Tag der Veterinärmedizinischen Prävention

Vorsorge beschränkt sich nicht auf Behandlung kranker Tiere

Montag, 26. Januar 2026 | 17:37 Uhr

Von: mk

Bozen – Am 25. Jänner 2026 wurde italienweit der erste Tag der Veterinärmedizinischen Prävention abgehalten. Dieser wurde in Italien letztes Jahr eingerichtet und es wurde über 100 Informations- und Aufklärungsveranstaltungen im ganzen Land organisiert.

Prävention ist die Grundlage der modernen Veterinärmedizin und eine wesentliche Säule des Schutzes der öffentlichen Gesundheit, der Tiergesundheit und der Umwelt.

Die Vorsorge im Veterinärbereich beschränkt sich nicht auf die Behandlung kranker Tiere, sondern umfasst auch die Überwachung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten, die Lebensmittelsicherheit, den Tierschutz und den Umweltschutz. Das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) geförderte „One Health“-Konzept erkennt die Wechselwirkung zwischen der Gesundheit von Mensch, Tier und Ökosystem an. In diesem Kontext spielen Amtstierärztinnen und Amtstierärzte eine Schlüsselrolle als Garanten der öffentlichen Veterinärgesundheit und als zentrale Figuren in Präventionsstrategien zur Gewährleistung von Lebensmittelsicherheit, Tierschutz und Gesundheitsüberwachung im Rahmen des „One Health“-Konzepts.

Die Amtstierärztin oder der Amtstierarzt arbeitet im Dienst der zuständigen Behörden, wie Gesundheitsministerium, Regionen, Tierseucheninstitute, Tierärztlicher Dienst, und nimmt Beratungs-, Inspektions-, Überwachungs- und Kontrollfunktionen wahr.

Zu den wichtigsten Aufgabenbereichen gehören:

Lebensmittelsicherheit von Produkten tierischer Herkunft: Überprüfung der Lieferketten von Nutztieren und Agrarprodukten, Überwachung und Kontrolle von Produktionsbetrieben, Schlachthöfen und Verarbeitungsbetrieben, um die Risiken durch Rückstände von Arzneimitteln Pestiziden und Umweltgiften zu minimieren und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen für Produkte tierischen Ursprungs wie Fleisch, Milch, Honig und Eiern zu überprüfen.

Tiergesundheit: Epidemiologische Überwachung, Management von Gesundheitsnotfällen und Prävention von Zoonosen.

Tierschutz: Überwachung der Haltungs-, Transport- und Schlachtbedingungen.

Öffentliche Gesundheit: Zusammenarbeit mit Ärzten, Biologen und anderen Gesundheitsfachkräften im integrierten Risikomanagement und der Vorbeugung von Infektionskrankheiten.

Die präventiven Maßnahmen des amtstierärztlichen Dienstes basieren auf der kontinuierlicheren Überwachung, der Schulung der Akteure im Lebensmittel- und Tierhaltungssektor sowie der Risikokommunikation mit der Öffentlichkeit. Durch Überwachungsprogramme, wie die nationalen Rückstands- und Zoonosenkontrollpläne, werden kritische Probleme, die die Verbrauchersicherheit oder die Tiergesundheit gefährden könnten, frühzeitig erkannt. Weiters wird die Tierernährung, die Antibiotikaresistenz wie auch verschiedene Viruserkrankungen über nationale Kontrollpläne überwacht.

Der wissenschaftliche und multidisziplinäre Ansatz ermöglicht es, Vorsorge in eine Investition für die Gemeinschaft umzuwandeln und so die Häufigkeit von Gesundheitsnotfällen und die wirtschaftlichen Folgen von Nahrungsmittelkrisen zu reduzieren. Angesichts globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Antibiotikaresistenz und neu auftretende Krankheiten – Tierseuchen oder Zoonosen – wird sich die Rolle der Amtstierärztinnen und -ärzte weiterentwickeln. Das Zusammenwirken und die Integration von Wissenschaft, Technologie und Gesundheitsmanagement ist entscheidend, um Prävention immer effektiver und nachhaltiger zu gestalten. Die Digitalisierung veterinärmedizinischer Informationssysteme und der Einsatz von KI-Tools können die epidemiologische Echtzeitüberwachung unterstützen und die Reaktionsfähigkeit der zuständigen Behörden verbessern.

Der Tag der Veterinärmedizinischen Prävention am 25. Januar bietet die Gelegenheit, die oft im Verborgenen stattfindende, aber strategische Arbeit der Amtstierärzte und Amtstierärztinnen hervorzuheben. Sie setzen sich für die öffentliche Gesundheit, für sichere Lebensmittel, gesunde Tiere und eine nachhaltige Umwelt ein. Gemäß der globalen Vision von „One Health“ bedeutet die Förderung einer Präventionskultur, in eine Zukunft zu investieren, in der Mensch, Tier und Umwelt im Gleichgewicht zusammenleben.

Bezirk: Bozen

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