Binnen 15 Minuten auf 45 Grad

Tödliche Hitzefalle

Sonntag, 21. Juni 2026 | 08:01 Uhr

Von: mk

Bozen – Nachlässigkeit bei hochsommerlichen Temperaturen kann tödlich sein. Herrschen draußen über 30 Grad, verwandeln sich Autos in wahre Backöfen – mit fatalen Folgen, falls sich Kinder oder Tiere darin befinden.

ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl warnt: “Ein in der Sonne geparktes Auto kann innerhalb weniger Minuten zu einer lebensgefährlichen Hitzefalle für Kinder, Tiere und empfindliche Personen werden. Die Fenster einen Spalt offen zu lassen, hilft so gut wie nichts – die Luftzirkulation ist zu gering.”

Der Mobilitätsclub hat in der Praxis nachgemessen: Oberflächen im Innenraum erhitzen sich binnen fünf Minuten deutlich, die Luft erreicht innerhalb einer Viertelstunde bis zu 45 Grad.

Kinder und Tiere sind bei Hitze noch schneller gefährdet als Erwachsene, ab 45 Grad kann es lebensgefährlich werden.

“Bei Babys kommt noch dazu, dass sie sich nicht wirklich melden können und sehr schnell dehydrieren. Tiere leiden zusätzlich unter ihrem dicken Fell”, betont Kerbl. Seine Empfehlung ist eindeutig: “Auch wenn man nur ‘ganz kurz’ aussteigt, um etwas zu besorgen – es bleibt überhaupt kein Lebewesen im Auto zurück, weder Kind noch Tier.”

Bei längerer Standzeit können Armaturenbrett und Sitze in der prallen Sonne bis zu 80 Grad erreichen, die Luft bis zu 60 Grad.

Was hilft gegen die Hitze?

Hitze hat auch Auswirkungen auf die Fahrer und die Verkehrssicherheit: Ab 30 Grad sinkt die Konzentration, Stress und Aggressionen steigen. Der ÖAMTC-Praxistest zeigt: Silberbeschichtete Folien, außen an der Windschutzscheibe angebracht, senken die Innenraumtemperatur um zehn bis 15 Grad. Schattige Parkplätze reduzieren die Aufheizung zusätzlich und entlasten die Klimaanlage beim Wiedereinsteigen spürbar. Ein nur leicht geöffnetes Fenster hingegen bewirkt kaum etwas, weil die Luftzirkulation zu gering ist.

Richtig reagieren: Was Außenstehende tun können

Wer ein Kind oder ein Tier in einem heißen, geparkten Fahrzeug bemerkt, sollte zunächst versuchen, die Fahrzeughalter ausfindig zu machen oder den Zustand des Kindes beziehungsweise des Tieres einzuschätzen. Besteht unmittelbare Gefahr, ist das Einschlagen der Scheibe als letztes Mittel zulässig.

Ist die Situation noch nicht akut lebensbedrohlich, gilt: zuerst Polizei und Feuerwehr verständigen. Diese können das Kind oder das Tier sicher befreien und die weitere Versorgung sicherstellen.

Bezirk: Bozen

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