Wartende Autoreisende wurden versorgt

Zivilschutz zieht Bilanz nach Schneechaos

Sonntag, 03. Februar 2019 | 17:08 Uhr

Bozen – Die außerordentlich starken Schneefällen in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar haben zu enormen Problemen im Straßen- und im Schienenverkehr geführt.

In diesen zwei Tagen waren insgesamt 134 Freiwillige Feuerwehren mit 1600 Wehrleuten im Einsatz, 23 Polizeistreifen mit 70 Polizisten und 20 Einheiten der Carabinieri. Das Weiße Kreuz war mit 25 Fahrzeugen, darunter zwei Ambulanzen, im Einsatz, mit 55 freiwilligen Helfern und vier Sanitätern; sie verteilten 4500 Brote, warme Getränke und 200 Decken. Im Lagezentrum waren 35 Personen tätig.

Im Laufe der Nacht auf den gestrigen 2. Februar wurden in verschiedenen Teilen Südtirols 50 bis 70 Zentimeter Schnee verzeichnet. Daraufhin wurde der Bevölkerungsschutz in all seinen Bereichen aktiviert, darunter auch jener im Hinblick auf die Verkehrssituation sowie der Schneenotfallplan. In diesem Zusammenhang wurden am Freitagnachmittag die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden verständigt, in denen die Schwerfahrzeuge geparkt sind, und darauf hingewiesen, dass diese ehestmöglich zum Einsatz kommen sollten.

Die Verkehrslage auf der Brennerautobahn A22 gestaltete sich sofort kritisch, da einige unzureichend ausgestattete Lastkraftwagen nicht mehr weiterfahren konnten. Es waren zahlreiche Lkw unterwegs, um den Brenner vor Eintreten des Fahrverbots ab 7.00 Uhr am Samstag zu überqueren. Die Verkehrseinsatzzentrale im Lagezentrum in Abstimmung mit der technischen Direktion der Brennerautobahngesellschaft und das Comitato Operativo Autostradale haben die Maßnahmen eingeleitet, um Behinderungen für die Verkehrsteilnehmer vorzubeugen und einzugrenzen und um einen ungehinderten Verkehrsfluss auf der Autobahn wieder herzustellen.

Auf der Autobahn haben infolge der starken Schneefälle die Stürze mehrerer Motorradfahrer, die auf dem Weg zu einem bekannten Treffen in Deutschland (Elefantentreffen) waren, mehrere Schwerfahrzeuge zu abrupten Manövern gezwungen. Dadurch und wegen auf dieser Strecke verbotener Überholmanöver wurden beide Fahrspuren blockiert, Personenkraftwagen wurden dadurch am Weiterkommen gehindert.

Das Zusammentreffen der starken Schneefälle mit dem Urlauberwechsel am Wochenende führte zu einer ungewöhnlich komplexen Situation auf den Straßen. Die ersten Meldungen von hängengebliebenen Fahrzeugen trafen um 6.50 Uhr am Samstag im Lagezentrum ein, das ab 5.00 Uhr früh von der Agentur für Bevölkerungsschutz unter ständiger Einbeziehung des Regierungskommissariats eingerichtet worden war. Das Regierungskommissariat übernahm die Koordination der verschiedenen staatlichen Sicherheitsabteilungen wie Polizei, auch mit Hilfe von Hubschraubern, Verkehrspolizei und Fliegertruppe des Heeres (Aves Altair).

Die ersten Meldungen einer Verkehrsblockade trafen um 7.15 Uhr im Lagezentrum ein und führten umgehend zum Einsatz des Zivilschutz-Versorgungszuges des Weißen Kreuzes. Ab 8.45 Uhr trafen auch Meldungen von medizinischen Notfällen ein, die über mehrere Stunden andauerten. Alle über die Einheitliche Notrufnummer 112 eingelangten Meldungen stellten sich als nicht gravierend heraus und konnten rasch einer Lösung zugeführt werden. Es wurden keine Todesopfer und auch keine Verletzten registriert.

Bericht SchneeeinsätzeZum ersten Einsatz wurden wir kurz nach 02.00 Uhr alarmiert. Immer wieder kam es im Raum…

Pubblicato da Feuerwehr Sterzing su Domenica 3 febbraio 2019

Auch das Schienenverkehrsnetz setzte den Schneenotfallplan in Kraft und sicherte die wichtigsten Verbindungen, wenn auch in eingeschränkter Weise und mit Verspätungen.

Mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehren und des Weißen Kreuzes von Vahrn, Brixen, Klausen, Sterzing, Gossensaß, Schabs und Milland wurden wartende Autoreisende versorgt. Diese Einsätze erwiesen sich als besonders schwierig aufgrund der vollständigen Blockade durch feststeckende Lkw. Einige Autoreisende wurden mit Bussen über die Südspur in Aufnahmezentren in Vahrn gebracht.

Um Mitternacht hat die Tiroler Landesregierung auf Antrag das in Österreich geltende Fahrverbot ausgesetzt und somit den Lkw ermöglicht, über den Brenner zu fahren. Erschwerend kamen der Abgang einer Lawine in Grenznähe hinzu sowie ein schwerer Unfall jenseits des Brenners. Nach Beseitigung dieser Verkehrshindernisse konnte schrittweise die Befahrbarkeit der Nordspur der Autobahn durch Arbeiter der Autobahngesellschaft wieder hergestellt werden.

Alle Einsätze wurden unter Wahrung der Sicherheit der Einsätzkräfte und der Betroffenen durchgeführt.

Im Verlauf dieser Ausnahmesituation wurde auch in Durnholz eine Lawine verzeichnet, durch deren Abgang aber niemand verletzt wurde.

Der Netzbetreiber Edyna verzeichnete um 6.00 Uhr früh am Sonntag etwa 80 Kunden ohne Stromversorgung, zu diesem Zeitpunkt wurde bereits an der Wiederherstellung der Stromversorgung gearbeitet.

Auf der Nordspur der Brennerautobahn hat sich die Anzahl der zwischen der Fahrspur und der Notspur geparkten Sattelschlepper verringert; die Nordspur der Autobahn ist derzeit auf einer Fahrbahn geöffnet. Zeitgleich wird an der Öffnung der Staatsstraße 12 zwischen Sterzing und Brenner gearbeitet.

Auf der Eisenbahnstrecke ist der Güterverkehr Richtung Norden noch unterbrochen. Auch die Regionalzüge nach Lienz in Osttirol verkehren derzeit nicht.

In der Verkehrseinsatzzentrale und dem bei der Berufsfeuerwehr angesiedelten Lagezentrum wurden Maßnahmen bewertet, um eine reibungslose Wiederaufnahme des Schwerverkehrs in Richtung Norden zu ermöglichen.

Die Lawinenwarnstufe liegt derzeit bei Stufe 3 (Orange), während der Zivilschutzstatus bei der Aufmerksamkeitsstufe Alfa bleibt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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19 Kommentare auf "Zivilschutz zieht Bilanz nach Schneechaos"


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DeziBel
DeziBel
Grünschnabel
20 Tage 3 h

warum am Freitag soviele LKW ohne entsprechende Ausrüstung noch Richtung Brenner gelassen wurden, ist wohl dem dauerhaften Druck der Frächterlobby auf Politik und A22 geschuldet. Die Frächter würden am liebsten Tag und Nacht sieben Tage die Woche fahren. Ohne jegliche Rücksicht auf die Anrainer. Der LH soll seine im Jahr 2018 verkündeten Maßnahmen zur Reduktion des Transitproblems endlich umsetzen. Taten statt Worte! Dann gibt es auch nicht mehr ein Chaos in diesem Ausmaße

Kurt
Kurt
Kinig
20 Tage 1 h

@Dezibel, wehret den Anfängen, ja da wäre etwas dran gewesen 😊

Buggi
Buggi
Neuling
20 Tage 1 h

ordentlich Strafen die Frächter

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
20 Tage 1 h

Ihr träumer, und außerdem wollten diese fahrer genau WEGEN dem Fahrverbot in Österreich nicht abwarten, fahrverbote REDUZIEREN den Verkehr nicht, sondern KONZENTRIEREN ihn. Reduziert euren konsum dann brauchts weniger Lkws

DeziBel
DeziBel
Grünschnabel
20 Tage 37 Min

es geht primär um die vermeidung von umwegverkehr der anscheinend ca. 30% des LKW Aufkommens ausmacht..wenn der mal weg wäre wirds auch kaum mehr blockabfertigungen brauchen.

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
19 Tage 22 h

@DeziBel angeblich, das wird un aber nur vorgemacht, di transportsubventionen der eu sind abzuschaffen, dann haben wir 30% weniger lkws. Aber 100 km über den brenner machen wegen ein bisschen maut sparen, das macht niemand. So hoch kann die maut anderswo garnicht sein!

marc16
marc16
Neuling
20 Tage 3 h

komplexe situation auf den straßen 🙈😨
war gscheider gwesn es regierungskommissariat hätte die wettervorhersage glesn…

oli.
oli.
Universalgelehrter
20 Tage 2 h

Da wird über den Süden hergezogen , aber der Norden kann es ja auch nicht besser .

Schnuggi
Schnuggi
Grünschnabel
20 Tage 1 h

Ich täte sagen diese LKW Fahrer die das Chaos verursacht haben hätten sollen diese Wettervorhersage besser lesen und darauf achten. Schliesslich wurde dieser schlecht Wetterwechsel schon fast eine Woche vorher angekündigt !

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
20 Tage 1 h

… und die Autobahn für LKWs gesperrt!!

brutus
brutus
Tratscher
20 Tage 3 h
s Grundübel sind hirnlose Lkw Fahrer die ohne Ketten weiterfuhren. Im Vinschgau (war selber als Pkw Fahrer mit Ketten unterwegs und Augenzeuge der dortigen Situation) wurden vor der Industriezone Vetzan riesige Hinweisschilder mit Warnlampen aufgestellt und auf den Kettenmontageplatz im Industriegebiet hingewiesen. Fuhr weiter nach Schlanders und Lkw blieben hängen …natürlich ohne Ketten! Warum stellt man vor dem Kettenmontageplatz keine Ordnungskräfte auf und lässt die Lkw ohne Ketten einfach nicht weiterfahren (Feuerwehrleuten wird der Stinkefinger gezeigt; weiß ich aus eigener Erfahrung bem Unwetter Ende Oktober Sperre Latschander, wo die Ordnungskräfte versagt haben und diesen Dienst die Freiwilligen Feuerwehren übernehmen mussten).… Weiterlesen »
efeu
efeu
Superredner
20 Tage 2 h

Ach so jetzt kriegt schon wieder der Landeshauptmann die Schuld. Bald wird es nur mehr peinlich.

Iatz woll
Iatz woll
Grünschnabel
20 Tage 2 h

Ein großes Lob den ganzen Freiwilligen, betone FREIWILLIGEN, die sich für die Allgemeinheit opfern!
An die Herren/Frauen Politiker, man sollte jeden einzelnen mit einem Dankeschönbrief anschreiben!

ghostbiker1
ghostbiker1
Grünschnabel
20 Tage 2 h

isch jo nimmer normal so a Casino,30% der LKW ohne Winterausrüstung unterwegs

TiRoli
TiRoli
Grünschnabel
19 Tage 12 h

Aber lei die üblichen aus Ost-Europa

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
20 Tage 2 h

Es ist wohl an der Zeit, die Situation der vergangenen Tage genau aufzuarbeiten ohne schönzureden oder sich übermässig zu loben.
Übrigens, Notfall-Pläne sollten alles berücksichtigen, auch die Unvernunft von Verkehrsteilnehmern.

wouxune
wouxune
Tratscher
19 Tage 23 h

Danke in olle Helfer!!! Zum schamen und totales Versagen der Obrichkeiten

Don Giovanni
Don Giovanni
Tratscher
20 Tage 46 Min

Jo jo wor 💩 wetter!!!!

maikaefer8
maikaefer8
Grünschnabel
19 Tage 11 h

Lkws vor der Steigung anhalten und an den paar Einfahrten danach (Brixen,Sterzing….)vor den Zufahrten zur Autobahn einen Hansel hinstellen der Lkws am Auffahren hindert. Wäre ganz einfach und sicher billiger gewesen.

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