Von: apa
Nach der Trennung von der umstrittenen Dirigentin Beatrice Venezi macht sich das Opernhaus La Fenice in Venedig auf die Suche nach einem neuen Musikdirektor. Er oder sie soll das Amt im Oktober übernehmen und zwar bis März 2030. Die Zeit ist knapp: Intendant Nicola Colabianchi muss sich nun in relativ kurzer Zeit entscheiden.
Das Opernhaus in der italienischen Lagunenstadt hatte am Sonntag die Zusammenarbeit mit der 36-jährigen Venezi beendet. In einer Mitteilung erklärte das Theater, die Entscheidung sei nach wiederholten Äußerungen der Künstlerin gefallen, die als “offensiv und schädigend für den künstlerischen und professionellen Wert” des Hauses und seines Orchesters bewertet wurden.
Venezi hatte Orchester des Fenice-Theaters scharf kritisiert
Diese Aussagen seien mit den Grundsätzen der Institution und dem Respekt gegenüber den Orchestermusikern nicht vereinbar. Auslöser war laut italienischen Medien ein Interview Venezis vom 23. April in der argentinischen Zeitung “La Nación”, in dem sie das Orchester des Theaters offen kritisiert hatte. Die Stiftung betonte abschließend ihr Ziel, ein Arbeitsumfeld zu sichern, das auf Respekt, Zusammenarbeit und künstlerischer Exzellenz basiert.
“Ich habe keine Protektion, das ist der Unterschied. Ich komme nicht aus einer Musikerfamilie. Und das ist ein Orchester, in dem Positionen praktisch vom Vater an den Sohn weitergegeben werden”, sagte sie im Interview mit “La Nación”. Fenice-Intendant Colabianchi distanzierte sich von dieser Aussage. Er erklärte, er teile diese Einschätzung nicht und hob zugleich die “hohe Qualität” des Orchesters hervor.
Bereits seit September gab es Spannungen zwischen Teilen des Orchesters und der Leitung im Zusammenhang mit Venezis Ernennung. Musiker hatten die Personalentscheidung kritisiert und ihre fachliche Eignung für das traditionsreiche Haus infrage gestellt.
Italiens Kulturminister Alessandro Giuli stellte sich hinter die Entscheidung der Opernstiftung und sprach von einem autonomen Beschluss der Leitung. Die Gewerkschaft, die die Orchestermitglieder vertritt, begrüßte den Schritt und sprach von einer “richtigen Entscheidung”.




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