Don Jimmy Baldo warnt vor Verrohung der Gesellschaft

Trauriger Abschied von Maxim

Donnerstag, 26. August 2021 | 17:23 Uhr

Bozen – Betroffenheit und Trauer haben die Beerdigung am Dienstag in Bozen gekennzeichnet. Der 30-jährige Bademeister Maxim Zanella ist zu Grabe getragen worden. Der junge Mann, der in Bruneck gearbeitet hat, ist bekanntlich am 28. Juli mit einem Messerstich getötet worden.

Rund 500 Personen hatten sich versammelt, berichtet die Tageszeitung Alto Adige. Neben Maxims Angehörigen waren Freunde, Bekannte, ehemalige Lehrpersonen, Gleichaltrige, Familien mit Adoptivkindern, Vertreter des italienischen und ladinischen Alpenvereins, Landesrat Massimo Bessone, der Landtagsabgeordnete Sandro Repetto sowie die Bozner Stadträtin Chiara Rabini.

Bekanntlich war Maxim Zanella in der Wohnung in Bruneck durch einen Messerstich in den Hals getötet worden. Der 23-jährige Tatverdächtige Oskar Kozlowski, der ursprünglich aus Polen stammt, hat ein Geständnis abgelegt. Er hat sich bei den Angehörigen zwar entschuldigt, doch das Tatmotiv ist nach wie vor unklar.

Den Wortgottesdienst auf dem Friedhof hat Pfarrer Don Jimmy Baldo gehalten. Er hat von Wut, Hass und Schmerz gesprochen – von einer Verrohung der Gesellschaft, in der wir leben. Man grüße sich nicht mehr, wenn man auf einen Menschen trifft – auf ein Wesen, das so sei wie wir. Wir würden in einer Welt leben, in der zwischenmenschliche Beziehungen – auch wegen Covid-19 – abgekühlt seien.

Verbale Gewalt sei sehr verbreitet und heize ein feindseliges Klima an. Don Jimmy Baldo betonte, dass er es grundsätzlich für falsch halte, mit einem Messer in der Tasche durch die Gegen zu ziehen. In einer angespannten Situation würden auch harte Worte manchmal als nicht ausreichend empfunden und das Messer werde benutzt.

Carlo Alberto Zanella, der Vater von Maxim, brachte seine Worte zum Abschied nur mit Mühe hervor: „Die Liebe zu einem Adoptivkind kann unendlich groß sein. Manchmal sogar größer als die zu einem biologischen Kind.“

Auch Maxims Schwester Kristina wohnte in der Umarmung ihrer Mutter der Trauerzeremonie bei. Sie und ihr Bruder waren von ihren Eltern als Kind in Russland adoptiert worden.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Pustertal

Kommentare

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8 Kommentare auf "Trauriger Abschied von Maxim"


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hage
hage
Superredner
25 Tage 15 h

Der Tod von Maxim stimmt mich traurig, obwohl ich ihn nicht persönlich kannte.
Ich hoffe, der (Adoptiv)Vater trägt seine Trauer im Herzen, denn die Kleidung (wenn das Foto vom Tag der Beerdigung stammt) zeigt nicht viel Respekt: Bergschuhe und weiße Kleidung…. Ruhe in Frieden Maxim!

sophie
sophie
Universalgelehrter
25 Tage 15 h

@hage

Glaube kaum dass die Kleidung des Vaters etwas mit der Trauer zu tun hat, man muss die Menschen nicht immer an der Kleidung messen…..

und...
und...
Neuling
25 Tage 15 h

wia konnsch überhaup soan sch…. schreiben. viele wünschen sich das man bei der beerdigung net schworz unlegen soll….mein beileid den eltern und der schwester

Roby74
Roby74
Superredner
25 Tage 6 h

@hage
Willkommen im Jahr 2021!😉.Das 18.Jahrhundert ist längst vorbei…Trägst Du die Trauer im Herzen oder auf der Kleidung???
KLEIDER MACHEN LÄNGST KEINE LEUTE☝🏼!
Ein Analphabet kann auch Anzug tragen,deshalb wird er trotzdem nicht Filialleiter in einer Bank z.B.🤣😅😂
Frage mich schon wieso Pfarrer bei einer Beerdigung nicht auch schwarz tragen🤔…..IRONIE!

einesie
einesie
Tratscher
25 Tage 17 h

mir tut des volle load. es isch brutal schlimm a kind afa so a ort und weise zi voliern. und no schlimma wennman net amo in grund kennt warum.
mein beileid neamo na mama und papa und schwester

Evi
Evi
Universalgelehrter
25 Tage 16 h

Möge er in Frieden ruhen 🙏

Nobbs
Nobbs
Tratscher
25 Tage 18 h

Herr gib ihn die ewige Ruhe,lass ihn ruhen in Frieden.🙏

sophie
sophie
Universalgelehrter
25 Tage 17 h

Traurig, oanfoch lei Traurig, oanfoch net zi voschtian..

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