Von: ka
Palmoli/L’Aquila – Nach fast vier Monaten Trennung von ihren drei Kindern und ihrem Zuhause, dem primitiven Bauernhaus im Wald bei Palmoli, das von den italienischen Behörden als unbewohnbar angesehen wird, ist die Stimmung der „Waldkindereltern“ gedrückt.
Catherine Birmingham und Nathan Trevallion haben geschworen, nie wieder nach Australien zurückzukehren. Nun bitten sie Premierminister Albanese um Hilfe, um Italien verlassen zu können. Ihre drei Kinder sind bereits seit vier Monaten in einem Wohnheim untergebracht.
„Unsere Kinder haben das nicht verdient. Wir haben die Lehrerin und die Impfungen akzeptiert, aber unsere Zukunft liegt woanders“, begründen die Trevallions ihre Kehrtwende. Ob es dazu kommen wird, steht jedoch in den Sternen, denn die Kinder bleiben vorläufig in der Obhut der vom Jugendgericht eingesetzten Vormundin. In der Zwischenzeit muss sich das Paar den vom Jugendgericht angeordneten psychologischen Tests unterziehen. Mithilfe dieser Gutachten soll das „persönlichkeitsbezogene und psychologische Profil” der Trevallions erstellt und ihre Erziehungsfähigkeit bewertet werden.

Das „Paradies“ Palmoli in den südlichen Abruzzen scheint nicht mehr auszureichen. Die Geschichte der sogenannten „Waldfamilie“ nimmt eine radikale Wendung. Wie der Sydney Morning Herald berichtet, haben Catherine Birmingham und Nathan Trevallion, denen das elterliche Sorgerecht vom Jugendgericht in L’Aquila entzogen wurde, offiziell die australische Regierung von Anthony Albanese um Hilfe gebeten, um nach Australien zurückkehren zu können.
Es handelt sich um eine sensationelle Kehrtwende: Noch vor wenigen Tagen war die Mutter kategorisch: „Leider hat uns die australische Regierung im Stich gelassen. Ich werde keinen weiteren Flug dorthin machen, das kommt nicht infrage.“ Doch der Druck, seit vier Monaten von ihren drei Kindern – einem achtjährigen Mädchen und sechsjährigen Zwillingen – getrennt zu sein, scheint jede ideologische Gewissheit zunichte gemacht zu haben.
Trotz der Vorwürfe des Wahnsinns, die ihr entgegengebracht werden – „Ob ich verrückt bin? Das denken alle von mir. Vielleicht ist es so, aber es ist mir egal, was die Welt denkt!“ – , behauptet Catherine Birmingham nun, den Rechtsstreit beenden zu wollen, um ihre Kinder zurückzubekommen. „Unsere Kinder kommen vor unserer Ideologie. Wir wissen, was gut für sie ist, und sie wissen, dass sie nach Hause zurückkehren werden“, beteuert Catherine Birmingham.

Nathan Trevallion, der das kleine Landhaus in den Abruzzen noch vor Kurzem als „den Ort unserer Seele” bezeichnete, wirkt heute wie ein gebrochener Mann. Vor den Mikrofonen des australischen Fernsehens gestand er: „Ich fühle mich innerlich leer und voller Traurigkeit. Unsere Kinder haben nicht verdient, was ihnen widerfährt.“ Ein Gefühl, das im Widerspruch zu der von seiner Frau Catherine bisher vertretenen harten Linie steht. Sie verteidigt weiterhin vehement ihren „neobäuerlichen” Lebensstil ohne Strom- und Wasseranschluss.
„Ich kämpfe gegen diese sehr ignorante Überzeugung, dass das, was wir unseren drei Kindern antun, falsch ist. Sie denken, wir würden ihnen schaden“, erklärte sie in der australischen Fernsehsendung 60 Minutes und fügte hinzu: „Viele böse Menschen mögen unsere natürliche Lebensweise nicht.“ Die Frau sparte nicht mit harscher Kritik am Bildungssystem und der Einrichtung, in der die Kinder untergebracht sind. „Ja, natürlich beschwere ich mich innerhalb der geschützten Einrichtung, aber eine Mutter muss das tun, wenn sie sieht, wie ihre Kinder zuerst manipuliert und dann indoktriniert werden.“
Ursprünglich erklärte Catherine Birmingham, dass ihre Zukunft weder in Italien noch in Australien läge. „Unsere Zukunft liegt nicht in Italien, sondern anderswo in Europa.“ Der Antrag auf Rückführung nach Sydney symbolisiert nun die endgültige Kapitulation gegenüber dem Leben in den Wäldern der Abruzzen.
Die Frau gibt den auslösenden Vorfall – die schwere Pilzvergiftung ihrer Kinder – mit einer gewissen Resignation zu: „In diesen Tagen hatten wir zu viele Pilze gegessen, die auf unserem Grundstück wuchsen. Die Carabinieri kamen zu uns nach Hause, weil sie wussten, dass wir eine Familie sind, die weder an Wasser noch an Strom angeschlossen ist.“
Dabei verschweigt sie jedoch, dass die Rettung der „Waldfamilie“ vor dem Pilzvergiftungstod nur einem glücklichen Zufall, den Rettungskräften und dem Einsatz eines Notarzthubschraubers zu verdanken war.

Die Mutter betont, dass sie bereits mehrfach Kompromisse mit den Sozialassistentinnen eingegangen ist: „Wir haben vieles akzeptiert. Darunter die Lehrerin, die Impfungen und die neue Unterkunft.“ In einem Punkt bleibt sie jedoch unnachgiebig: „Ich werde meine Kinder nicht zur Schule schicken. Wir bieten ihnen mehr Möglichkeiten als mit einer normalen schulischen Ausbildung.“
Es bleibt abzuwarten, ob die australische Regierung dem Antrag stattgeben wird. In der Zwischenzeit muss sich das Paar den vom Jugendgericht angeordneten psychologischen Tests unterziehen. Das Gutachten soll das „persönlichkeitsbezogene und psychologische Profil“ der Trevallion-Birminghams zeichnen und ihre Erziehungsfähigkeit bewerten.
Die Untersuchungen werden in einem von Spannungen mit den lokalen Behörden geprägten Umfeld stattfinden. Das Ehepaar hat nämlich eine Beschwerde eingereicht und die Abberufung der vom Gericht bestellten Sozialassistentin beantragt, da diese ihrer Meinung nach ihre Aufgabe „nicht mit der für diese Rolle erforderlichen Unparteilichkeit“ wahrgenommen habe.
Das Ergebnis dieser Tests wird mit Spannung erwartet.




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