Von: mk
Bozen – Eine Frau, die in den vergangenen Tagen in der Despar-Filiale in der Palermo-Straße in Bozen Zeugin eines versuchten Diebstahls wurde, musste Zuflucht in einer Bar suchen, weil sie anschließend selbst bedroht und verfolgt wurde. Beunruhigend daran ist: Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um Kinder im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren.
Wie die Zeitung Alto Adige schreibt, hat der Betreiber der Bar die Ordnungskräfte verständigt. Die drei Minderjährigen sollen die Frau zunächst verbal angegriffen und anschließend die Verfolgung aufgenommen haben.
De Betreiber zufolge zeigte sich die Frau tief verängstigt, als sie die Bar betrat. Die Minderjährigen seien unterdessen mit ihrem Fahrrad in das Lokal eingedrungen. Auch andere Gäste fühlten sich durch den Tumult sichtlich unwohl.
Trotz ihres jungen Alters zeigte das Trio keine Scheu. Erst nach Minuten voller Anspannung, die von der Überwachungskamera in der Bar aufgenommen wurden, machten die Minderjährigen kehrt.
Nur wenige Tage zuvor hatte sich in derselben Gegend ein weiterer Zwischenfall ereignet: Minderjährige klopften gegen die Scheibe eines Busses – vermutlich, um ein paar Freunde zu grüßen. Weil der Chauffeur so aber nicht starten konnte, stieg er aus. Darauf hätten ihn die Minderjährigen laut dem Betreiber der Bar beschimpft.
Ihm zufolge handelt es sich keineswegs um Einzelfälle. Minderjährige würden immer wieder in Gruppen lautstark durch die Gegend streifen und im schlimmsten Fall in kleinkriminelle Handlungen verwickelt sein.
Im Stadtviertel Europa-Neustift hat Stadtviertelratspräsident Kleodjan Luku die Ordnungskräfte gebeten, mehr Wachsamkeit an den Tag zu legen. Seitdem habe sich die Situation gebessert. Zuvor sei es immer wieder zu Fällen von Ruhestörung, Drogenkonsum und zum Diebstahl von Fahrrädern gekommen. Auch Luku berichtet von Fällen, bei denen vor allem Minderjährige zu den Unruhestiftern zählen.
Ihm zufolge kann man nicht die Verantwortung allein den Schulen zuschieben. Vielmehr brauche es die Zusammenarbeit mit den Familien. „Wenn Kinder im Alter von zwölf Jahren in einem Supermarkt stehlen wollen, bedeutet das, dass so manch Erwachsener versagt“, erklärt er. Im Stadtviertel will man unterdessen Jugendliche verstärkt einbinden und man sucht die Zusammenarbeit mit Streetworkern.




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