Kriegsschäden nach israeliche Angriffen im Libanon

15 Tote bei israelischen Angriffen im Libanon

Sonntag, 08. März 2026 | 20:10 Uhr

Von: APA/dpa/AFP

Bei erneuten Luftangriffen Israels sind im Libanon nach dortigen Regierungsangaben mindestens 15 Menschen getötet worden. Israel habe südlich des Litani-Flusses nahe der gemeinsamen Grenze angegriffen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Dort sei in einem Dorf ein Wohngebäude getroffen worden. Lokalen Medienberichten zufolge waren auch Frauen und Kinder unter den Opfern. Rettungskräfte suchten unter Trümmer nach Opfern.

Ein israelischer Armeesprecher teilte mit, die Luftangriffe dauerten an. Hintergrund seien terroristische Aktivitäten der Hisbollah. Anrainer wurden aufgerufen, sich umgehend nördlich des Litani-Flusses in Sicherheit zu begeben. Teil des aktuellen Militäreinsatzes im Libanon ist nach israelischen Angaben auch eine begrenzte Bodenoffensive mit dem Ziel, eine Sicherheitszone entlang der Grenze einzurichten, vermutlich, um Hisbollah-Kämpfer weiter nach Norden in den Libanon zu drängen und das Risiko von Angriffen in Israel zu verringern.

Laut der israelischen Armee starben bei einem Bombenangriff auf eine Hotel in Beirut fünf Kommandanten der iranischen Revolutionsgarden. Sie hätten “Terroranschläge gegen den Staat Israel und seine Zivilbevölkerung” geplant. Die Armee werde weiterhin “ranghohe Kommandanten des iranischen Terrorregimes eliminieren” – egal, wo sie sich aufhielten.

Mehr als eine halbe Million Binnenvertriebene

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, Israel habe bisher die Evakuierung von mehr als 80 Dörfern im südlichen Libanon angeordnet. Zehntausende seien wegen der Kämpfe auf der Flucht. Insgesamt seien 517.000 Binnenvertriebene registriert worden, erklärte Sozialministerin Haneen Sajed am Sonntag. Rund 117.000 Menschen sind demnach in staatlichen Notunterkünften untergebracht.

Insgesamt wurden seit Beginn des Iran-Kriegs vor gut einer Woche nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums durch israelische Angriffe fast 400 Menschen getötet und mehr als 1.100 weitere verletzt. Wegen der Angriffe hätten mehrere Krankenhäuser den Betrieb eingestellt.

Zwei israelische Soldaten getötet

Bei einem Angriff der proiranischen Hisbollah-Miliz auf einen israelischen Armeeposten im Südlibanon wurden nach Angaben eines Militärsprechers zwei israelische Soldaten getötet. Zu dem Angriff kam es den Angaben zufolge am frühen Sonntagmorgen. Einer der beiden Getöteten wurde als ein 38 Jahre alter Soldat identifiziert. Zu dem zweiten Toten machte die Armee zunächst keine Angaben.

Als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei hatte die Hisbollah vor einer Woche wieder Raketen auf Israel abgefeuert. Seitdem greift das israelische Militär wieder im größeren Umfang im Libanon an. Ein Militärsprecher sagte, rund 200 Hisbollah-Kämpfer seien seither getötet worden.

117 Iraner aus Beirut ausgeflogen

Nach einer weiteren Verschärfung der Maßnahmen gegen die vom Iran finanzierte Hisbollah durch den Libanon haben nach Regierungsangaben unterdessen mehr als hundert iranische Staatsbürger Beirut verlassen – darunter Diplomaten. In der Nacht auf Sonntag seien “insgesamt 117 Iraner, darunter Diplomaten und Botschaftsangehörige, mit einer russischen Maschine aus Beirut ausgeflogen” worden, hieß es aus libanesischen Regierungskreisen. Die libanesische Regierung hatte am Donnerstag jegliche Aktivität der iranischen Revolutionsgarden verboten und eine Visumspflicht für einreisende iranische Staatsbürger verhängt, um den Druck auf die Hisbollah zu erhöhen.

Bereits am Montag hatte die Regierung in Beirut ein “sofortiges Verbot” aller militärischen Aktivitäten der Hisbollah erlassen und die Miliz aufgefordert, ihre Waffen abzugeben. Die libanesische Regierung hatte zugesagt, die Hisbollah zu entwaffnen, womit im August vergangenen Jahres begonnen worden war.

Die Hisbollah ist wie die islamistische Hamas im Gazastreifen und die Houthi im Jemen Teil der iranischen “Achse des Widerstands”. Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.

Iran bewaffnet und finanziert Hisbollah

Der Iran bewaffnet und finanziert die Hisbollah (deutsch: Partei Gottes): Entstanden ist sie 1982 während des libanesischen Bürgerkriegs als Zusammenschluss schiitischer Milizen. Eine zentrale Rolle bei ihrer Gründung spielten die iranischen Revolutionsgarden, welche die Hisbollah in den folgenden Jahren mit Ausbildnern und Waffen unterstützten. Die islamistische Ideologie der Hisbollah ist stark vom Iran beeinflusst.

Die USA und Israel hatten vor rund einer Woche massive Luftangriffe auf den Iran gestartet. Dabei wurden Khamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel, auf US-Einrichtungen in der Golfregion und Infrastruktur mehrerer Golfstaaten. Auch der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah war im Zuge des Iran-Krieges wieder eskaliert.

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