Von: mk
Brixen – Demenz zählt zu den relevanten gesundheitlichen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit. Weltweit leben aktuell über 55 Millionen Menschen mit einer Form von Demenz; diese Zahl wird weiter steigen, verbunden mit einem wachsenden Bedarf an Aufklärung, Diagnose, Betreuung und gesellschaftlicher Unterstützung.
Auch in Südtirol wird das Thema Demenz zunehmend sichtbar. Statistisch gesehen sind in Brixen etwa 390–400 Menschen direkt betroffen, inklusive ihrer Familien, die mit den Herausforderungen der Krankheit leben und tagtäglich einen erheblichen Teil der Pflege und Fürsorge übernehmen.
Um diesem wachsenden gesellschaftlichen Bedarf zu begegnen, informierten kürzlich Direktorin Cusanus Akademie Claudia Santer und ihre pädagogische Mitarbeiterin Benedetta Michelin sowie Dr. Christian Wenter, Facharzt für Geriatrie und Psychogeriatrie, gemeinsam mit der Gemeinderätin Paula Bacher den Stadtrat von Brixen.
Im Zentrum des Gesprächs standen neue Initiativen zur Sensibilisierung der Bevölkerung für Demenz. Ziel ist es, Aufmerksamkeit, Wissen und Empathie in der Gesellschaft weiter zu stärken und neben den medizinischen auch die sozialen und kommunikativen Herausforderungen der Krankheit ins Bewusstsein zu rücken.
„Demenz ist keine normale Begleiterscheinung des Alters, sondern eine ernsthafte Erkrankung, die das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen tiefgreifend beeinflusst“, betont Dr. Wenter. Aufklärung und Sensibilisierung sind entscheidende Schritte, um Fehlwahrnehmungen und Stigmatisierung abzubauen und zu verhindern, dass sich viele Betroffene aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen.
Ein wichtiger Fokus liegt dabei auch auf Alltagskompetenz in der Gemeinschaft: Schon kleine Gesten – wie das bewusste Ansprechen eines älteren Menschen, der verloren wirkt – können Orientierung geben und Isolation vorbeugen. Solche Begegnungen erfordern Verständnis, Sensibilität und eine offene Haltung der Mitbürgerinnen und Mitbürger.
Gerade Familien tragen oft über Jahre eine große Last in der Betreuung von Menschen mit Demenz. Deshalb ist es ein zentrales Anliegen, nicht nur die Erkrankten, sondern auch ihre Angehörigen zu unterstützen.
Die Cusanus Akademie hat in diesem Zusammenhang bereits mehrere Initiativen gestartet. Zusammen mit der Gemeindeverwaltung ist im Herbst eine Infoveranstaltung für die Bevölkerung geplant.




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