Außenansicht der Schutzhülle um das AKW Tschernobyl

Atomkatastrophe von Tschernobyl jährt sich zum 40. Mal

Samstag, 25. April 2026 | 21:30 Uhr

Von: APA/dpa/AFP

In der Ukraine wird am Sonntag der verheerenden Explosion im Atomkraftwerk Tschernobyl in der damaligen Sowjetunion vor 40 Jahren gedacht. Auf dem Kraftwerksgelände in der Nordukraine ist eine Zeremonie der Staatsführung mit Präsident Wolodymyr Selenskyj geplant. Wegen des seit 2022 laufenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der nahen Grenze zu Russlands Verbündetem Belarus gelten dabei strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Zudem wird in der Hauptstadt Kiew und anderen Orten mit Schweigeminuten, Ausstellungen, Konzerten, Filmvorführungen und dem Niederlegen von Blumen an die tragischen Ereignisse erinnert. Gedenkveranstaltungen wird es ebenfalls im sehr stark betroffenen Nachbarland Belarus, Russland und anderen Ex-Sowjetrepubliken geben. Hunderttausende sogenannte Liquidatoren aus allen Sowjetrepubliken halfen damals bei der Beseitigung der unmittelbaren Folgen in dem radioaktiv verstrahlten Gebiet.

Der Super-GAU, der größte anzunehmende Unfall, am 26. April 1986 war die schlimmste zivile Nuklearkatastrophe der Geschichte. In der damaligen Sowjetrepublik Ukraine geriet ein Test im AKW Tschernobyl außer Kontrolle. Radioaktive Wolken breiteten sich abgeschwächt bis nach Nord- und Westeuropa aus. Doch trafen sie neben der Nordukraine vor allem das benachbarte Belarus und auch den Westen Russlands. Monatelang sonderte die offen daliegende Atomruine Strahlung in die Umgebung ab.

Die erste öffentliche Warnung erfolgte erst zwei Tage nach der Explosion, als Schweden einen Anstieg der Strahlungswerte auf seinem Territorium registrierte. Schätzungen über die Zahl der Todesopfer gehen weit auseinander. Die Tschernobyl-Katastrophe weckte international große Ängste vor der Atomkraft. Experten gehen von Zehntausenden Todesfällen aus. Über 100.000 Menschen wurden aus den radioaktiv belasteten Gebieten der 30-Kilometer-Sperrzone um das inzwischen stillgelegte Kraftwerk zwangsumgesiedelt.

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Atomkatastrophe von Tschernobyl jährt sich zum 40. Mal

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In der Ukraine wird am Sonntag der verheerenden Explosion im Atomkraftwerk Tschernobyl in der damaligen Sowjetunion vor 40 Jahren gedacht. Auf dem Kraftwerksgelände in der Nordukraine ist eine Zeremonie der Staatsführung mit Präsident Wolodymyr Selenskyj geplant. Wegen des seit 2022 laufenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der nahen Grenze zu Russlands Verbündetem Belarus gelten dabei strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Zudem wird in der Hauptstadt Kiew und anderen Orten mit Schweigeminuten, Ausstellungen, Konzerten, Filmvorführungen und dem Niederlegen von Blumen an die tragischen Ereignisse erinnert. Gedenkveranstaltungen wird es ebenfalls im sehr stark betroffenen Nachbarland Belarus, Russland und anderen Ex-Sowjetrepubliken geben. Hunderttausende sogenannte Liquidatoren aus allen Sowjetrepubliken halfen damals bei der Beseitigung der unmittelbaren Folgen in dem radioaktiv verstrahlten Gebiet.

Der Super-GAU, der größte anzunehmende Unfall, am 26. April 1986 war die schlimmste zivile Nuklearkatastrophe der Geschichte. In der damaligen Sowjetrepublik Ukraine geriet ein Test im AKW Tschernobyl außer Kontrolle. Radioaktive Wolken breiteten sich abgeschwächt bis nach Nord- und Westeuropa aus. Doch trafen sie neben der Nordukraine vor allem das benachbarte Belarus und auch den Westen Russlands. Monatelang sonderte die offen daliegende Atomruine Strahlung in die Umgebung ab.

Die erste öffentliche Warnung erfolgte erst zwei Tage nach der Explosion, als Schweden einen Anstieg der Strahlungswerte auf seinem Territorium registrierte. Schätzungen über die Zahl der Todesopfer gehen weit auseinander. Die Tschernobyl-Katastrophe weckte international große Ängste vor der Atomkraft. Experten gehen von Zehntausenden Todesfällen aus. Über 100.000 Menschen wurden aus den radioaktiv belasteten Gebieten der 30-Kilometer-Sperrzone um das inzwischen stillgelegte Kraftwerk zwangsumgesiedelt.

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