Die Polizei zeigt großflächig Präsenz

Olympia-Sicherheitsmaßnahmen in Italien auf höchster Stufe

Dienstag, 03. Februar 2026 | 09:16 Uhr

Von: apa

Cyberattacken aus Russland und propalästinensische Proteste: Unmittelbar vor dem Start der Olympischen Winterspiele Mailand/Cortina hat Italien die Sicherheitsvorkehrungen auf die höchstmögliche Stufe angehoben. Über 6.000 Polizisten sollen einen reibungslosen und sicheren Ablauf der Spiele gewährleisten. Für die Wettkampfstätten hat die Staatspolizei ein umfassendes Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Dort kommen unter anderem Hundestaffeln und Sprengstoffexperten zum Einsatz.

Versuche, bei Besuchern Angst vor Terror und anderen Gefahren zu schüren, das Ansehen der Spiele zu beschädigen oder den Ablauf zu sabotieren, werden angesichts des angespannten internationalen Klimas nicht ausgeschlossen. Bereits während des Fackellaufs durch Italien kam es wiederholt zu Protesten israelkritischer Aktivisten. Aufgrund der umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und der auf die höchste Stufe angehobenen Terrorwarnung gelten Anschläge jedoch als unwahrscheinlich, berichten Sicherheitsexperten in Rom.

Angriffe von “Hacktivisten” befürchtet

Auf die Risiken während der Olympischen Winterspiele, insbesondere durch Cyberattacken, haben sich die italienischen Behörden frühzeitig vorbereitet. Neben Schutz- und Vorbeugungsmaßnahmen umfasst die Strategie auch die Fähigkeit, während der Winterspiele schnell auf Angriffe zu reagieren, teilte die Regierung in Rom mit. Die Gefahr von Hackerangriffen gilt als konkret. Ein Expertenteam arbeitet gemeinsam mit Fachleuten der Organisatoren daran, digitale Angriffe auf das Großereignis abzuwehren, das weltweit voraussichtlich rund drei Milliarden Zuschauer erreichen wird.

“Wir haben uns bestmöglich vorbereitet. Natürlich kann immer etwas passieren, insbesondere in einer Phase hoher internationaler Spannungen wie derzeit. Doch unsere jüngsten Erfahrungen mit zwei weiteren Großereignissen wie dem Heiligen Jahr in Rom und dem G7-Gipfel im süditalienischen Apulien im Jahr 2024 stimmen uns zuversichtlich”, erklärte Gianluca Galasso, Leiter des Bereichs Einsatz- und Krisenmanagement der Agentur für nationale Cybersicherheit, gegenüber Medien.

Mögliche Angriffe könnten von sogenannten”Hacktivisten” ausgehen, also politisch motivierten Hackern, die Cyberattacken zu Propagandazwecken durchführen. Besonders im Fokus stehen die Bereiche Verkehr und Kommunikation, da Störungen während der Winterspiele weltweit große Aufmerksamkeit erregen würden. “Wir haben alle beteiligten Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen aufgefordert, das Schutzniveau ihrer IT-Systeme deutlich zu erhöhen”, betonte Galasso.

Für die Sicherheit an den Wettkampfstätten setzt die Staatspolizei unter anderem Hundestaffeln und Sprengstoffexperten ein. Diese sorgen für Prävention, führen Kontrollen durch und neutralisieren bei Bedarf Gefahren. Die Einsatzbereiche reichen von öffentlicher Ordnung und Objektschutz über Drogen- und Sprengstoffsuche bis hin zu Rettungseinsätzen.

Italien arbeitet mit anderen Ländern zusammen

Italien arbeitet zudem eng mit den Sicherheitsbehörden und den Geheimdiensten anderer Länder zusammen. Für Aufregung sorgte die Ankündigung, dass drei Beamte der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE während der Winterspiele im amerikanischen Konsulat in Mailand stationiert sein werden. Sie sollen bei Bedarf Informationen an die italienischen Behörden weiterleiten, erklärte Außenminister Antonio Tajani. Die Präsenz der Beamten hatte politische Kontroversen ausgelöst, vor dem Hintergrund landesweiter Proteste in den USA nach tödlichen Schüssen von ICE-Beamten in Minneapolis.

Es bestehe jedoch kein Anlass zur Beunruhigung, versicherte Tajani. Bei internationalen Großereignissen sei es üblich, dass Staaten Personal zur sicherheitsbehördlichen Zusammenarbeit entsenden. Die ICE-Beamten würden nicht bewaffnet im öffentlichen Raum auftreten. An der Eröffnung der Olympischen Winterspiele im Mailänder San-Siro-Stadion nehmen am Freitag auch US-Vizepräsident James Vance und US-Außenminister Marco Rubio teil.

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