Von: mk
Trient/Rom – Im aufsehenerregenden Mordfall um den getöteten Forstaufseher Fausto Iob hat das Kassationsgericht in Rom ein endgültiges Urteil gesprochen. Der Oberste Gerichtshof wies die Berufung des Angeklagten David Dallago ab und bestätigte damit dessen lebenslange Haftstrafe. Nun liegt die Urteilsbegründung vor.
Die Richter der ersten Sektion erklärten auf 29 Seiten, dass zahlreiche Indizien zum selben Ergebnis führen würden und deshalb die Schwelle eines bloßen Verdachts „zweifellos überschreiten“. Damit wurden die elf von der Verteidigung vorgebrachten Argumente für eine Revision abgewiesen.
Hintergrund: Tötung nach Holzdiebstahl
Der Fall reicht bis zum Juni 2022 zurück. Der Leichnam des „Bärenflüsterers“ wurde am 5. Juni 2022 im Wasser des Santa-Giustina-Sees im Nonstal gefunden, nachdem Stunden zuvor sein Auto und sein Mobiltelefon am Seeufer in der Nähe von Banco, einer Fraktion von Sanzeno, entdeckt worden waren.
Laut den Rekonstruktionen der Ermittler war das Tatmotiv ein Streit um gestohlenes Holz. Der 38-jährige Holzfäller David Dallago soll den Forstaufseher am 3. Juni 2022 in Banco angegriffen haben, weil dieser Dallagos Diebstahl von Gemeindeeigentum aufgedeckt hatte.
Ein wichtiges Indiz lieferten die Telefondaten: Die Mobiltelefone von Täter und Opfer wurden zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt um 10.49 Uhr vom selben Funkmast in der Nähe des Tatorts registriert.
Nach der Tötung und dem Versenken der Leiche im See soll Dallago versucht haben, die Spuren des Verbrechens zu verwischen. Die Ermittlungen ergaben, dass der Verurteilte sein eigenes Fahrzeug mit fünf Litern Bleichmittel gereinigt hatte.
Mit der Entscheidung des Kassationsgerichtshofs ist das Urteil nun rechtskräftig. Der 59-jährige Forstaufseher aus Sanzeno hatte vor allem wegen seiner engen Beziehung zum Bären von San Romedio weit über das Trentino hinaus Bekanntheit erlangt.




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