Transport, Lagerung und Verarbeitung waren Thema

Unwetterschäden in Südtirol: Holzexpertenrunde berät

Dienstag, 06. November 2018 | 19:06 Uhr

Bozen – Ging es in den ersten Tagen nach den Unwettern vom 29. Oktober in den beschädigten Wäldern zunächst um die Sicherheit und das Freischneiden von Wegen, stellt sich nun die Frage, wie mit der überaus großen Menge an Holz umzugehen ist, erst danach kommt der Aspekt der Aufforstungen zum Tragen. Diese Vorgangsweise im Hinblick auf die Sicherungs- und Aufräumungsarbeiten sowie der Umgang mit den großen Mengen an Schadholz diskutiert wurde heute (6. November) in den Räumen des Ressorts von Land- und Forstwirtschaftslandesrat Arnold Schuler im Landhaus 6 in der Brennerstraße in Bozen. An dem rund eineinhalbstündigen Treffen beteiligten sich neben Exponenten der Forst- und Landwirtschaftsabteilung und der Landesdomäne auch Vertreter des Südtiroler Bauernbundes, der Sägewerksbesitzer, der Holzarbeiter, des Energieverbandes, des Bereiches Holz im Landesverband der Handwerker. Es sei, wies Landesrat Schuler hin, in dieser Form ein erweiterter Solidaritäts-Tisch, der in dieser Notlage aus der vor drei Jahren eingerichteten Expertenrunde im Bereich Holz herausgewachsen ist. Wichtig sei für die kommende Zeit, dass kein Holz von außerhalb zugekauft werde.

Zunächst, unterstrich Landesrat Schuler, gehe es nun darum, innerhalb der nächsten 14 Tage den Bedarf und die Kapazitäten hinsichtlich Hackschnitzel, Brenn- und Nutzholz zu erheben sowie die Möglichkeit und die Orte der Lagerung. Dabei geht es vor allem auch um die Nasslager, in denen das Holz frisch und weiß gehalten wird und vor Verbläungen oder Käfern verschont bleibt. Auch gelte es, die Richtpreise festzulegen sowie die Möglichkeiten auszuloten, Messungen anders als gewohnt vorzunehmen. Was die Finanzierung betrifft, wird die Möglichkeit eines Rotationsfonds zur Vorfinanzierung von Investitionen und Holzankauf überprüft. Auch in Bezug auf den Transport muss abgewogen werden, wieviel Spielraum der Notstand lässt. “Was jetzt vonnöten ist”, unterstrich Landesrat Schuler, “ist Solidarität und Kommunikation, die Informationen müssen zusammenlaufen”. Ein Managementplan und Leitfaden wird ausgearbeitet, in dem alle besprochenen Aspekte berücksichtigt und festgelegt werden.

Ziel sei es, alles aufzuarbeiten, hob der Vertreter der rund 100 Sägewerkbesitzer Peter Prader hervor. Ein Großteil der Sägewerkbesitzer habe jetzt bereits Holz eingekauft und sei bis zum Frühjahr eingedeckt. Hinsichtlich der Bringungskosten sei zu überdenken, dass diese bei unterschiedlichen Erschwernissen nicht überall dieselben sein könnten. Thomas Egger vom Südtiroler Energieverband erklärte, es bestünden Möglichkeiten zu Pufferkapazitäten. Von den über 70 Fernheizwerken sind 50 Mitglieder des Energieverbandes; dieser wird nun seine Mitglieder nach Lagerkapazitäten befragen. Bauernbundobmann Leo Tiefenthalerunterstrich, dass der Notstand eine entbürokratisierte Abwicklung ermöglichen solle. Nun gehe es hauptsächlich darum, dass Private und Gemeinden mit Unterstützung des Bauernbundes Lagerplätze schaffen und Säge- und Hackschnitzelwerke ebenfalls solche ausfindig machen. Für die Energieversorgung soll regionales Holz verwendet werden. Der Bauernbund ist kapillar aufgestellt und übernimmt Koordinierungsarbeiten mit Unterstützung des Forstdienstes.

Die Arbeitsgruppe trifft sich wieder in zwei Wochen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "Unwetterschäden in Südtirol: Holzexpertenrunde berät"


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buggler
buggler
Grünschnabel
12 Tage 19 h

jo a wahnsinnigs geplärre, 1million m3, bringungskosten laut schuler 50millionen , preis laut rai bozen 58€ sind 58millionen plus landesbeitrag und eigenleistung doch am ende ein gutes Geschäft oder. Ein arbeitnehmer muss um seinen lohn kämpfen wenn der Arbeitgeber in konkurs geht

honsi
honsi
Grünschnabel
12 Tage 18 h

@buggler Wenn das Holz neben dem Sägewerk liegt dann vielleicht. Von Seiten der Fraktionen, welche auch Wälder besitzen und die Schlägerungsarbeiten vergeben, trifft oft der Fall ein, dass das Brennholz(ca 45€ pro m3) das abwirft was die Bringung gekostet hat. Aber man merkt, dass Sie sich nicht viel mit Waldarbeit beschäftigt haben, sondern nur eine Neiddebatte starten möchten.

Bella Bionda
Bella Bionda
Grünschnabel
12 Tage 10 h

@honsi

Danke, hab schon aufgegeben was zu schreiben. Schlimm, dass nur die schreiben, die keine Ahnung haben.

m. 323.
m. 323.
Superredner
12 Tage 2 h

des war eppes für so an Gscheidn wia die !!odr warsch zu Tp. für so a Orbat…

herbstscheich
herbstscheich
Superredner
12 Tage 18 h

der Flughafen Bozen hat Lagerfläche genug …

Steinbock 1
Steinbock 1
Grünschnabel
12 Tage 21 h

bekommen hier private auch brennholz zukaufen und ist ein Problem wegen Transport weiter a Weg

So ist das
So ist das
Superredner
12 Tage 11 h

Jemand macht auf dem Unglück der anderen immer ein Geschäft, mal sehen wer es dieses Mal sein wird.

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