Von: mk
Moskau – Kreml-Despot Wladimir Putin sieht sich im fünften Kriegsjahr gegen die Ukraine der Enttäuschung seiner eigenen Bevölkerung ausgesetzt. Schuld daran sind einerseits die zunehmenden Drohnenangriffe der Ukraine auf militärische Einrichtungen und Ölraffinerien in größeren Städten im russischen Kernland. Andererseits trägt auch sein eigenes Verhalten dazu bei. Im Netz äußert sich der Frust oft in Form von hämischen Kommentaren.
Am Rande des Russland-ASEAN-Gipfels in Kasan zeigte sich Putin etwa das erste Mal seit Monaten wieder in der Öffentlichkeit und suchte die Nähe zu Bürgern. Diese empfingen ihren Präsidenten anscheinend voller Jubel. Zu dumm nur, dass Aufnahmen seiner Leibwächter kursieren, die klar und deutlich von „Statisten“ sprechen. Der Spott ließ nicht lange auf sich warten.
Ähnlich wurde sein Treffen mit anderen Staats- und Regierungschefs in Kasan kommentiert. Aufnahmen, die im Internet verbreitet wurden, zeigen den russischen Machthaber breit grinsend mit Kopfhörern in der Hand an einem runden Tisch neben seinen Politikerkollegen aus Südostasien. Dabei sollte Putin das Lachen eher im Hals stecken bleiben. Während Russland an der Front in der Ukraine kaum Fortschritte macht, steigt die Zahl der Opfer in einem Verhältnis an, das sich rational kaum rechtfertigen lässt. Gleichzeitig stand Moskaus wichtigste Ölraffinerie gleich zweimal binnen weniger Tage in Flammen.
Irritiert zeigten sich User auf der Plattform X außerdem über Putins Erscheinungsbild. “Einen Tag, nachdem seine Leibwächter dabei erwischt worden waren, wie sie eine inszenierte Menge begeisterter Fans als ‘Statisten’ bezeichneten, hat ‘Putin’ heute mit den Injektionen übertrieben, wodurch sein Kopf auf eine unmenschliche Größe angeschwollen ist”, lautete ein Kommentar.
Das Aussehen des russischen Diktators befeuerte erneut Theorien über mögliche Doppelgänger – Gerüchte, die vom Kreml bislang stets dementiert wurden. “Ich glaube, das ist der Hauptdouble. Er hat eine fröhliche Art, die sich nur sehr schwer unterdrücken lässt. Außerdem bewegt er sich viel mehr als Putin. Die geschwollenen Wangen sind das Erste, worauf ich achte”, schrieb etwa ein weiterer User.
Wie der “Daily Express” berichtet, hat nun ein ehemaliger Redenschreiber des Kreml-Chefs gegenüber dem ukrainischen Sender “Anyway News” erklärt, der mittlerweile 73-Jährige habe bereits 2022 einen Schlaganfall erlitten. Seine körperliche Verfassung habe sich in den vergangenen Monaten weiter verschlechtert. Konkrete Belege dafür gibt es jedoch nicht.
Drohnenangriffe sorgen für Angst und Häme
Auch der bislang größte Drohnenangriff der ukrainischen Armee auf Moskau, bei dem eine wichtige Ölraffinerie und weitere Ziele getroffen wurden, ging an der Bevölkerung nicht spurlos vorüber. Riesige Rauchsäulen stiegen auf, Bewohner mussten evakuiert werden, während sämtliche Moskauer Flughäfen zeitweise geschlossen wurden.
Die Attacken waren nur wenige Stunden vor Beginn des Gipfeltreffens in Kasan erfolgt, wobei sie Putin in seiner Eröffnungsrede mit keinem einzigen Wort erwähnt hatte. Dennoch zeigten sich die Bürger verängstigt. Ein Mann erklärte gegenüber dem russischen Exeilmedium Meduza gegenüber: „Was mich traf, war nicht die Drohne selbst. Es war das Gefühl, dass vor meinen Augen eine Kulisse verschwindet, die man über viele Jahre aufgebaut hatte. So enden wohl große Illusionen. Nicht laut. Nicht unter Fanfaren. Sondern in dem Moment, wenn man plötzlich den Unterschied zwischen Kulisse und Realität sieht.“
Gleichzeitig zeigten sich einige Bewohner Moskaus darüber erleichtert, dass die ukrainischen Angriffe nicht gegen Zivilisten gerichtet waren. „Man sollte dankbar sein, dass die Ukraine – anders als Russland – tatsächlich militärische Ziele angreift und keine Wohnhäuser und Kulturdenkmäler“, meinte laut Meduza eine Russin.
In den sozialen Netzwerken fielen die Kommentare deutlich hämischer aus. So meinten einige Nutzer angesichts der aufsteigenden Rauchsäulen spöttisch, Moskau sehe nach den Angriffen eher wie Mordor aus, also wie das finstere Ödland im Fantasy-Bestseller „Herr der Ringe“.
Die Auswirkungen der ukrainischen Angriffe zeigten sich Berichten auf Telegram zufolge unterdessen bereits am Freitag, als es zu massiven Warteschlangen an zahlreichen Tankstellen in Russland gekommen sein soll. Immer wieder sorgt die Ukraine mit Versorgungsengpässen an der Zapfsäule. Auch sonst leidet die russische Wirtschaft an den Folgen des Krieges und an den westlichen Sanktionen – was mittlerweile die Zivilbevölkerung immer deutlicher zu spüren bekommt.




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