Vom Hauskrankenpflegedienst bis zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung

Besuch im Sprengel Oberau und Krankenhaus Bozen: Kooperation im Fokus

Donnerstag, 18. Juni 2026 | 16:57 Uhr

Von: mk

Bozen – Der direkte Austausch mit den Mitarbeitenden über ihre Arbeit, aktuelle Herausforderungen und die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung standen im Mittelpunkt der Gespräche, die Gesundheitslandesrat Hubert Messner am 18. Juni im Gesundheitssprengel Bozen Oberau und im Landeskrankenhaus Bozen mit den Mitarbeitenden geführt hat. Begleitet wurde Messner vom Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebs Christian Kofler, Ressortdirektor Michael Mayr, Abteilungsdirektorin Laura Schrott, Vizeabteilungsdirektor Johannes Ortler, Pflegedirektorin Marianne Siller und Verwaltungsdirektor Luca Armanaschi.

Hauskrankenpflegedienst Oberau betreut derzeit rund 450 Menschen

Im Gesundheitssprengel Bozen Oberau lobte Messner die geleistete Arbeit der Mitarbeitenden. Der Sprengel ist auf drei Standorte verteilt, und zwar auf die Strukturen in der Rittnerstraße und in der Weissensteinerstraße mit Patientenzugang sowie den internen Stützpunkt des Hauskrankenpflegedienstes in der Claudia-Augusta-Straße. Der Hauskrankenpflegedienst betreut derzeit rund 450 Menschen zu Hause, darunter 50 Palliativpatienten. Die Pflegekräfte sind im Stadtgebiet fast ausschließlich mit Elektrorädern unterwegs. Obwohl der Sprengel mit rund 38.000 Einwohnern vergleichsweise weniger Menschen betreut als andere Stadt-Sprengel, zählt er flächenmäßig zu den größten in Bozen.

Die Mitarbeitenden berichteten von einer sehr guten internen Zusammenarbeit. Gerade in der Betreuung zu Hause zeige sich, dass soziale und gesundheitliche Herausforderungen oft eng miteinander verbunden seien. Besprochen wurde auch das Projekt “Rosenbach”: Am Angela-Nikoletti-Platz in Haslach soll bis 2030 ein Neubau entstehen, wo der Gesundheits- und Sozialsprengel untergebracht werden soll. Das Projekt ist bereits projektiert und finanziert.

Krankenhaus Bozen muss sich mit anderen Krankenhäusern vernetzen: Gemeinsames OP-Management

Die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen steige nach wie vor kontinuierlich an, berichtete der Landesrat im Gespräch mit den Mitarbeitenden und Führungskräften im Krankenhaus. Die Zahl aller Terminanfragen für Gesundheitsleistungen nehme jährlich um rund zehn Prozent zu. Täglich würden bei der Landesweiten Vormerkstelle rund 4500 Vormerkungen vorgenommen, zudem verzeichne der Sanitätsbetrieb in ganz Südtirol an einem normalen Tag rund 860 Zugänge zu den Notaufnahmen.

“Dass diese steigenden Anforderungen weiterhin bewältigt werden können, ist vor allem dem großen Engagement und der hohen Professionalität der Mitarbeitenden im Gesundheitswesen zu verdanken”, betonte Messner. Gerade deshalb sei eine noch stärkere Vernetzung der Krankenhäuser notwendig. “Wir haben ein Krankenhaus mit sieben Standorten. Diese müssen noch enger zusammenarbeiten, künftig auch durch ein gemeinsames Operationsmanagement”, sagte der Landesrat.

Messner verwies auf die laufende Neuausrichtung der Gesundheitsversorgung, besonders der wohnortnahen Betreuung: Gemeinschaftshäuser und Gemeinschaftskrankenhäuser sollen die Akutkrankenhäuser entlasten. Für den Raum Bozen werde ab Sommer 2026 zudem die neue Gesundheitsrufnummer 116117 aktiviert. “Südtirol ist heute sehr krankenhauszentriert. Wir wollen schrittweise zu einer stärker gesundheitsfördernden und wohnortnahen Versorgung übergehen”, erklärte Messner.

Bauarbeiten am Krankenhaus Bozen kommen voran

Der Landesrat hat sich vor Ort auch über die laufenden Bauarbeiten am Krankenhaus Bozen kundig gemacht. Beim universitären Ausbildungszentrum Claudiana entsteht gerade ein Studentenwohnheim mit 200 Plätzen, das bis 2027 fertiggestellt wird. Zudem schreitet der Umbau des Altbaus des Krankenhauses Bozen voran. Die Arbeiten am sogenannten “Roten Turm” sind in der Abschlussphase, während jene am “Blauen Turm” bereits begonnen haben.

Bezirk: Bozen

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