425.602 Euro an Strafgeldern in Gemeindekassen gespült

Speed-Boxen: Immer mehr Gemeinden vertrauen darauf

Dienstag, 23. April 2019 | 11:44 Uhr

Bozen – Gemeinden in Südtirol nutzen immer öfter die orangenen Speed-Boxen, um die Geschwindigkeit der Autofahrer zu messen.

Inzwischen gibt es in 46 Gemeinden solche Speed-Boxen. Sie haben voriges Jahr fast 9.000 Mal geblitzt. Die Speed-Boxen haben dabei über 425.602 Euro in die Gemeindekassen gespült.

Auch in diesem Jahr hat die Landtagsfraktion der Süd-Tiroler Freiheit Erhebungen zu den sogenannten Speed-Check-Boxen durchgeführt. Die Süd-Tiroler Freiheit bekräftigt erneut ihre neutrale Haltung gegenüber den Geschwindigkeitskontrollboxen und berichtet über die Erfahrungen der Gemeinden.

Nicht alle Gemeinden hätten vollständige Daten geliefert, betont die Bewegung. “Insgesamt elf Gemeinden verweigerten komplett die Auskunft.” Offiziell setzen 46 Gemeinden auf Speed-Check-Boxen und in 59 Gemeinden verzichtet man bis dato darauf. Im Vergleich zum Jahr 2017 (132 Boxen) wurden weitere 26 der orangen Boxen aufgestellt. Spitzenreiter mit den meisten Boxen im Jahr 2018 ist erneut die Stadtgemeinde Meran: zwölf Exemplare stehen dort. Mit 1.097 Strafen ist die Gemeinde Vahrn an erster Stelle. Und die meisten Gesamteinnahmen verzeichnete die Gemeinde Prad am Stilfserjoch mit 55.797 Euro. In Salurn/Neumarkt ergibt sich mit 84,17 Euro der höchste Durchschnitt bei den Bußgeldern, gleich gefolgt von Leifers mit 80,99 Euro.

Was spricht für Speed-Check-Boxen?

Auch in diesem Jahr führte die Landtagsfraktion Gespräche mit Bürgermeistern, Gemeindesekretären und Gemeindepolizisten. Alle Gemeinden sind sich in einer Sache einig: Die Sicherheit konnte auf jeden Fall erhöht werden. Auch würden die orangen Boxen sehr gut zur Abschreckung dienen und Verkehrsteilnehmer würden sich viel mehr an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Auch bei den Anrainern konnte man mit Lärmreduzierungen punkten. Kurzum: Die Speed-Check-Boxen erfüllen ihren Zweck.

Was spricht gegen Speed-Check-Boxen?

Insgesamt 59 Gemeinden verzichten immer noch auf die orangen Boxen, so die Süd-Tiroler Freiheit. Diese Gemeinden sind sich auch in vielen Punkten einig: Man könne mit Geschwindigkeitstafeln und architektonischen Barrieren im Straßenbereich dieselbe Wirkung erzielen. Auch gibt es Gemeinden, die auf Straßenverengungen setzen und damit gute Erfolge erzielen. Alles in allem gebe es genug Möglichkeiten, auch ohne Geschwindigkeitskontrollboxen die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, sind sich viele Gemeinden einig.

Was sagen die Bürger?

Anrainer von stark befahrenen Straßen bestätigten die erfolgreiche Wirkung der Boxen, um die Geschwindigkeit, und somit die Lärmbelästigung, zu reduzieren. In jenen Gemeinden, die sich gegen die Errichtung von Speed-Check-Boxen ausgesprochen haben, habe die stärkere Präsenz der Polizei zu diesem Erfolg geführt.

Eltern von Schülern und ältere Menschen begrüßen, dass die Sicherheit für Fußgänger in gefährlichen Zonen, sowohl durch die Geschwindigkeitskontrollboxen als auch durch das Errichten von architektonischen Barrieren erzielt worden sei.

Auch wenn für alle die Sicherheit im Mittelpunkt stehe, äußerten dennoch zahlreiche Personen, dass die Strafen bei Verkehrsvergehen in Italien zu hart geahndet würden.

Süd-Tiroler Freiheit verhält sich neutral

Die Süd-Tiroler Freiheit hat eine neutrale, aber kritische Haltung gegenüber den Speed-Check-Boxen. “Bei der diesjährigen Erhebung konnte erneut festgestellt werden, dass sich jede Gemeinde darüber Gedanken macht, wie man die bestmögliche Sicherheit im Straßenverkehr gewähren könne. Ob nun Geschwindigkeitskontrollboxen oder Geschwindigkeitstafeln eingesetzt werden, oder auf andere Maßnahmen gesetzt wird.”

Von: luk

Bezirk: Bozen