Piero Moriconi [63] erschoss seine Frau und seinen Sohn – VIDEO

“Lieber tot als schwul”

Montag, 29. Juni 2026 | 08:04 Uhr

Von: ka

Camaiore – Die Kleinstadt Camaiore in der Toskana wird von einer schrecklichen Bluttat erschüttert. Vermutlich, weil er die Homosexualität seines 24-jährigen Sohns Mirko sowie die Trennungswünsche seiner 52-jährigen Frau Kety Andreoni nicht akzeptieren wollte, griff der 63-jährige Maurer Piero Moriconi zum Gewehr und erschoss beide. Anschließend setzte er sich auf eine Mauer und wartete auf das Eintreffen der Carabinieri. „Ich habe seit 20 Tagen nach einem Streit darüber nachgedacht“, gestand der 63-Jährige, der sich widerstandslos festnehmen ließ. „Endlich bin ich sie losgeworden!”, sagte er zu den Carabinieri.

Instagram/Michelangelo Andreoni

Zum Haus der Familie, in dem es seit Monaten Streit gab, waren die Carabinieri und Rettungskräfte bereits mehrmals alarmiert worden. „Es ist schrecklich, sich vorzustellen, dass ein Vater seinen Sohn lieber tot sehen würde, als dass dieser schwul ist“, schrieb der 24-Jährige. Laut der Rekonstruktion der Staatsanwaltschaft von Lucca sind Kety Andreoni und Mirko Moriconi einem regelrechten Hinterhalt zum Opfer gefallen, denn der 63-Jährige soll auf der Einfahrt auf das Auto gewartet haben, in dem seine Frau und sein Sohn saßen. Er soll sie mehrfach angeschossen, dazwischen das Gewehr nachgeladen und nach den Morden die Waffe weggelegt haben, bevor er auf die Carabinieri wartete.

Ein Mord, der mit voller Absicht begangen wurde, den der Täter Piero Moriconi seit Wochen geplant hatte – so lautet die Rekonstruktion der Staatsanwaltschaft von Lucca zu dem schrecklichen Mordfall in Camaiore, bei dem am Mittwoch, den 24. Juni die 52-jährige Kety Andreoni und ihr 24-jähriger Sohn Mirko Moriconi durch Schüsse aus einem Gewehr getötet wurden.

Facebook/Kety Andreoni

Laut Anklage soll der Mann in der Einfahrt auf das Auto seiner Frau und seines Sohnes gewartet und sie, sobald sie ankamen, mit seinem ordnungsgemäß registrierten Gewehr des Kalibers 12 erschossen haben. Fünf Schüsse trafen ihr Ziel, darunter einige, die aus nächster Nähe abgefeuert wurden.

Die Untersuchungsrichterin hat die Festnahme des geständigen Täters bestätigt und Haft wegen des Vorwurfs des zweifachen vorsätzlichen Mordes, erschwert durch Vorsatz und das familiäre Verhältnis, angeordnet. Dies gilt bis zum Abschluss weiterer Ermittlungen, die von den Carabinieri unter der Koordination der Staatsanwaltschaft durchgeführt werden, um den genauen Tathergang und das Motiv des Doppelmordes zu klären.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm den erschwerenden Umstand der Vorsätzlichkeit vor, da der Mann während des Verhörs, das unmittelbar nach seiner Festnahme von der Staatsanwältin Elena Leone durchgeführt wurde, gesagt haben soll, dass er vor etwa 20 Tagen beschlossen habe, beide zu töten, nachdem die Carabinieri und der Rettungsdienst zu ihm nach Hause gekommen waren.

Damit ist ein Einsatz der Ärzte gemeint, die seinen Sohn daraufhin für drei Tage in die Psychiatrie eingewiesen hatten. Es kam auch ein weiterer Einsatz des Rettungsdienstes einige Tage vor dem Doppelmord ans Licht, doch damals hatte sich die Situation wieder beruhigt. An jenem Nachmittag war es zu „dem x-ten Streit“ gekommen – „ein Funke“, sagte er der Richterin unmittelbar nach dem Doppelmord.

Das genaue Motiv ist noch unklar. Der Mann soll jedoch von zahlreichen Konflikten mit seiner Frau und seinem Sohn gesprochen haben. Unter anderem sollen finanzielle Probleme, mutmaßliche Seitensprünge, Übergriffe durch Familienangehörige sowie psychische Probleme seines Sohnes eine Rolle gespielt haben. „Er hat ständig nach Geld gefragt. Wir waren gezwungen, ihn zu Hause zu verstecken. Er hatte Drogen- und Alkoholprobleme und war gewalttätig“, berichtete der Maurer und Jäger. Zudem soll seine Frau den Wunsch geäußert haben, sich von ihm zu trennen und ein neues Leben zu beginnen.

Facebook/Piero Moriconi

Sein Sohn hatte ihm jedoch bereits seit Längerem in den sozialen Medien vorgeworfen, seine Homosexualität nicht akzeptieren zu wollen. „Es ist schrecklich zu denken, dass ein Vater seinen Sohn lieber tot als schwul sehen würde. Er akzeptiert es nicht. Er hat mir gesagt, ich sei der Ruin der Familie“, hatte der junge Mann geschrieben. „Ich war besorgt, weil mein Sohn schwul war“, gab der geständige Täter zu.

Gabriel Arena, der Inhaber des „Carpe Diem“ in Viareggio, in dem Mirko als Kellner arbeitete, erinnert sich unterdessen an ihn als „einen äußerst fleißigen Mitarbeiter und Freund aller, der eine unglaubliche Leidenschaft für den Gesang hatte“.

„An den Abenden, an denen wir Karaoke oder Pianobar veranstalteten, setzte er sich gerne zu den Gästen und trat gemeinsam mit ihnen auf. Heute empfinden wir alle unermesslichen Schmerz“, erzählt Arena.

„Sicherlich war er ein Mensch, der äußerlich etwas extravagant wirkte, hinter dessen Fassade sich jedoch eine gewisse Zerbrechlichkeit verbarg. Bei uns hat er hin und wieder sein Herz ausgeschüttet, aber keiner von uns hätte sich jemals ein solches Ende vorstellen können“, fügt Arena hinzu.

Der Doppelmord von Camaiore sorgt weit über die Grenzen der toskanischen Kleinstadt im Hinterland des bekannten Badeorts Viareggio hinaus für Abscheu und Entsetzen. Da die nicht akzeptierte Homosexualität des Sohnes das vermutete Hauptmotiv der Bluttat zu sein scheint, stuft die italienische LGBTQ+-Szene das Verbrechen als „Ehrenmord” ein.

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