Sachverständige ernannt

Tod von Frühchen in Bozen: Autopsie für 20. Mai angesetzt

Dienstag, 05. Mai 2026 | 10:42 Uhr

Von: luk

Bozen – Fast ein Jahr nach dem Tod zweier Frühchen am Krankenhaus in Bozen kommt Bewegung in die Ermittlungen: Die Autopsie der verstorbenen Säuglinge ist für den 20. Mai angesetzt. Erst danach kann die Beerdigung stattfinden.

Die beiden extrem früh geborenen Kinder waren im August 2025 auf der Neonatologie-Intensivstation gestorben. Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte eine bakterielle Infektion die Ursache gewesen sein. Wie es dazu kommen konnte, dass Keime in den hochsensiblen Bereich der Station gelangten, ist Gegenstand eines Verfahrens am Landesgericht. Gegen acht Personen wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

Die zuständige Ermittlungsrichterin ordnete nun die Obduktion an. Neben einem Gerichtspathologen sollen zwei weitere Sachverständige die Untersuchung begleiten, um die genaue Todesursache zu klären. Es handelt sich um den Neonatologen Savino Risso, den Pathologen Gaetano Bulfamante und den Gerichtsmediziner Sabino Pelosi.

Der Fall hatte im vergangenen Sommer weitreichende Folgen: Die Neonatologie musste vorübergehend geschlossen, die kleinen Patientinnen und Patienten auf andere Abteilungen verlegt werden. Anschließend wurde die gesamte Station desinfiziert.

Für die Familie der verstorbenen Kinder ist die Situation weiterhin belastend. Seit fast einem Jahr warten die Angehörigen darauf, Abschied nehmen zu können. Sie hoffen, dass nach der Autopsie endlich die Beerdigung möglich wird.

Die nächste Anhörung im Beweissicherungsverfahren ist für Oktober geplant. Dann könnten weitere Erkenntnisse darüber vorliegen, wie es zu dem tragischen Vorfall kommen konnte.

Bezirk: Bozen

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