Thema leistbares Wohnen hervorgehoben

Armutsnetzwerk stellt sich im Landtag vor: Fokus auf Prävention und Chancengleichheit

Mittwoch, 01. Juli 2026 | 12:24 Uhr

Von: luk

Bozen – Das Südtiroler Armutsnetzwerk „Alle gegen Armut“ hat sich am Mittwoch im Landtag vorgestellt und für eine stärkere Zusammenarbeit im Kampf gegen Armut geworben. Das im Mai 2025 vom Dachverband für Soziales und Gesundheit (DSG) gegründete Netzwerk vereint inzwischen 22 Organisationen und Institutionen.

Landtagspräsident Angelo Gennaccaro bezeichnete das Netzwerk als Beispiel für das Zusammenspiel von Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Wirksame Lösungen gegen Armut seien nur durch Dialog und Zusammenarbeit möglich.

Wie DSG-Präsidentin Roberta Rigamonti und Netzwerk-Koordinatorin Elisa Berger erläuterten, liegt der Schwerpunkt auf der Prävention. Für die Jahre 2026 und 2027 sind unter anderem Sensibilisierungskampagnen zu Bildungsarmut und leistbarem Wohnen, die Erhebung von Daten sowie eine Fachtagung zur Bildungsarmut geplant.

Forscher der Freien Universität Bozen präsentierten zudem aktuelle Studien. Demnach hängt Armut nicht allein vom Einkommen ab, sondern auch von Faktoren wie Wohnsituation, Beschäftigung, Bildungsniveau und Gesundheit. Besonders gefährdet sind Familien mit drei oder mehr Kindern, Alleinerziehende sowie Menschen, die erst vor Kurzem nach Südtirol gezogen sind.

Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Bildungsarmut. Diese zeige sich nicht nur in schlechten Schulleistungen, sondern auch darin, dass Kinder und Jugendliche ihre Fähigkeiten nicht entfalten können. Frühzeitige Unterstützung und niederschwellige Angebote seien daher entscheidend.

Auch das Thema leistbares Wohnen wurde als zentrale Voraussetzung für den sozialen Zusammenhalt hervorgehoben. Vorgeschlagen wurden unter anderem genossenschaftliche Wohnmodelle, langfristige Mietverhältnisse und generationenübergreifende Wohnprojekte.

Landeshauptmann Arno Kompatscher kündigte an, künftig regelmäßig Daten zu Armutsrisiken erheben zu lassen und das Netzwerk dabei einzubinden. Zum Abschluss sprach sich Landtagspräsident Gennaccaro für einen regelmäßigen Austausch zwischen Landtag und Armutsnetzwerk aus.

Bezirk: Bozen

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