STF stellt Beschlussantrag vor

“Black Lives Matter gilt auch im Umgang mit faschistischen Relikten”

Dienstag, 30. Juni 2020 | 12:35 Uhr

Bozen – Auf der ganzen Welt finden derzeit Proteste statt, um auf Rassismus und Gewalt gegen Schwarze aufmerksam zu machen. Manche Länder haben darauf reagiert, indem sie Monumente entfernen, die die Unterdrückung und Versklavung der schwarzen Bevölkerung verherrlichen. Auch in Südtirol existieren immer noch faschistische Überbleibsel mit ähnlichem Hintergrund, wie die Süd-Tiroler Freiheit bemerkt. Die Bewegung nimmt die aktuelle Debatte daher zum Anlass, um im Landtag die Entfernung der faschistischen Relikte in Südtirol zu fordern.

“In den USA wird die Entfernung der Statuen von Südstaaten-Generälen aus der Bürgerkriegszeit gefordert und teilweise schon umgesetzt. Denkmäler von Südstaaten-Generälen werden enthauptet oder vom Sockel gestoßen. Die Konföderierten-Flagge soll mancherorts verboten werden und sogar aus dem Kapitol sollen die Statuen, die an den Helden aus dem Bürgerkrieg erinnern, entfernt werden. Ranghohe US-Militärs haben sogar angeboten, Militärstützpunkte umzubenennen, welche nach Südstaaten-Generälen, die die Sklaverei propagiert hatten, benannt sind. In Europa, beispielsweise in Brüssel und im britischen Bristol, hat man ähnlich reagiert. In Südtirol ist man bislang untätig geblieben. Auch hierzulande gibt es zahlreiche Denkmäler sowie Benennungen von Straßen und Kasernen, die an die Unterdrückung und Ermordung der schwarzafrikanischen Bevölkerung in Äthiopien erinnern. Dazu zählen beispielsweise faschistische Relikte wie das Mussolini-Relief in Bozen und das Alpini-Denkmal in Bruneck”, so die Bewegung.

“Dass die Relikte aus der Zeit des Faschismus keine Mahnmale in Südtirol darstellen, zeigt der Umstand, dass ausgerechnet die neofaschistische Gruppierung ‘Casa Pound’ in den letzten Tagen jene faschistischen Relikte gesäubert hat, die im Zuge von Protesten beschmiert wurden. Es ist eine Schande, dass die Landespolitik bis heute akzeptiert, dass derartige Relikte in Südtirol stehen dürfen“, sagt der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll. Er fügt hinzu: „Wenn in diesen Tagen auch in Südtirol gegen den latenten Rassismus gegen die schwarzafrikanische Bevölkerung protestiert wird, erscheint es scheinheilig, sich nicht auch mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen.“

Die Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit,  Myriam Atz Tammerle, meint, dass eine Distanzierung von den Gräueltaten der Vergangenheit nur dann erfolgen könne, wenn auch die Relikte und Denkmäler entfernt werden, die diese verherrlichen. Die Süd-Tiroler Freiheit fordert daher in ihrem Beschlussantrag, dass das Alpini-Denkmal in Bruneck entfernt wird und dass Straßen- und Kasernennamen, die im Zusammenhang mit den Gräueltaten des Faschismus stehen bzw. an Personen erinnern, die sich an diesen Gräueltaten beteiligt haben, entfernt werden.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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4 Kommentare auf "“Black Lives Matter gilt auch im Umgang mit faschistischen Relikten”"


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Guennl
Guennl
Grünschnabel
6 Tage 7 Min

Alle 3 Monate der gleiche Schmarrn der STF.

Anubis
Anubis
Grünschnabel
5 Tage 23 h

Des isch ihmene spezialgebiet, gegn jedn und ols auhhetzn! Damit si bessor dostiahn, epis ondors kenense net

burggraefler
burggraefler
Neuling
6 Tage 29 Min

Mal eine umbenennung in Friedensdenkmal wäre ein erster Schritt..

M_Kofler
M_Kofler
Superredner
5 Tage 4 h

Ein Rechter, der solche Aussagen tätigt, der Knoll gefällt mir 🙂 
Kann ja mal seine rechten Gesinnungspartner im Heimatland nennen, wie die zu diesem Thema denken.

Aber im Grunde hat er nicht unrecht, habe das auch schon beim Hütten-Thema gemeint. In Südtirol sollten weitere Relikte entschärft werden und als Mahnmal umstrukturiert werden, für kommende Generationen

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