Flugretter rücken mehrfach aus

Touristin in den Tod gestürzt – Aiut Alpin im Dauereinsatz

Sonntag, 05. Juli 2020 | 10:47 Uhr

Bozen – Auch zu Corona-Zeiten haben die Flugretter des Aiut Alpin Dolomites alle Hände voll zu tun. Im Laufe der vorigen Woche wurde der Rettungshubschrauber des Aiut Alpin mehrmals für Bergeinsätze angefordert.

In Ampezzo auf der Croda Rossa ist ein 66-jähriger Kletterer in der Grohmann-Führe ins Seil gestürzt. Er blieb zwar weitgehend unverletzt, wäre aber ohne Hilfe nicht in der Lage gewesen weiterzukommen. Der Mann und sein Seilgefährte wurden mittels Seilwinde aus der Wand geholt und nach Cortina geflogen. Noch am selben Tag wurde im Ahrntal nach einer abgängigen 40 Jahre alten Touristin gesucht. Sie hatte sich im Griesbachtal von ihrer Familie getrennt und wollte noch bis zum See aufsteigen. Nachdem sie nicht mehr zurückgekommen war, hat der besorgte Ehemann einen Notruf abgesetzt. Die Zentrale 112 alarmierte daraufhin den Aiut Alpin, der zwei einheimische Bergretter an Bord nahm und das Gebiet abflog. Nach kurzer Zeit konnte die Frau unterhalb einer steilen Böschung ausfindig gemacht werden. Sie war vermutlich an die 200 Meter über den Hang gestürzt und konnte leider nur mehr tot geborgen werden. Mittels Seilwinde wurde ihr Leichnam geborgen und anschließend nach St. Johann geflogen, wo Carabinieri und ein Amtsarzt bereitstanden.

Am Samstag wurde man von der Zentrale in Trient gebeten einem 64 Jahre alten Alpinisten aus dem Passeiertal zu Hilfe zu kommen, der beim Aufstieg auf der Südost-Route am Col Becé plötzlich zusammengebrochen war. Mit Hilfe der Seilwinde wurde er aus der Wand geholt und am Rifugio Belvedere abgesetzt, wo er vom Notarzt stabilisiert wurde, bevor er dann ins Krankenhaus überstellt werden konnte. In der Zwischenzeit hat man auch seinen Seilgefährten geborgen. Im Einsatz stand auch die Bergrettung Hochfassatal.

Weitere Einsätze erfolgten auf verschiedenen Wanderwegen. In der Gegend von Gardenacia hat man einer 28-jährigen Frau, die kollabiert war, Erste Hilfe geleistet. Auf dem Santnerpass war eine 47-Jährige schwer gestürzt und musste mit Kopfverletzungen geborgen werden.

Von der Kleinen Cirspitze hatte ein Mann mit Verdacht auf einen Infarkt einen Notruf abgesetzt. Ein Bergretter wurde vor Ort abgesetzt, dieser hat den Mann gesichert und beide wurden in den Helikopter gehievt. Am Grödner Joch, wo der Pilot zwischenlandete, hat der Notarzt den Patienten stabilisiert und dann dessen Überstellung ins Brunecker Krankenhaus angeordnet.

In Lüsen war eine junge Frau von mehreren Wespen gestochen worden. Ihr Gesundheitszustand machte eine unverzügliche Einlieferung ins Krankenhaus erforderlich.

In Ridnaun ist ein 66jähriger Mann vom Pferd gestürzt und hat sich mehrere Verletzungen am Brustkorb und an den Beinen zugezogen. Die alarmierten Sanitäter des Weißen Kreuzes forderten aufgrund seiner kritischen Lage den Einsatz der Flugrettung an. Der Mann hatte sichtliche Atemprobleme und musste vom Notarzt an das Sauerstoffgerät angeschlossen werden und unverzüglich ins Krankenhaus geflogen werden.

In St. Konstantin ist ein 78-jähriger Autolenker mit seinem Pkw von der Straße abgekommen. Mit Hilfe der Feuerwehr und den Rettungssanitätern wurde der Verunglückte aus dem Wrack befreit. Obwohl seine Verletzungen nicht besorgniserregend erschienen, entschied der Notarzt, ihn zwecks näherer Kontrolluntersuchungen ins Krankenhaus zu fliegen.

Unter den insgesamt 16 vom Aiut Alpin in der letzten Woche getätigten Einsätzen betrafen etliche wieder medizinische Notfälle, so in St. Lorenzen, Aldein, Kastelruth, Corvara, St. Ulrich und Tiers. Am Montagabend wurde gegen 22.00 Uhr noch ein routinemäßiger Nacht-Übungsflug vorgenommen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare auf "Touristin in den Tod gestürzt – Aiut Alpin im Dauereinsatz"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
1 Monat 5 Tage

Vielen herzlichen Dank an alle Helfer in Notlagen, seien es nun Flug-, Berg-, See- und Meeresretter, Weißes Kreuz, Feuerwehren und alle anderen Freiwilligen, die uns täglich beistehen.

MarkusKoell
MarkusKoell
Tratscher
1 Monat 5 Tage

R.I.P

wpDiscuz