Trumps Forderung bringt Meloni in Verlegenheit und Zugzwang – VIDEO

Hochriskant: Italienische Minenjagdboote sollen Straße von Hormus „befreien“

Dienstag, 14. April 2026 | 07:12 Uhr

Von: ka

Rom – Die USA möchten, dass sich Italien an der Minenräumung in der Straße von Hormus beteiligt. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ist grundsätzlich damit einverstanden, dass italienische Minenräumboote, die hohen internationalen Standards entsprechen, im Verbund mit den Marinen anderer NATO-Staaten an der Entminung dieser wichtigen Seeschifffahrtsstraße mitwirken. Nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie Donald Trumps Ankündigung einer Seeblockade wackelt der erst kürzlich vereinbarte Waffenstillstand jedoch erheblich. Italien ist nur zur Teilnahme bereit, wenn ein „sicherer” Waffenstillstand oder noch besser ein UN-Mandat vorliegt.

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Doch seit dem Scheitern der Gespräche in Pakistan und der Blockade der iranischen Häfen durch die USA ist die Gefahr groß, dass Minensuchboote Ziel iranischer Angriffe werden könnten. Dies wäre der Albtraum der italienischen Ministerpräsidentin.

Giorgia Meloni steht unter Zugzwang, denn sie will weder einen Bruch mit den Vereinigten Staaten riskieren noch das Leben italienischer Seeleute im Persischen Golf gefährden. Die USA beharren auf die Mitwirkung der italienischen Minensuchboote, um den Golf von Hormus zu „befreien“, doch Italien bremst: „Wir lassen uns nicht in einen Krieg hineinziehen.“

Giorgia Meloni und Donald Trump
ANSA/Filippo Attili

Washington bittet Italien um seine Minensuchboote, um die Meerenge wieder befahrbar zu machen. Doch die Regierung Meloni befürchtet eine militärische Eskalation mit dem Iran. Die Regierung steht unter starkem Druck, da die USA erwarten, dass Italien sie bei der Minenräumung in der Straße von Hormus unterstützt. Wie die römische Tageszeitung La Repubblica berichtet, vertreten die USA die Ansicht, dass Italien bei der Minenräumung in der Straße von Hormus mithelfen sollte.

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Laut Insidern hat der Iran rund ein Dutzend Minen in der Straße von Hormus ausgelegt. In der ohnehin schon heiklen Lage an dieser strategisch wichtigen Meerenge reicht jedoch bereits der Verdacht, dass Minen gelegt wurden, um den weltweiten Seeverkehr lahmzulegen. Mittlerweile haben Drohungen und Dementis Zweifel gesät, die ausreichen, um den Verkehr in dieser Meerenge lahmzulegen. Durch sie flossen ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssigerdgases.

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Die Angelegenheit ist heikel. Am Sonntag hatte Trump behauptet, das Vereinigte Königreich und zwei weitere nicht genannte Länder seien bereit, den Amerikanern bei der Beseitigung der vom Iran ausgelegten Seeminen zu helfen. London beeilte sich zu erklären, dass das Vereinigte Königreich nicht Teil der Seeblockade sein werde. Doch die Blockade ist die eine Sache, die Minenräumung die andere. Wie militärische Marineexperten anmerken, sind nur einige europäische Länder tatsächlich in der Lage, den Amerikanern zu helfen.

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Angesichts der faktischen Sperrung des Seewegs und der zunehmenden Eskalation mit Teheran hat Washington eine kleine Gruppe von Verbündeten – darunter Italien – dazu aufgefordert, Spezialschiffe wie Minensuch- und Minenräumboote einzusetzen, um die Gewässer zu räumen. Diese Bitte verdeutlicht eine strukturelle Schwäche der Vereinigten Staaten. Die US-Marine befindet sich in einer Übergangsphase und verfügt derzeit nicht über die Kapazitäten, um eigenständig eine rasche Minenräumung des Meeresbodens zu gewährleisten.

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Die einzigen Länder, die über die geeigneten Mittel zur Beseitigung der iranischen Seeminen verfügen, sind das Vereinigte Königreich, Italien, Deutschland und die Niederlande – das Heimatland des NATO-Generalsekretärs Mark Rutte. Der hemdsärmelige US-Präsident verlangt Unterstützung, doch angesichts der bevorstehenden Seeblockade wird die Mission zu einem äußerst risikoreichen Unterfangen. In den vergangenen Tagen berichtete La Repubblica, dass Italien den USA angeboten habe, sich mit Schiffen der Marine an der Mission zu beteiligen.

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Dabei handelte es sich um Schiffe, die hinsichtlich Ausrüstung und Leistungsfähigkeit auf dem neuesten Stand sind. Die Schiffe der Klassen Lerici und Gaeta sind hochspezialisierte Minenjagdboote, die mit reduzierter magnetischer und akustischer Signatur konstruiert wurden. Sie verfügen über Sonar mit variabler Tiefe sowie kabelgesteuerte Unterwasserfahrzeuge.

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Die Basisflotte würde aus zwei Minensuchbooten, einer Fregatte und einem Versorgungsschiff bestehen. Alternativ wurde ein umfangreicheres Paket angeboten, das vier Minensuchboote, einen Hubschrauberträger und eine Fregatte umfasst. Die einzige von Rom gestellte Bedingung, die auch von den anderen EU-Verbündeten geteilt wird, ist, dass in einem zumindest formal friedlichen Rahmen, also bei einem bestehenden Waffenstillstand, nach Seeminen gesucht wird.

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Doch ist es wirklich ein „sicherer und friedlicher“ Waffenstillstand? Zwar besteht seit wenigen Tagen ein Waffenstillstand, doch angesichts der jüngsten Entwicklungen zwischen den USA und dem Iran wird dieser zunehmend brüchiger und garantiert kein friedliches Szenario mehr. Laut La Repubblica ist der Druck aus Washington groß und es bestehen ständige Kontakte zur römischen Regierung.

Die Ministerpräsidentin prüft derzeit, wie sie mit den anderen Partnern vorgehen soll. Eine zusätzliche Sorge für die Regierung Meloni, die gebannt auf die steigenden Ölpreise starrt, sind die Auswirkungen der faktischen Sperre der Straße von Hormus, die die italienische Wirtschaft immer stärker belasten.

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Die römische Regierung unter Giorgia Meloni hält sich derzeit noch zurück, da sie eine offene Konfrontation mit dem Iran befürchtet. Führende Politiker wie Vizepremier Matteo Salvini und Außenminister Antonio Tajani machen eine Entsendung von Einheiten von einem multilateralen Rahmen und einem klaren Mandat der Vereinten Nationen abhängig.

Die Sorge Roms ist vor allem militärischer Natur: Um Minen zu räumen, muss ein Minensuchboot langsam fahren. Dadurch wird es weniger manövrierfähig und zu einem äußerst verwundbaren Ziel für Drohnen und Kurzstreckenraketen. Die Entsendung der vorgesehenen kleinen Flotte würde die Grenze zwischen Verteidigungsmission und strategischem Ziel gefährlich verwischen.

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Italien befindet sich somit in einer diplomatischen Zwickmühle: Einerseits muss das Land im ureigenen Interesse klar und deutlich für den Schutz der Freiheit der Schifffahrt eintreten, andererseits darf es seine Seeleute nicht ohne angemessene Garantien dem Risiko einer Eskalation aussetzen.

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