Von: luk
Rovereto/Gardasee – Ein jahrelanger Nachbarschaftsstreit am Gardasee auf Trentiner Seite hat vor Gericht ein Nachspiel gefunden: Eine 63-jährige Deutsche, die im Trentino ansässig ist, wurde vom Landesgericht Rovereto wegen Stalkings zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem muss sie dem betroffenen Ehepaar 8.500 Euro Schadenersatz zahlen.
Laut Anklage soll die Frau ihre Nachbarn über einen Zeitraum von vier Jahren mit einer Vielzahl von Schikanen drangsaliert haben. Zu den Vorwürfen zählen wiederholte Beleidigungen, nächtliche Schreie, stundenlanges Schlagen eines Gongs sowie das Tragen von Holzschuhen, mit denen sie gezielt über dem Schlafzimmer der Nachbarn umhergelaufen sein soll, um deren Nachtruhe zu stören.
Auch Räucherstäbchen in den Gemeinschaftsbereichen des Wohnhauses sollen eingesetzt worden sein, nachdem bekannt geworden war, dass sich die Nachbarn daran störten. Die Betroffenen, beide über 70 Jahre alt, hatten 2022 Anzeige erstattet und in den folgenden Wochen weitere Vorfälle gemeldet.
Nach Angaben ihres Verteidigers seien die Auseinandersetzungen ursprünglich durch Streitigkeiten rund um einen nicht realisierte Gebäude-Renovierung im Zuge eines Bonus-Programmes ausgelöst worden. Die Verurteilte bestreitet die Vorwürfe weitgehend. Ihr Anwalt kündigte bereits Berufung an und sprach von gewöhnlichen Nachbarschaftskonflikten, die seiner Ansicht nach nicht vor Gericht hätten landen sollen.
Für die geschädigte Nachbarin endete der Prozess hingegen mit großer Erleichterung. Nach der Urteilsverkündung brach sie in Tränen aus. Ihr Anwalt sprach von einem „befreienden Moment“ nach Jahren voller Spannungen und Belastungen. Einer früheren Bewohnerin des Hauses seien die Konflikte laut Zeugenaussagen sogar so nahegegangen, dass sie ihre Wohnung verkauft und psychologische Hilfe in Anspruch genommen habe.
Mit der angekündigten Berufung dürfte der ungewöhnliche Nachbarschaftskrieg nun aber in die nächste Runde gehen.




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