Die Sicherheitsbehörden konnten Todesopfer in der Synagoge verhindern

Angriffe in USA schüren Sorge vor Anschlägen wegen Irankrieg

Freitag, 13. März 2026 | 10:58 Uhr

Von: APA/Reuters

In den USA sind bei zwei gewalttätigen Angriffen mehrere Menschen getötet oder verletzt worden. In Virginia eröffnete ein verurteilter Unterstützer des Islamischen Staates (IS) in einem Uni-Hörsaal das Feuer, tötete eine Person und verletzte zwei weitere, bevor er selbst ums Leben kam. In Michigan fuhr ein im Libanon geborener US-Bürger mit seinem Lastwagen in eine Synagoge samt Vorschule und wurde erschossen.

Die gewalttätigen Angriffe schüren die Sorge vor Anschlägen auf US-Boden in Gefolge der Luftangriffe amerikanischer und israelischer Streitkräfte auf den Iran. Jüdische und muslimische Gemeinden sind besonders alarmiert.

Synagogen-Attentäter verlor Familienmitglieder bei israelischem Angriff im Libanon

Bei dem Angriff am Donnerstag auf die Synagoge in einem Vorort von Detroit dürfte es eine direkte Verbindung zum Iran-Krieg geben: Der bewaffnete Täter, der mit einem Pickup in die Synagoge gerast und bei einem anschließenden Schusswechsel mit Sicherheitskräften zu Tode gekommen war, hatte laut US-Medienberichten vor etwa zehn Tagen zwei Brüder und zwei ihrer Kinder bei einem israelischen Angriff im Libanon verloren. Die US-Bundespolizei FBI leitete Ermittlungen wegen eines “gezielten Gewaltaktes gegen die jüdische Gemeinde” ein.

Das US-Heimatschutzministerium identifizierte den Täter als 41-jährigen Mann, der im Libanon geboren wurde und im Jahr 2011 mit einem für Ehepartner von US-Bürgern vorgesehenen Visum nach Detroit kam. Im Jahr 2016 wurde er selbst US-Bürger. Der Angreifer wurde während der Konfrontation getötet. Es sei zunächst unklar, ob er sich das Leben nahm oder vom Sicherheitspersonal erschossen wurde.

Dass bei dem Attentat in West Bloomfield außer dem Angreifer niemand zu Tode kam, führten die Behörden auf das schnelle Handeln der Sicherheitskräfte zurück. Ein Sicherheitsbeamter sei von dem Fahrzeug des Mannes erfasst und kurzzeitig bewusstlos gewesen, sagte der Sheriff von Oakland County, Michael Bouchard, vor Reportern. Alle 140 Kinder der Vorschule seien sicher evakuiert worden. 30 Polizisten mussten jedoch wegen Rauchvergiftungen ins Krankenhaus, nachdem sich die Synagoge nach dem Einschlag des Lastwagens mit Rauch gefüllt hatte. “Was in der Welt geschieht, wirkt sich manchmal auf uns aus, also müssen wir uns darauf vorbereiten”, sagte Bouchard.

“Antisemitismus hat in Michigan keinen Platz und kann nicht toleriert werden”, sagte die Generalstaatsanwältin von Michigan, Dana Nessel, in einer Erklärung. “In Momenten wie diesen ist es wichtiger denn je, dass wir zusammenkommen, unseren Nachbarn beistehen, dem Hass entgegentreten, wo immer er auftaucht, und stärkere Gemeinschaften aufbauen.” US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, er sei über den “schrecklichen Angriff” in Michigan unterrichtet worden. “Ich möchte der jüdischen Gemeinde in Michigan und allen Menschen in der Region Detroit nach dem heutigen Angriff auf die jüdische Synagoge unsere Liebe senden”, sagte Trump.

Terrorismusuntersuchung in Virginia

Unabhängig davon leitete das FBI eine Terrorismusuntersuchung zu einer Schießerei ein, die sich früher am Donnerstag an der Old Dominion University in Norfolk, Virginia, ereignete. Dabei wurde eine Person getötet und zwei weitere, beides Angehörige der US-Armee, verletzt. Der Schütze in diesem Fall wurde ebenfalls getötet. Nach Angaben einer FBI-Agentin starb er starb durch die Hand einer Gruppe von Studenten des Reserveoffiziers-Ausbildungscorps (ROTC), die ihn überwältigten.

Sie sagte, der Verdächtige habe “Allahu Akbar” gerufen, bevor er das Feuer eröffnete. FBI-Beamte identifizierten den Schützen als Mohamed Jalloh. Der Mann habe sich 2016 für schuldig bekannt, den Islamischen Staat materiell unterstützt zu haben. 2024 sei er aus dem Gefängnis entlassen worden.

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