Von: luk
Bozen – Der Südtiroler Landtag hat im Rahmen des Omnibus-Gesetzes auf Antrag des Landesrats für Raumordnung, Energie, Umwelt- und Klimaschutz sowie Sport, Peter Brunner, neue Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel beschlossen. Diese betreffen die flexible Vorverlegung der Bewässerung sowie eine Stärkung der Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus.
Aufgrund des Klimawandels kommt es in Südtirol zunehmend zu einem frühzeitigen Vegetationsbeginn. Die neuen Bestimmungen ermöglichen es nun, die Bewässerung um bis zu zehn Tage vorzuziehen. Für die Frostberegnung gilt diese Grenze hingegen nicht: Sie kann nun für die tatsächlich notwendigen Tage vorgezogen werden.
“Während Trockenbewässerung häufig durch geringe Wasserverfügbarkeit eingeschränkt ist, kann die Frostberegnung entscheidend sein, um den Ausfall der gesamten Ernte zu verhindern”, erinnert Landesrat Brunner.
Im Rahmen der Neuregelung sei auch das erforderliche Verfahren klarer definiert worden. Der Gesuchsteller übermittelt nun einen begründeten Antrag an die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz. Diese entscheidet auf Grundlage eines Gutachtens des Versuchszentrums Laimburg über die Genehmigung der Vorverlegung. Bis zur Ausweisung offizieller Trockengebiete werden entsprechende Maßnahmen durch den Landeshauptmann oder die Landeshauptfrau erlassen.
Neben der Landwirtschaft setzt das Gesetz einen weiteren Schwerpunkt in Sachen Klimapolitik. Die Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus übernimmt mittels einer eigenen Organisationseinheit künftig zusätzliche Aufgaben bei der Umsetzung der Klimastrategie. “Dazu zählen insbesondere das Monitoring und die Erfolgskontrolle, die Erstellung von Machbarkeitsanalysen, die Beratung von Entscheidungsträgern sowie die Information und Sensibilisierung der Bevölkerung”, berichtet Brunner. Die Organisationseinheit soll die Verwaltung und die Politik fachlich unterstützen und Beteiligungsprozesse sowie Netzwerke begleiten.
Ab 2027 wird die Agentur zudem Gebäudezertifizierungen sowie die Begleitung der Programme KlimaGemeinde und KlimaSchule kostenlos anbieten. Auch die Unterstützung der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz wird ausgebaut, etwa bei Förderverfahren, der Definition von Kriterien sowie durch ein neues Anlagenkataster zur Erfassung und Inspektion von Anlagen.
Landesrat Brunner betont: „Mit diesen Maßnahmen reagieren wir konkret auf die Auswirkungen des Klimawandels. Wir schaffen mehr Flexibilität für die Landwirtschaft und stärken gleichzeitig die Umsetzung unserer Klimastrategie. Beides ist entscheidend für eine nachhaltige Entwicklung in Südtirol.“




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