Illegale Waffengeschäfte: Gruber drohen bis zu fünf Jahre Haft

Südtiroler im gleichen Knast wie Maduro und Puff Daddy

Samstag, 11. April 2026 | 10:27 Uhr

Von: luk

Bozen/New York – Ein Südtiroler sitzt im Metropolitan Detention Center Brooklyn in Untersuchungshaft. Manfred Gruber drohen in den USA bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Dem Geschäftsmann wird bekanntermaßen vorgeworfen, Munition im Wert von rund 540.000 Dollar illegal über Italien und Kirgisistan nach Russland exportiert zu haben. Die US-Behörden sehen darin einen Verstoß gegen den “Arms Export Control Act” sowie eine Verschwörung zur illegalen Ausfuhr.

Gruber wurde bereits im Oktober festgenommen, der Fall wurde jedoch erst in den vergangenen Tagen öffentlich. Bei einer ersten Anhörung bekannte er sich Medienberichten für schuldig. Seither sitzt er in Brooklyn in Haft und wartet auf das Urteil.

Das Gefängnis, in dem Gruber einsitzt, gilt als einer der bekanntesten Haftorte der USA. Im Metropolitan Detention Center Brooklyn waren oder sind auch prominente und teils berüchtigte Insassen untergebracht – darunter der mutmaßliche mexikanische Drogenboss Ismael “El Mayo” Zambada, Rap-Mogul Sean “Diddy” Combs alias Puff Daddy, der derzeit mit schweren Vorwürfen konfrontiert ist, sowie Nicolás Maduro. Die Haftanstalt ist bekannt dafür, auch international bedeutende Strafverfahren zu begleiten.

Die FBI wirft dem Südtiroler vor, durch die Lieferungen indirekt den russischen Angriffskrieg in der Ukraine unterstützt zu haben. “Er hat zahlreiche Menschenleben gefährdet”, erklärte Vizedirektor Roman Rozhavsky. Auch das US-Justizministerium betonte die sicherheitspolitische Dimension des Falls.

Brisant sind veröffentlichte Chatnachrichten, die laut Ermittlern zeigen sollen, dass Gruber sich der Illegalität bewusst war, in die er durch sein Handeln getreten war. Darin wird etwa diskutiert, Lieferungen aufzuteilen, damit sie “unauffällig” bleiben.

Ein mutmaßlicher Geschäftspartner aus Kirgisistan wurde bereits im Jänner zu 39 Monaten Haft verurteilt. Gruber selbst könnte – je nach Kooperation und Bewertung des Falls – mit einer Strafe zwischen zwei und fünf Jahren rechnen.

Bezirk: Überetsch/Unterland

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