Von: apa
Ein Erdbeben der Stärke 4,4 hat Donnerstagfrüh das Gebiet rund um den “Supervulkan” bei Neapel erschüttert. Das Epizentrum lag in einer Tiefe von drei Kilometern im Gebiet der Phlegräischen Felder und wurde klar auch in Neapel selbst gespürt. Der Erdstoß sorgte für Aufregung unter der Bevölkerung, es gab jedoch keine Meldungen von Verletzten oder größeren Schäden.
Auf das erste Erdbeben folgte ein weiterer Erdstoß mit Stärke 2,1, wie das italienische Institut für Geologie und Vulkanologie mitteilte. Bewohner flüchteten auf die Straße. Die Schulen bleiben geschlossen, das Bahnnetz wurde kontrolliert.Schulen wurden geschlossen”Es war ein starkes Erdbeben. Wir sind unterwegs, um eventuelle Schäden zu begutachten”, teilte der Bürgermeister von Bacoli – einer Gemeinde im Phlegräischen Gebiet – Josi Della Ragione über seine Social-Media-Profile mit. “Ich stehe in Kontakt mit der Präfektur von Neapel, dem Zivilschutz der Region Kampanien und dem Vesuv-Observatorium, um die Lage zu überwachen. Ich bin mir der Sorgen, die jeder von uns in diesen Minuten empfunden hat, absolut bewusst, aber ich rufe die Bevölkerung zur Ruhe auf”, so der Bürgermeister.
Die Phlegräischen Felder, ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität, werden seit geraumer Zeit von vielen Erdbeben heimgesucht. Meistens sind es kleine und kaum spürbare Erschütterungen, die die Erdkruste in dem Areal schwächen. Seit elf Jahren gilt für das Gebiet die Alarmstufe Gelb, die zur Vorsicht aufruft. In den vergangenen Monaten kam es jedoch auch zu stärkeren Erdstößen. Am 30. Juni 2025 war ein Erdbeben der Stärke 4,6 gemeldet worden, das stärkste der vergangenen 40 Jahre.
Die italienische Regierung stellte im Februar 2025 rund 184 Millionen Euro für das Gebiet um den “Supervulkan” bei Neapel bereit. So sollen 50 Projekte im Areal der Phlegräischen Felder finanziert werden, um die Auswirkungen der ständigen Erdbeben auf Gebäude und Infrastruktur in der Gegend zu verringern.
Das Erdbeben hat erneut die Aufmerksamkeit auf eines der größten Supervulkan-Systeme Europas gelenkt. Fachleute ordnen die Erschütterung in die anhaltende seismische Aktivität der sogenannten „Campi Flegrei“ ein, die seit Jahren von Hebungen des Bodens und Spannungen im Untergrund begleitet wird.
Nach aktuellem Stand gibt es jedoch keine Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch, auch wenn die Entwicklung von den Behörden und Forschungseinrichtungen weiterhin genau überwacht wird.




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