Von: luk
Skagen – Die Euphorie war groß: Nach einer wochenlangen Odyssee in der Ostsee mit mehreren Strandungen ist Buckelwal “Timmy” vergangene Woche von privaten Rettern in eine Barge geleitet worden und von den seichten Gewässern vor der Insel Poel bis in die Nordsee geschleppt worden.
Nach der Passage bei Skagen kommt es dann zu Ungereimtheiten: Plötzlich war der Wal am Samstagmorgen nicht mehr in seinem Schwimmtransporter, sondern wurde offenbar früher als geplant in die Freiheit entlassen. Warum das so gehandhabt wurde, soll nun geklärt werden, denn eigentlich hätte der Transport noch einige Seemeilen in Richtung Norden machen sollen.
Was ist mit dem Tracker los?
Dennoch war die Freude zunächst groß, denn der Meeressäuger schien wohlauf zu sein, zu tauchen und zu schwimmen und er blies Fontänen in die Luft. Dann verlor sich seine Spur. Bald schon war klar, dass der am Tier angeheftete GPS-Tracker nicht richtig funktioniert. Er sendet keine Position, sondern nur die Vitalzeichen und diese schienen in den ersten Tag darauf hinzudeuten, dass es Timmy gut geht – dachte man zumindest.
Doch die Zweifel an dieser Aussage werden größer: Das genaue Modell des Geräts ist zwar unbekannt, aber ein normaler GPS- oder Satellitentracker kann keine medizinischen Vitaldaten erfassen, so das ITAW (Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung), zu BILD. Dafür wären spezielle Sensoren nötig. Auch Meeresbiologe Peter Madsen stellt klar, dass es keinen handelsüblichen GPS-Sender gibt, der Vitalwerte eines Wals liefern kann – anderslautende Behauptungen seien schlicht falsch.
Viele offene Fragen
Es stellt sich somit die dringende Frage, ob es dem Buckelwal gut geht und wo er sich befindet. Steckt er womöglich erneut in der Klemme? Lebt er noch? All diese Fragen werden immer lauter.
Die Hoffnung vieler Tierfreunde ist natürlich, dass der Wal in Richtung Norden geschwommen ist, den Atlantik erreicht und dort auf Artgenossen und Nahrung stößt.
Die Bergung des Buckelwals erfolgte trotz zahlreicher Warnungen von Wissenschaftlern und Tierschützern. Laut Greenpeace-Experte Thilo Maack waren die Überlebenschancen von „Timmy“ sehr gering. Dass der Wal mehrfach gestrandet ist, deutet laut Experten darauf hin, dass er schon krank an der deutschen Küste ankam und zudem stark geschwächt war.
Ob man wirklich von einer Rettung sprechen kann, sei im Nachhinein fraglich. Klarheit könnten nur die Positionsdaten bringen, die zeigen, wo sich der Wal aufhält. Erst dann lasse sich einschätzen, ob sich die Belastung für das Tier am Ende gelohnt hat, so Maack.




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