Anwalt will Berufung einlegen

Südtiroler vergeht sich an neugeborenem Sohn: Zwölf Jahre Haft

Samstag, 28. März 2026 | 11:18 Uhr

Von: mk

Bozen – Das Schwurgericht Bozen hat einen 35-jährigen Südtiroler wegen schweren sexuellen Missbrauchs seines eigenen Sohnes zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Das Urteil fiel damit deutlich härter aus als die von der Staatsanwaltschaft geforderten neun Jahre.

Der Fall, der durch seine besondere Grausamkeit erschüttert, betrifft Missbrauchshandlungen an einem Säugling. Dem Mann wurde vorgeworfen, seinen erst wenige Monate alten Sohn sexuell missbraucht, die Taten gefilmt und das Material anschließend im Internet verbreitet zu haben.

Ermittlungen durch US-Cybersecurity-Experten

Wie die Zeitung Alto Adige berichtet, wurde das Verbrechen durch ein US-amerikanisches Cybersecurity-Team aufgedeckt, das sich auf den Kampf gegen Kinderpornografie spezialisiert hat. Nachdem man auf die hochgeladenen Inhalte aufmerksam geworden war, wurde der 35-Jährige unmittelbar der Bezirksstaatsanwaltschaft Trient gemeldet. Die anschließenden Ermittlungen wurden von der Postpolizei durchgeführt.

Juristisches Tauziehen

Der Angeklagte war bereits in zwei Instanzen im Rahmen eines verkürzten Verfahrens verurteilt worden. Das Kassationsgericht in Rom hob diese Urteile jedoch auf Antrag der Verteidigung teilweise auf und verwies den Fall an das Bozner Schwurgericht. Grund hierfür war die rechtliche Einordnung der Erschwerungsgründe, da das Opfer zum Tatzeitpunkt jünger als zehn Jahre war.

Das Schwurgericht bestätigte nun am Freitag das Strafmaß von zwölf Jahren Haft. Rechtsanwalt Giuseppe Pontrelli, der die Verteidigung des 35-Jährigen vor Gericht übernommen hat, kündigte an, in Berufung zu gehen, sobald die Urteilsbegründung vorliegt. Sein Mandant habe die Tate eingestanden und Reue gezeigt, weshalb man das Strafmaß für überzogen halte, erklärte der Anwalt.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen