Von: idr
Pallanzeno/Piedimulera – Ein männlicher Wolf ist in den vergangenen Tagen auf der Landesstraße zwischen Pallanzeno und Piedimulera im Piemont ums Leben gekommen. Ein Autofahrer aus Pieve Vergonte fuhr das Tier an, das plötzlich im Dunkeln auf der Fahrbahn auftauchte. Trotz Vollbremsung konnte der Fahrer den Zusammenstoß nicht verhindern.
Die Landespolizei sicherte den Kadaver und übergab ihn zur genetischen Analyse und Gesundheitsuntersuchung an die Universität Turin. Der Vorfall reiht sich in eine besorgniserregende Serie ein: Der Verkehr ist in Deutschland die mit Abstand häufigste Todesursache für Wölfe. Auch in Südtirol wurden im vergangenen Jahr mehrere Wölfe bei Verkehrsunfällen getötet.
Paarungszeit mit erhöhter Lebensgefahr
Die Häufung zu dieser Jahreszeit ist kein Zufall: Zwischen Winter und Frühjahr fällt die Paarungszeit der Wölfe. Jungwölfe müssen ihre Rudel verlassen, um eigene Reviere zu finden – oft legen sie dabei hunderte Kilometer zurück. Doch ihr Weg führt zunehmend über stark befahrene Straßen. Hinzu kommt: Die menschliche Expansion drängt Wildtiere aus ihren angestammten Lebensräumen. Auf der Suche nach Nahrung geraten Wölfe, Hirsche und sogar Bären in die Täler – und damit auf unsere Straßen.
Die Landesstraße zwischen Pallanzeno und Piedimulera ist ein solcher natürlicher Korridor, wo sich Wildtiere und Verkehr täglich begegnen – oft mit dramatischen Folgen für beide Seiten. Umweltschützer fordern konkrete Lösungen: Wildtierkorridore und Grünbrücken, die Tieren sichere Übergänge ermöglichen, Lichtsignale in gefährdeten Gebieten und Geschwindigkeitsbegrenzungen in kritischen Zonen.
Der tödliche Unfall im Piemont zeigt einmal mehr, wie sehr sich die Lebensräume von Mensch und Wildtier inzwischen überschneiden. Solange Straßen natürliche Wanderwege zerschneiden, bleibt jede Paarungszeit für viele Tiere ein Risiko. Der Fall bei Pallanzeno ist kein Einzelfall – sondern ein weiteres Beispiel dafür, dass Schutzmaßnahmen nicht nur Naturschutz sind, sondern auch Verkehrssicherheit bedeuten.




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