Donna Leon hat 30 Jahre in Venedig gelebt

Donna Leon hält wenig von Eintrittsgebühr in Venedig

Mittwoch, 29. Mai 2024 | 08:58 Uhr

Von: APA/dpa

Die Bestsellerautorin und Venedig-Kennerin Donna Leon (81) hält wenig von dem neuen System mit Eintrittsgebühren an bestimmten Tagen in Venedig, mit dem die Stadt die Zahl der Touristen besser lenken will. “Fünf Euro, das wird kaum etwas ändern”, sagte Leon. “Und die Behörden wollen doch auch gar nicht, dass es funktioniert: Sie wollen den Tourismus nicht stoppen. Sie wollen mit den Besuchern Geld machen.”

Leon hat 30 Jahre in Venedig gelebt und dort ihre erfolgreiche Krimiserie um Commissario Brunetti begonnen. Der neueste Band trägt den Titel “Feuerprobe” (Erscheinungsdatum: 29. Mai). 2007 wich Leon vor den immer größeren Touristenströmen in die Schweiz aus. Die Zahl der Touristen zu reduzieren sei eine unlösbare Aufgabe, meinte sie. Eine höhere Gebühr wäre unfair. “Sollen es sich dann nur reiche Leute leisten können, hinzufahren?”, sagte sie. Jeder habe das gleiche Recht, Schönheit (wie in Venedig) zu bewundern. Wenn die Flut an Reisenden dann genau diese Schönheit zerstöre, könne man nichts daran ändern.

Die Tagesgebühr für Touristinnen und Touristen, die seit dem 25. April eingehoben wird, hat den Massentourismus jedenfalls nicht eingedämmt. Am Sonntag vor zwei Wochen wurden 70.000 Eintritte gemeldet, im Vergleichszeitraum 2023 waren es 65.000 gewesen. Dies bezeuge, dass das System der Tagesgebühr nicht funktioniere, beklagte auch die oppositionelle Stadtratsgruppe “Tutta la Città insieme” (Die gesamte Stadt vereint) bei einer Pressekonferenz am 20. Mai in Rom.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar auf "Donna Leon hält wenig von Eintrittsgebühr in Venedig"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Chrys
Chrys
Universalgelehrter
22 Tage 19 h
Wenn ich auf den Espresso auf dem Markusplatz verzichte dann kann ich mir locker 2 Tickets kaufen. Dieses Besucherticket ist nur eine neue, sinnlose Steuer. Wahrscheinlich wird das ganze Handling und Controlling mehr kosten als das es bringen wird. Und die größte Frage bleibt, WER alles muss bezahlen?  Genau das selbe wie mit der Maut auf den Dolomitenstraße. WER wird da als Einheimischer eingestuft? Wenn wir so laut fordern dann sollten wir uns dann auch für deren Folgen bewusst sein. Der all so viel kritisierte “Qualitätstourist” wird die paar € locker bezahlen, aber Herr und Frau Südtiroler werden wohl auf… Weiterlesen »
wpDiscuz