Erinnerung an „freundliches und zugewandtes Wesen“

Südtiroler Missionar don Pierluigi Sartorel in Brasilien verstorben

Montag, 18. Mai 2026 | 11:55 Uhr

Von: mk

Bozen/Fortaleza – Der aus Bozen stammende Missionar don Pierluigi Sartorel ist am gestrigen Sonntag im Alter von 79 Jahren in Brasilien verstorben. Der Priester lebte und wirkte seit fast fünf Jahrzehnten als Missionar in Brasilien und setzte sich dort besonders für benachteiligte Menschen, Familien, Kinder und Jugendliche ein.

Don Pierluigi Sartorel wurde am 8. Jänner 1947 in Bozen geboren und am 29. Juni 1973 in Brixen zum Priester geweiht. Seit dem 1. September 1977 war er als sogenannter Fidei-Donum-Priester in Brasilien tätig. Als Fidei-Donum-Priester werden Diözesanpriester bezeichnet, die von ihrer Heimatdiözese zeitweise oder dauerhaft für einen missionarischen Dienst in andere Länder entsandt werden. Sein pastoraler Weg führte ihn unter anderem in die Diözese Bom Jesus da Lapa, nach Goiás Velho sowie vor allem in die Erzdiözese Fortaleza, wo er zuletzt als Pfarrvikar der Pfarrei Santa Luzia wirkte.

Neben seiner Tätigkeit in den Pfarrgemeinden engagierte sich don Gigi – wie er von vielen genannt wurde – intensiv in der theologischen und pastoralen Ausbildung. Besonders wichtig war ihm die Arbeit mit der Bibel und die Vermittlung des Wortes Gottes. Er gründete Sommerkurse für Jugendliche und Erwachsene und leitete das Bibelzentrum CEBI in Fortaleza.

Große Bedeutung hatte für ihn auch der soziale Einsatz in den Armenvierteln von Fortaleza. Im Sozialzentrum „Dom Helder Camara“ unterstützte er Familien, Kinder und Jugendliche aus schwierigen Lebenssituationen. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort setzte er sich für bessere Lebensbedingungen und soziale Rechte ein. Für sein langjähriges Wirken wurde er von der Stadt Fortaleza ausgezeichnet.

Viele Jahre koordinierte don Pierluigi Sartorel zudem die Treffen der italienischen Missionare in Brasilien und pflegte den Kontakt zu zahlreichen Missionsstationen im Land. Sein freundliches und zugewandtes Wesen habe ihn weit über die kirchlichen Kreise hinaus geschätzt gemacht.

Die Leiterin des Missionsamtes der Diözese Bozen-Brixen, Irene Obexer Fortin, würdigte den Verstorbenen als „einen Priester mit großem Herzen und großer Nähe zu den Menschen“. Don Gigi habe „mit seiner menschlichen Art, seinem Glauben und seinem unermüdlichen Einsatz viele Menschen geprägt und begleitet“. Besonders hob Obexer Fortin hervor, dass don Sartorel stets „an der Seite der Ärmsten, der Kinder, Jugendlichen und Familien“ gestanden habe. Eigentlich hätte der Missionar in wenigen Tagen nach Südtirol kommen und am traditionellen Missionaretreffen am 26. Mai teilnehmen wollen. Kurz vor der geplanten Reise verschlechterte sich jedoch sein Gesundheitszustand.

Die Begräbnisfeier für don Sartorel findet bereits heute Montag, 18. Mai, in der Pfarrkirche Santa Luzia in Fortaleza statt. Die Beisetzung erfolgt anschließend auf dem Friedhof São João Batista in Fortaleza.

Bezirk: Bozen

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