Alice Neri wurde ermordet und verbrannt – VIDEO

Dramatische Wende: 29-Jähriger des Frauenmordes verdächtigt

Samstag, 10. Dezember 2022 | 08:11 Uhr

Concordia sulla Secchia/Ravarino – Drei Wochen lang ist nach dem Mörder der 32-jährigen Mutter Alice Neri intensiv gefahndet worden. Die ermittelnden Carabinieri werteten tagelang Aufnahmen von Überwachungskameras aus, befragten ihre Angehörigen, Freunde und Arbeitskollegen und glichen alle Aussagen mit den Bildern der Kameras und den von den jeweiligen Smartphones angedockten Datenüberträgern ab.

Nachdem der Ehemann und ein Freund, mit dem sie stundenlang an einem Tisch gesessen, geplaudert und dabei einige Spritz getrunken hatte, als mögliche Täter ausgeschieden waren, konzentrierten sich die Carabinieri auf einen „dritten Mann“. Nach Auswertung aller Spuren verdichteten sich die Hinweise, nach denen die 32-jährige Mutter einer vierjährigen Tochter von einem 29-jährigen Tunesier ermordet worden sei. Der 29-Jährige, der sich in Italien illegal aufgehalten hatte und dem eine Abschiebungsanordnung zugestellt worden war, hatte sich mit Alice Neri und ihrem Freund zugleich in der Bar befunden.

ANSA/FACEBOOK ALICE NERI

Am Freitag, dem 18. November gegen 21.00 Uhr fiel einem Spaziergänger an einem abgelegenen Ort in der ländlichen Umgebung von Concordia sulla Secchia ein noch rauchendes ausgebranntes Autowrack auf. Als die verständigten Feuerwehrleute und Beamten der Carabinieri den Kofferraum des ausgebrannten Kleinwagens öffneten, machten sie eine grausige Entdeckung. Im Kofferraum lag eine verbrannte Frauenleiche. Als Besitzerin des Kleinwagens, ein blauer Ford Fiesta, konnte schnell die 32-jährige Alice Neri aus dem weniger als 30 Kilometer vom Fundort entfernten Ravarino ausgeforscht werden. Die 32-jährige Mutter eines vierjährigen Mädchens war von ihrem Ehemann Nicholas Negrini am Freitagmorgen als vermisst gemeldet worden.

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Die Spuren der jungen Mutter verlieren sich am frühen Freitagmorgen in Concordia sulla Secchia. Wie der Inhaber einer Bar in Concordia den Carabinieri gegenüber berichtete, hatte sich Alice Neri am Donnerstagabend kurz vor 20.00 Uhr in der Bar mit einem Mann, bei dem es sich um einen Freund gehandelt hatte, getroffen. Dem Baristen zufolge hatten die beiden stundenlang an einem Tisch gesessen, geplaudert und dabei einige Spritz getrunken. Erst nach der Schließung der Bar am frühen Freitagmorgen nach 2.00 Uhr hatten sich die Wege der 32-Jährigen und des Mannes, den sie offensichtlich kannte, getrennt.

Der betreffende 30-jährige Mann aus dem nahen San Possidonio wurde von den Carabinieri stundenlang verhört, wobei auch seine Wohnung näher in Augenschein genommen wurde. Gleich wie der Ehemann der Ermordeten wurde aber auch der 30-Jährige, der offenbar glaubwürdige Angaben zur mutmaßlichen Tatzeit machen konnte, nicht in Gewahrsam genommen. Zudem verlief die Fahndung im Arbeitsumfeld des Opfers – Alice Neri hatte in einem metallverarbeitenden Betrieb als Lackiererin gearbeitet – bisher im Sande. Auch ein Arbeitskollege, der die 32-Jährige sexuell belästigt und der deshalb eine schriftliche Rüge erhalten hatte, schied offenbar als möglicher Täter aus.

In der Tat bestätigte die Auswertung der Überwachungskameras, dass der Freund, ein Sarde, nach der Schließung der Bar in Richtung seines Wohnorts gefahren war. Alice Neri hingegen war noch etwa zehn Minuten im Auto auf dem Parkplatz vor der Bar geblieben. Wenig später hatte eine Überwachungskamera die Abfahrt ihres Ford Fiesta gefilmt. Aufgrund der Dunkelheit und der Unschärfe der Bilder ist nicht zu erkennen, wer den Kleinwagen gesteuert hatte.

Laut aus Ermittlerkreisen durchgesickerten Informationen konnte nach der Auswertung aller Bilder der Überwachungskameras und der Aussagen mehrerer Zeugen ein 29-jähriger Tunesier als mutmaßlicher Täter identifiziert werden. Der Tunesier hatte zur selben Zeit wie Alice Neri und ihr Freund dieselbe Bar besucht. Laut der Vermutung der Carabinieri ist der Mann nach der Abfahrt des Freundes in das Auto des Opfers eingestiegen und soll die 32-Jährige – aus bisher ungeklärten Gründen – zum späteren Fundort der Leiche gebracht haben. Berichten zufolge hatten sich die beiden nicht gekannt.

Der 29-Jährige, dem eine Abschiebungsanordnung zugestellt worden war, hatte sich in Italien illegal aufgehalten. Am Tag nach dem Auffinden der Leiche hatte der Tunesier seine Wohnung verlassen und war ins Ausland – vermutlich nach Tunesien – geflüchtet. Die Wohnung des Tunesiers, die sich in der unmittelbaren Umgebung des Fundorts der Leiche befindet, wurde in den letzten Stunden durchsucht. Gegen den 29-Jährigen wurde wegen Mordes und Zerstörung einer Leiche ein Justizverfahren eingeleitet. Derzeit setzen die Staatsanwaltschaft und die Carabinieri von Modena alles daran, den derzeitigen Aufenthaltsort des Mannes herauszufinden.

In Ravarino ist die Trauer um Alice Neri groß. Um der jungen Mutter eines vierjährigen Mädchens zu gedenken, wird in Ravarino am Sonntag ein Trauermarsch stattfinden.

Von: ka

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4 Kommentare auf "Dramatische Wende: 29-Jähriger des Frauenmordes verdächtigt"


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Selbstbewertung
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Superredner
1 Monat 23 Tage

Es bedarf dringend eines europäischen Abschiebeabkommens mit möglichst vielen Herkunftsländern. Diese sind an konkrete Wirtschaftshilfen und Handelsabkommen zu koppeln. Daneben ist die legale Einwanderug aus solchen Ländern transparent und grundsätzlich zu erlauben. Teilweise brauchen wir sie, teilweise gebietet es unsere Ethik. Nur so kann konsequenter gegen straffälluge Migranten vorgegangen und die Integration durch entsprechende Vorbereitung verbessert werden. Trotzdem ist auch hier – wie eigentlich immer- vor einer pauschalen Verurteilung ganzer Volksgruppen zu warnen. Dafür gibt es immer zu viele Ausnahmen, denen nicht Unrecht getan werden darf.

Pasta Madre
Pasta Madre
Tratscher
1 Monat 23 Tage

Traurig wie mit Frauen umgegangen wird, einfach wiederwärtig.

Trotzdem wieso durfte er zu ihr ins Auto steigen.

traktor
traktor
Kinig
1 Monat 22 Tage

pastasciutta@
in einigen orten sind die menschen in der entwicklung stehen feblieben und benehmen sich wie tiere…. schauderhsft das es sowas in europa geben darf…

Tschtutsch
Tschtutsch
Grünschnabel
1 Monat 22 Tage

Vielleicht wor die Beifohrertir offen und isch unerlabb ingstiegn…

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