Umweltbedenken an der Küste der Toskana

Offshore-Windpark nördlich von Urlaubsinsel stößt auf Kritik

Montag, 02. Februar 2026 | 07:13 Uhr

Von: luk

Capraia – Gegen den geplanten Offshore-Windpark im Tyrrhenischen Meer zwischen den Inseln Gorgona und Capraia nördlich der Insel Elba regt sich Widerstand. Die Umweltorganisation Italia Nostra hat in der laufenden Umweltverträglichkeitsprüfung eine ablehnende Stellungnahme abgegeben und fordert die zuständigen toskanischen Behörden auf, das Projekt zurückzuweisen oder grundlegend zu überarbeiten.

Das Vorhaben wird von Atis Floating Wind entwickelt, einem Joint Venture von Eni Plenitude und der Simply Blue Group. Geplant ist ein Offshore-Windpark mit 48 Windkraftanlagen zu je 18 Megawatt, was einer Gesamtleistung von 864 Megawatt entspräche. Die Anlagen sollen mehr als 20 Seemeilen vor der Küste der Hafenstadt Livorno, rund 50 Kilometer vom Festland entfernt, errichtet werden. Der Landanschluss der Unterseekabel ist in Rosignano (Provinz Livorno) vorgesehen. Das Projekt wurde 2023 eingereicht und befindet sich derzeit in der Phase der Umweltverträglichkeitsprüfung beim italienischen Umweltministerium.

Italia Nostra kritisiert insbesondere den geplanten Standort zwischen zwei Inseln des Toskanischen Archipels. Das Gebiet liege in unmittelbarer Nähe des Nationalparks Toskanischer Archipel, innerhalb des Walschutzgebiets „Santuario dei Cetacei“ sowie in einem stark frequentierten Schifffahrtsraum. Aus Sicht der Organisation sei ein derartiges Großprojekt dort ökologisch nicht vertretbar.

Auch an Land stoße das Projekt auf Bedenken. Der Windpark würde sich zu bestehenden Energieinfrastrukturen wie dem LNG-Terminal im Hafen von Piombino addieren. Laut Italia Nostra habe die Region bereits eine außergewöhnlich hohe Umwelt- und Infrastrukturbelastung zu tragen. Im Projekt fehle eine umfassende Analyse der kumulativen Auswirkungen sowie eine Bewertung der Belastungsgrenze des betroffenen Gebiets.

Die Umweltorganisation fordert daher entweder eine Ablehnung des Projekts oder zumindest eine grundlegende Überarbeitung, etwa durch eine Änderung des Standorts oder der Planung der landseitigen Anlagen.

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