Von: luk
Bozen – Die Grünen in Bozen sprechen sich klar gegen die geplante Einführung von Tasern bei der Stadtpolizei Bozen aus. “Was als milderes Mittel dargestellt wird, ist rechtlich und faktisch eine Waffe.”
Der Taser immobilisiert Menschen durch Stromstöße. Auch wenn er als „nicht tödlich“ gilt, sei er nicht harmlos. “Gesundheitliche Risiken – insbesondere für Menschen unter Stress, Alkohol- oder Medikamenteneinfluss – sind bekannt und werden selbst in den Richtlinien angeführt”, so die Grünen.
Aus Sicht der Grünen besteht die Gefahr, dass mit dem Taser die Schwelle zur Anwendung von Gewalt sinkt. “Ein Instrument, das einfacher einsetzbar ist als eine Schusswaffe, wird auch häufiger eingesetzt. Das verändert den polizeilichen Alltag”, so Gemeinderätin Cornelia Brugger.
Gleichzeitig werde eine große Verantwortung auf die einzelnen Beamtinnen und Beamten übertragen. Sie müssten in Sekunden entscheiden, ob der Einsatz verhältnismäßig ist – mit potenziell schwerwiegenden Folgen für die betroffene Person. “Das ist keine Entlastung für die Polizei, sondern eine zusätzliche Belastung”, betont Brugger.
Die Grünen sehen in der Einführung des Tasers keine nachhaltige Antwort auf Sicherheitsfragen. Stattdessen brauche es Investitionen in Prävention, Deeskalation und soziale Maßnahmen. Sicherheit entstehe nicht durch mehr Waffen, sondern durch funktionierende Strukturen und Beziehungen. “Wir lösen komplexe Konflikte nicht mit Strom”, so Brugger abschließend. Die Grünen wollen daher gegen die Einführung des Tasers stimmen.




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