"Genug ist genug"

12.000 Betten zusätzlich verträgt das Land laut Dachverband nicht

Mittwoch, 21. Januar 2026 | 15:20 Uhr

Von: mk

Bozen – Die Nachrichten aus der SVP-Leitung sind für den Dachverband- für Natur- und Umweltschutz ein Schlag ins Gesicht. „Aus der Sicht des Landschafts- und Wasserverbrauchs sind zusätzliche 12.000 Betten ein No-Go, ganz zu schweigen von der zusätzlichen Belastung durch eine Lawine an Autoverkehr“, erklärt der Dachverband in einer Aussendung.

Das Tourismusland Südtirol ächze aus allen Nähten, 38 Millionen Nächtigungen würden zur Last. „Schon jetzt sind unsere Straßen nicht mehr imstande, den touristischen Autoverkehr abzuwickeln. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind häufig überlastet, sodass die hier lebenden Menschen in ihrem Alltag eingeschränkt sind. 12.000 Betten bedeuten umgerechnet über 100 neue Hotelbauten, die wiederum viele Hektar Landschaft zerstören, gesunde Böden versiegeln und große Trinkwassermengen benötigen“, so der Dachverband.

12.000 zusätzliche Betten würden bedeuten, dass neue Angebote folgen würden: Es brauche neue Seilbahnen für die Sommertouristen, breitere Schipisten, mehr Speicherbecken, mehr Schneekanonen, mehr Parkplätze, mehr Straßen und mehr Energie. „Der CO2-Ausstoß im Lande wird durch diese Entscheidung erst recht befeuert, so werden wir unsere Klimaziele niemals erreichen“, erklärt der Geschäftsführer Hanspeter Staffler die Folgen.

Der Dachverband ist enttäuscht und fragt sich, wo die ausgleichende, verantwortungsvolle und zukunftsfähige Hand der Landespolitikerinnen und -politiker bleibe. Nur weil die Tourismusindustrie und viele Gemeinden mehr Betten fordern, heiße das noch lange nicht, dass diese Wünsche ein Segen für das Land seien. „Im Gegenteil, die Summe von Einzelwünschen kann das Fass zum Überlaufen bringen. Schon jetzt stöhnen Teile der Bevölkerung unter der Touristenlast und die Tourismustreibenden stöhnen auch, wenn es um Mitarbeitergewinnung geht.“

Südtirol brauche Tourismus in Maßen und nicht in Massen. „Der Landtag ist daher gut beraten, diesen Vorschlag der SVP-Leitung klar und deutlich abzulehnen“, fordert die Vorsitzende des Dachverbandes Elisabeth Ladinser. Denn noch mehr Touristenbetten bringe einen Rattenschwanz an negativen Folgen mit sich, die weder der Landschaft noch der hier lebenden Bevölkerung guttun würden.

Bezirk: Bozen

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