Südtirol, Trentino und Tirol wollen an einem Strang ziehen

Brennerachse: Maßnahmen zur Kollapsvorbeugung vorgeschlagen

Freitag, 08. Februar 2019 | 18:04 Uhr

Bozen/Brenner – Um Ausnahmesituationen auf der Verkehrsachse des Brenners vorzubeugen, wollen Südtirol, Trentino und Tirol an einem Strang ziehen.

In einer wirksamen Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene mit dem Bau des Brennerbasistunnels, der Zulaufstrecken und der Verladeinfrastruktur sowie den notwenigen tarif- und ordnungspolitischen Maßnahmen sieht Landeshauptmann Arno Kompatscher nach wie vor die Lösung der immer problematischeren Verkehrssituation auf der Brennerachse. Nach dem Verkehrsstillstand am vergangenen Wochenende hat Landeshauptmann Kompatscher heute Mittag zu einem Gipfeltreffen eingeladen, um nach einer genauen Darstellung des Ablaufs der Ereignisse, Strategien und Maßnahmen für eine Vermeidung beziehungsweise ein besseres Management solcher Situationen zu definieren. An dem heutigen Treffen im Saal der Landesregierung im Landhaus 1 in Bozen nahmen neben Landeshauptmann Kompatscher auch die Südtiroler Landesräte für Zivilschutz, Arnold Schuler, und Mobilität und Verkehrsnetze, Daniel Alfreider, der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti, die Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreter Ingrid Felipe und Josef Geisler teil. Vertreten waren auch die Autobahnbetreiber A22 und ASFINAG. Zudem saßen Regierungskommissar Vito Cusumano und Vertreter der italienischen und der Tiroler Straßenpolizei mit am Tisch.

Neben diesen längerfristigen Maßnahmen wurde heute eine Reihe praktischer Schritte, darunter beispielsweise eine Vorabkontrolle der Wintertauglichkeit von Lkw, die Verbesserung der Information und eine bessere Abstimmung der Leitstellen zwischen Tirol, Südtirol und dem Trentino vorgeschlagen. Auch eine Dosierung des Verkehrs auf der Brennerautobahn bei prognostizierten Ausnahmesituationen wurde als kurzfristige Maßnahme ins Auge gefasst, um Ereignisse wie jenes am vergangenen Wochenende zu vermeiden. Landeshauptmann Kompatscher sprach sich dafür aus, “Kennzahlen festzulegen und den Verkehr bereits in der Poebene zu filtern und zu dosieren, “da bei den enorm vielen Fahrzeuge, die heute auf der Brennerautobahn verkehren, ein kleines Ereignis ausreicht, um eine Ausnahmesituation herbeizuführen”. Die bestehende Euregio-Arbeitsgruppe Mobilität werde den Auftrag erhalten, diese Kennzahlen zu erarbeiten, kündigte der Kompatscher an. Die Tiroler Landesrätin Ingrid Felipe sprach von einem “tollen Schritt” und erklärte die volle Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti betonte die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit Tirol.

Bei dem Gipfeltreffen im Landhaus 1 in Bozen wurden Fakten und Standpunkte aller Beteiligten, vor allem der Autobahnbetreiber und der Straßenpolizei zur Sprache gebracht. Dabei wurde betont, dass die Kapazität der Autobahn über den Brenner längst an ihre Grenzen stoße und ein außerordentliches Ereignis wie ein Unfall oder äußere Wettereinflüsse innerhalb kürzester Zeit zu einer totalen Blockade oder kilometerlangen Staus führe. “Der Verkehr auf der Brennerautobahn hat sich seit 1990 verdoppelt”, gab Südtirols Landeshauptmann zu bedenken. Eine Stunde Verkehr entspreche 600 bis 700 Lastkraftwagen und 15 Kilometer Stau bei Stillstand. Freitag sei dabei wegen des Nachtfahrverbots in Tirol ein besonders kritischer Tag. Am vergangenen Freitag seien trotz des Schnees 10.000 LKW über den Brenner (beide Richtungen) gefahren.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Wipptal

Kommentare

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14 Kommentare auf "Brennerachse: Maßnahmen zur Kollapsvorbeugung vorgeschlagen"


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IchSageWasIchDenke
7 Tage 7 h

Dank dem Fahrverbot der Nord-Tiroler haben wir am Wochenende Ruhe von den Lkw, haben so schon oft genug Verkehr am Wochenende

Bluemchen
Bluemchen
Superredner
7 Tage 6 h

@IchSageWasIchDenke
Und dank Fahrverbot haben wir am Montag immer Mega Lkw Stau !!!!!!!!

DeziBel
DeziBel
Grünschnabel
7 Tage 7 h

der Umwegverkehr der Transit LKW’s muss endlich weg, sehts das mal ein liebe Frächter und Lobbyisten.

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
7 Tage 7 h

Hoffentlich ist der Strang auf Nord-TIROLER Seite. 

buggler2
buggler2
Neuling
7 Tage 6 h

Einfach nur bei Fakten bleiben jahrelang nichts gemacht nur kassiert, die nächsten sind die pustertaller und vinschger dran nur Ampeln, Kreisverkehr bauen wird den Stau im Verkehr nicht lösen

natan
natan
Superredner
6 Tage 20 h

die pusterer sind aber selber daran schuld, wenn sie keine autobahn oder schnellstraße wollen

elmar
elmar
Superredner
7 Tage 6 h

weniger bla blauen mehr handeln !!! nur mit ein Lächeln löst man solche Probleme nicht !!!

ghostbiker1
ghostbiker1
Grünschnabel
7 Tage 6 h

ols lei schönes Gerede…nächste mol wieder is gleichr Casino

Paul
Paul
Universalgelehrter
7 Tage 5 h

Die Deutschen sollten den doppelten Tarif berappen , gleich wie Sie es tun

prontielefonti
prontielefonti
Tratscher
7 Tage 7 h

des schaug i mr un…

Zukunft Suedtirol
Zukunft Suedtirol
Grünschnabel
7 Tage 4 Min

Der Kompatscher und Co kriegen das nicht in Griff……

amme
amme
Superredner
6 Tage 19 h

warum schafft man nicht die maut immer gleich hoch wie die schweizer zu haben?umwegverkehr gehört schon morgen gestoppt

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
6 Tage 19 h

Das übliche Gerede und schöne Pläne seit Jahren um sich zu profilieren, aber keine nachhaltigen Massnahmen in Südtirol.
Nicht nur der Verkehr sollte dosiert werden, sondern auch diese Politikergespräche.

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
6 Tage 19 h

Es ist schon erstaunlich,dass man immer erst nach einem “casino” reagiert,hatte man vorher anderes zu tun????😂😂😂

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