Jeder Fund muss gemeldet werden

Zittern vor neuem invasiven Schädling

Mittwoch, 01. Juli 2026 | 10:45 Uhr

Von: luk

Bozen – Der Japankäfer (Popillia japonica) ist ein aus Ostasien eingeschleppter invasiver Quarantäneschädling. Er richtet an über 300 Pflanzenarten – darunter Obstbäume, Weinreben, Mais – massive Fraßschäden an, weshalb seine Ausbreitung in der EU streng überwacht wird.

Der Japankäfer verursacht etwa im Piemont massive Schäden im Weinbau, auch in der Lombardei, im Veneto, in der Emilia-Romagna und im Friaul ist der Schädling verbreitet. Vor einem Jahr waren vier einzelne Japankäfer an drei Orten in Südtirol gefunden worden, jedoch nur in den von den Pflanzenschutzinspektoren aufgestellten Fallen.

“Wir beobachten diese Entwicklung aufmerksam und behalten die Ausbreitung des Japankäfers durch ein gezieltes Monitoring genau im Blick”, betont Landwirtschaftslandesrat Luis Walcher: “Durch frühzeitiges Erkennen und rasches Melden können wir gemeinsam dazu beitragen, eine Ausbreitung des Schädlings zu verhindern.”

“Der Landespflanzenschutzdienst führt zusammen mit dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau auf Fundstellen verstärkte Kontrollen mit Pheromonfallen durch”, berichtet Stefano Endrizzi, verantwortlich für den Pflanzenschutzdienst in der Landesabteilung Landwirtschaft. Von 15 Fallen wurde nach der Auffindung im Vorjahr auf 24 Fallen aufgestockt, 307 Kontrollen haben der Pflanzenschutzdienst und der Beratungsring bis Ende September durchgeführt.

lpa

“Seit Anfang Juni führen wir wieder Kontrollen durch und haben die visuellen Kontrollen auf 405 erhöht – bisher haben wir keine Japankäfer gefunden”, unterstreicht Endrizzi: “Damit das möglichst so bleibt, haben wir eine Informationskampagne gestartet, mit 5000 zweisprachigen Flyern und Postern, die wir derzeit auf den Raststätten der Brennerautobahn und der Schnellstraße MeBo verteilen, ebenso über Beratungsring, Versuchszentrum Laimburg und unibz.”

Merkmale

Der Japankäfer ist ein nur etwa einen Zentimeter großer, metallisch grün schimmernder Käfer mit kupferbraunen Flügeldecken. Sein auffälligstes Erkennungsmerkmal sind die weißen Haarbüschel an den Körperseiten und am Hinterleib. Er ähnelt auf den ersten Blick dem heimischen Gartenlaubkäfer, richtet jedoch deutlich größere Schäden an: Die erwachsenen Tiere fressen an Blättern, Blüten und Früchten, die Larven im Boden an den Wurzeln von Gräsern und anderen Pflanzen.

Verdachtsfall oder Fund eines Japankäfers melden

Ein Verdachtsfall oder ein Fund eines Japankäfers muss – mit Foto – unverzüglich dem Landespflanzenschutzdienst gemeldet werden: Telefon 0471 415140, E-Mail fitobz@provinz.bz.it

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 4 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen