Inklusionsgesetz soll Türen öffnen

Welt-Down-Syndrom-Tag: Inklusion durch Spiel und Bewegung

Montag, 20. März 2017 | 16:57 Uhr

Bozen – „Die Inklusion von Menschen mit Down-Syndrom ist eine Herausforderung, der wir uns auch künftig stellen werden“, erklärt Landesrätin Martha Stocker zum Welttag am 21. März.

Inklusionsgesetz soll Türen öffnen

Mit dem Inklusionsgesetz im Jahr 2015 und seinen Durchführungsbestimmungen wurde in Südtirol eine solide Basis für die stärkere Einbindung von Menschen mit Behinderung in das gesellschaftliche Leben geschaffen. Nach dem Motto „mittendrin, statt nur dabei“ wurde vor allem auf die Stärkung der Selbstbestimmung und Eigenverantwortung, die Teilhabe im familiären und gesellschaftlichen Umfeld, auf Chancengleichheit und Zugänglichkeit Wert gelegt. „Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, Menschen mit Down-Syndrom auch weiterhin neue Türen zu öffnen und damit den selbstverantwortlichen Eintritt in unsere Gesellschaft zugänglich zu machen“, betont Soziallandesrätin Martha Stocker. Neben der verstärkten Integration am Arbeitsplatz müsse auch weiterhin an der Sensibilisierung und Akzeptanz in der Gesellschaft gearbeitet werden, so die Landesrätin.

Mehr Respekt und Offenheit

Der Welt-Down-Syndrom-Tag wurde 2012 offiziell von den Vereinten Nationen anerkannt und wird nicht von ungefähr am 21. März gefeiert. Bei Menschen mit Down-Syndrom ist das 21. Chromosom oder Teile davon dreifach vorhanden, deshalb wurde der Aktionstag auf diesen Tag gelegt. In Südtirol kamen in den vergangenen zwölf Jahren 78 Kinder mit dieser Chromosomenstörung auf die Welt.

Landesrätin Stocker ist überzeugt, dass jeder Einzelne zu einer erhöhten Akzeptanz dieser Kinder beitragen kann. „Menschen mit Down-Syndrom und ihre Angehörige müssen mehr Grenzen überwinden als viele andere Mitglieder unserer Gesellschaft. Wir müssen diesem Anderssein deshalb vor allem mit Respekt, Offenheit und einer inklusiven Grundhaltung begegnen“, so Stocker.  In der geschützten Werkstätte KIMM in Kardaun konnte sich die Landesrätin unlängst selbst davon überzeugen, wie Menschen mit Down-Syndrom dank der notwendigen Unterstützung mehr Selbständigkeit erlernen und damit auch mehr Verantwortung für ihr eigenes Leben  übernehmen können. „Lernen und Arbeiten sind zwei wesentliche Voraussetzungen, um das Selbstbewusstsein dieser Menschen zu stärken“, stellte die Landesrätin nach dem Treffen fest.

Zirkus neuer Partner in Sachen Inklusion

Neue Wege beschreitet in diesem Jahr auch die Arbeitsgruppe Down-Syndrom im Arbeitskreis Eltern Behinderter (AEB). In den vergangenen Jahren standen am Aktionstag Fachtagungen und Veranstaltungen für Eltern und interessierte Erwachsene im Vordergrund. In diesem Jahr gilt das Hauptaugenmerk den Betroffenen: In Zusammenarbeit mit der Zirkusschule Circomix dürfen am Samstag, 25. März von 14.00 bis 17.30 Uhr  in einem Zirkuszelt in Vintl Kinder mit, aber auch ohne Down-Syndrom mit Tanz, Akrobatik, Artistik und Musik Zirkusluft schnuppern. Sie alle werden gemeinsam auf der Bühne stehen und durch spielerisches Lernen den Inklusionsgedanken aktiv erleben.

Das Angebot von Circomix wird bereits seit einigen Jahren von Kindern mit Down-Syndrom mit Erfolg genutzt: Motorische sowie kognitive Fortschritte und gesteigertes Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten sind einige der positiven Ergebnisse. „Diese Initiative ist ein wertvoller Beitrag zum Inklusionsgedanken, und wir können den Initiatoren nicht genug dafür danken“, unterstreicht Landesrätin Stocker. Weitere Informationen zur Veranstaltung erteilt der Arbeitskreis Eltern Behinderter (Tel. 0471/289100).

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Welt-Down-Syndrom-Tag: Inklusion durch Spiel und Bewegung"


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Neumi
Superredner
4 Tage 22 h

Gut für die “Downies” (nicht abwertend, einige nennen sich scherzhaft selbst so, ich finde den Begriff nett).

Es ist allerdings schade, dass diese eine Behinderung so viel Aufmerksamkeit ergattert und so viele andere unter den Tisch fallen, die nach außen hin nicht so sichtbar sind. Viele Behinderung/Krankheiten werden oft gar nicht als solche erkannt und als psychologisch eingestuft.

Wenigstens gab es vor Kurzem den “Tag der seltenen Krankheiten” für alle gesammelt.

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