegeben. Bei einer Silvesterparty war in einer Bar im Skiort Crans-Montana ein Feuer ausgebrochen. 41 Menschen kamen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. “Es bestürzt mich und macht traurig, dass wiederum Menschen in der CH (Schweiz, Anm.) bei einem schweren Brand ums Leben gekommen sind”, schrieb der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin auf der Plattform X.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen