Von: ka
Grosseto – Nach deren Eröffnung in der sogenannten „Studentenstadt“ („Cittadella dello studente“) in Grosseto ist um die neuen „woken“ Toiletten ein heftiger Streit entbrannt. Die Opposition um den Parlamentarier Fabrizio Rossi von Fratelli d’Italia bezeichnet die Toiletten, die nicht weniger als „elf Geschlechter“ berücksichtigen, als „lächerlichen Gender-Wahnsinn“. Neben den „üblichen“ Kategorien „Mann“ und „Frau“ werden mit fantasievollen Piktogrammen auch Batman, eine Meerjungfrau, Zorro, ein Außerirdischer und R2-D2 aus „Krieg der Sterne“ dargestellt. Die Befürworter sprechen hingegen von einer „starken Botschaft der Inklusion“ und einer „nutzlosen Kontroverse, die nur die Babyboomer begeistert“. Während die Diskussionen weit über Grosseto hinaus für Aufsehen sorgen, haben humorvolle Menschen längst witzige Memes veröffentlicht, auf denen die Meerjungfrau beispielsweise die Toilette besetzt.

„Mann“ und „Frau“ sind offenbar überholte Konzepte. Zumindest an der IST Eat Academy in der Studentenstadt Grosseto, wo neue geschlechtsneutrale Toiletten eingeweiht wurden. Das Besondere daran ist, dass neben den „selbstverständlichen“ Geschlechtern auf den Türen auch die Silhouetten von Batman, einer schwangeren Frau, Zorro, einem Außerirdischen, dem Star-Wars-Roboter R2-D2, einem Mann im Rock und einer Meerjungfrau zu sehen sind.
Insgesamt sind die Toiletten elf verschiedenen Personengruppen „gewidmet“. Kurz gesagt ist das Konzept klar: „Hier sind alle willkommen.“ In diese Toilette darf wirklich jeder, ohne jegliche Unterscheidung zwischen Männern und Frauen. Doch wie immer in solchen Fällen hat die Initiative Kontroversen ausgelöst. Die einen loben die Initiative und bewerten die neuen Toilettenschilder als „inklusiv“. Andere sprechen von „Gender-Ideologie“ und fordern die toskanische Schule auf, so schnell wie möglich zur alten Aufteilung zurückzukehren.

Zu den Ersten, die diese Kontroverse aufgriffen, gehörte Rossano Sasso, Abgeordneter der politischen Gruppierung „Futuro Nazionale“ des ehemaligen Generals Roberto Vannacci. „Es gibt nur zwei Geschlechter: männlich und weiblich. Alles andere sind Launen, Wünsche, Wahnvorstellungen und Gender-Ideologie. Apropos Gender-Ideologie: Die neueste Erfindung des toskanischen Regionalrats Nardini könnt ihr auf der Toilettentür einer Schule sehen“, so Sasso.
Auf derselben Linie liegt auch Fabrizio Rossi, Abgeordneter aus Grosseto von „Fratelli d’Italia“. Er spricht von einer „radikal-schicken Ideologie mit seltsamen Tierchen“. „Sobald ich von diesen Toiletten erfahren habe“, erzählt er, „habe ich einen ironischen Beitrag verfasst und dabei Leopardi zitiert: ‚Ich weiß nicht, ob das Lachen oder das Mitleid überwiegt.‘“ Kurz darauf hat der Präsident der Provinz geantwortet, woraufhin eine Kontroverse entstand. „Wir sind alle für Inklusion”, fährt er fort, „aber ich glaube nicht, dass solche Extravaganzen nötig sind: das kleine Monster, der Mann im Rock, wirklich lächerliche Dinge.”

Auf die Frage, ob diese entfernt werden sollten, antwortet Rossi: „Ich würde die Unterscheidung zwischen Mann und Frau beibehalten. Es ist rückwärtsgewandt, mit diesem ‚woke‘-Unsinn zurückzugehen, bei dem behauptet wird, wir seien alle gleich und könnten alle dieselbe Toilette benutzen.“
Der Präsident der Provinz Grosseto, Francesco Limatola, vertritt eine gegenteilige Ansicht: „Es ist eine starke Botschaft der Inklusion.“ Diese Räume wurden geschaffen, damit sich jeder Mensch willkommen und respektiert fühlt und frei in einem Bildungsumfeld leben kann, ohne Unbehagen oder Diskriminierung zu erleben. In Italien, in Europa und auch in der Provinz Grosseto wurde dies bereits umgesetzt. Es ist nichts Neues. Die Jugendlichen, die das ITS besuchen, haben sich nie aufgeregt. Im Gegenteil, die Debatte scheint vor allem die ‚Over-Boomer‘ zu begeistern. Bei der Einweihung waren Vertreter der Institutionen anwesend, darunter auch der Kulturdezernent der rechtsgerichteten Stadtregierung von Grosseto, und niemand hat etwas dazu gesagt. Ich wundere mich, dass nach einem Jahr plötzlich eine Kontroverse ausbricht.

Und diese konnte sich natürlich nur in den sozialen Medien entzünden. Dort ist unter anderem zu lesen: „Die Gender-Theorie dient höchstens als Innendekoration“, „Für die Inklusion hätte die Aufschrift ‚Toilette‘ gereicht, das galt für alle“, „Wir sind nicht im Mittelalter, ein Symbol an der Tür nimmt niemandem seine Rechte“ oder „Ich bin mit meinem Sohn in New York einmal in eine solche Toilette gegangen und kann versichern, dass das für Kinder keine angenehme Situation ist“.
Während die Diskussionen weit über Grosseto hinaus für heftige Debatten sorgen, haben humorvolle Menschen längst witzige Memes veröffentlicht, auf denen beispielsweise die Meerjungfrau die Toilette besetzt.






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